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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 3. Februar 1914, Seite 37

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Taufe · Taufe 49

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brunnen. Offb. Joh. 14, 6. 7.
—.

—

—

Herausgegeben von der Zeutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.

Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.

70. Jahrgang.

Nr. 3.

„Wieviel euer getauft sind, die haben Christum
angezogen.“ Gal. 3, 27.

II.
Solange ein Christ auf dieser Erde wallt, steht er in Kampf
und Streit. So gewiß der Teufel zeitlebens versucht, