Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 23 › Seite 358

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 11. November 1913, Seite 358

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Wiſſenſchaft · Wiſſenſchaft 12 · Schöpfung 3

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358

Ser 2utheranet

Es sind §144,000 für alle Missionen der Allgemeinen
Synode in diesem Jahre angesetzt. Damit ist aber nicht gesagt,
daß mit Aufbringung dieser Summe auch wirklich genug getan
sei. Wir könnten ja freilich noch viel mehr mit großem Nutzen
gebrauchen, weil der liebe Gott uns zu immer größerem Eifer
in der Mission auf jegliche Weise drängt und treibt und vor⸗
wärtsschiebt, indem er uns nicht nur in allen unsern Missionen
immer niehr Segen und Sieg verleiht, sondern auch zugleich
immer mehr Gelegenheit und Nötigung vor Augen hält, mit
der Missionsarbeit seiner lieben Kirche auf Erden zum Ende
zu eilen, da so viele Zeichen darauf hindeuten, daß er die Worf⸗
schaufel in der Hand habe, um seine Tenne zum letztenmal zu
fegen. Wenn dann mit jenen „Hundertundvierundvierzigtau
send, die versiegelt waren von allen Geschlechtern Israels“
(Offenb. 7, 4), und mit allen andern, die über wenigem getreu
gewesen sind und nun über viel gesetzt werden, „aus allen Hei⸗
den und Völkern und Sprachen“ auch wir eingehen dürfen zu
unsers HErrn Freude, dann werden uns auch unsere 144,000
Dollars für die Missionen unserer Allgemeinen Synode vom
Jahre 1913 her wahrlich nicht gereuen.

Ein großes Werk haben wir zu treiben; große Summen
werden dafür verlangt; und in allen Missionen, die unsere
teure Synode treibt und pflegt, den kleinen wie den großen,
gibt es Gelegenheit genug, die uns von Gott anvertrauten
irdischen Güter in seinen Dienst zu stellen zur Rettung unsterb⸗
licher, mit dem teuren Blute Christi erkaufter Seelen. O laßt
uns wirken, solange es Tag ist, ehe die Nacht kommt, da nie⸗
mand wirken kann! Kein Landniann bedauert es, wenn ihm
ein großes Stück Land zugewiesen ist, das er zur Saat und
Ernte bearbeiten kann; und kein Geschäftsmann beklagt es,
wenn sich seine Kundschaft erweitert. So laßt uns auch nicht
darüber klagen, sondern Gott dafür danken, daß sich unsere
Missionsarbeit so gemehrt hat, und daß wir so viel herrliche
Gelegenheit haben, für Gottes Reich zu arbeiten und zu geben!
Wenn wir dies in der rechten Gesinnung tun, so will der HErr
es uns ja auch aus Gnaden belohnen in alle Ewigkeit. Laßt
uns darum auch unsere Missionspflicht nicht versäumen, sondern
treulich mithelfen, den Segen des HErrn einzuholen, dem
großen SErrn der Ernte seine Körnlein zusammenzubringen!
Ja, laßt uns Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner
Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Der SErr selbst
mache uns alle immer williger und fleißiger in seinem Werk zu
seines Namens Ehre und zum ewigen Heile vieler, vieler

Seelen!
Gott Vater, laß zu deiner Ehr'
Dein Wort sich weit ausbreiten;
Hilf, JEsu, daß uns deine Lehr'
Erleuchten mög' und leiten;
O Heil'ger Geist, dein göttlich Wort
Laß in uns wirken fort und fort

Geduld, Lieb', Hoffnung, Glauben! Amen.

Fr. S.

Die Märchen der Wissenschaft.

„Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden“,
Röm. 1, 22. Die Märchen der Wissenschaft haben mit den
Kinder⸗ und Hausmärchen dies gemein, daß sie „lügenhaft zu
erzählen“ sind, unterscheiden sich aber dadurch von ihnen, daß
sie ernst genommen sein wollen. Sie wollen nicht Märchen,
sondern nüchterne Wissenschaft sein.

Die Affen auf Lemurien.
(Nach Häckel.)

Auf Lemurien, zwischen Madagaskar und den Sunda⸗
Inseln gelegen, lebte eine besondere Affenart. Von den be⸗
kannten Affenarten unterschieden sie sich vorteilhaft dadurch, daß
sie den Drang zu etwas Höherem in sich verspürten und fleißig
kultivierten. Den Schwanz hatten sie schon abgeschafft, sie woll⸗
ten aber auch alle überflüssigen Haare aus ihrem Gesicht ent⸗
fernen; kurz, sie wollten Menschen werden. Freilich kostete es
viel Mühe, anstatt der unnötigen Haare die nötigen Seelen⸗
kräfte zu produzieren, aber schließlich gelang es einem Affen⸗
paar, und sie gingen fortan einher mit glattem Gesicht. Kaum
war aber nach der vollzogenen Wandlung diese Familie aus
ihrer Heimat ausgewandert, als das schöne Land Lemurien von
dem Ozean verschlungen wurde, und sämtliche Affen, die sich
noch nicht vermenschlicht hatten, ihr Grab in dem tiefen Meer
fanden. Es ist jammerschade, daß diese Katastrophe eingetreten
ist. Wir würden zu gerne diese wunderbare Affenart studieren,
um den Sitz jenes erstaunlichen Vermögens zu entdecken. Dort
auf dem Meeresgrund harren geheimnisvolle Fragen ihrer
Lösung.

Das Moneron.
(Nach Häckel.)

Auf dem Meeresgrund waren überhaupt einst seltsame
Dinge zu schauen. Da hauste vor vielen, vielen Jahren, lange
ehe Lemurien und seine Affen bekannt waren, das Moneron.
Das war ein gar wundersames Wesen. Zwar seine äußere
Gestalt war unscheinbar und unförmlich, aber die Art seines
Entstehens und seine spätere Entwicklung heischen unsere höchste
Bewunderung. Zu jener Zeit, in der laurentinischen Periode,
gab es kein lebendes Wesen in dieser Welt. Alles war öde,
still, tot. Da aber fing es auf dem Meeresgrund an einem
Punkte an sich zu regen. Das Moneron wollte nicht länger
als totes Ding umhergetrieben werden, sondern wollte leben.
Es reckte sich mit aller Gewalt, und plötzlich hatte sich das tote
Ding ins Leben geschwungen — das Moneron war durch eigene
Kraft entstanden und der Herrscher des Meeres und der Erde
geworden. Nun war das übrige leicht. Noch achtzehnmal än⸗
derte das häßliche Moneron seine Art, wurde immer schöner
und klüger, siedelte sich schließlich auf Lemurien an, und kraft
ihrer Abstammung von dem wunderkräftigen Moneron konnten
die Affen dort den Sprung in die Menschheit vollenden. Wer
weiß, was aus den Menschen, in deren Adern das Blut des
Moneron fließt, nicht noch werden wird? Sie werden vielleicht
noch die Marsiten überflügeln.

Die Marsiten.
(Nach Prof. Lowell.)

Auf dem Wandelsterne Mars befindet sich nicht genügend
Luft, Wasser und Wärme, um Menschen das Leben zu ermög—
lichen. Aber diese unwirtliche Gegend ist doch bewohnt, und
zwar von übermenschlichen Wesen, Wesen von großer Kraft
und Intelligenz. Die Marsiten beschäftigen sich vorzugsweise
mit dem Kanalbau. Ihre Kanäle sind zwanzig bis siebzig
Meilen breit und 2000 Meilen lang. Wir haben keinen Begriff
von dem enormen Verkehr, der solche gewaltige Kanäle er⸗
fordert. Freilich wissen wir auch nicht, womit sie die Kanäle
anfüllen, da es eine wasserarme Gegend ist. Das hält sie aber
nicht ab, ihre Lieblingsbeschäftigung fortzusetzen. Noch im

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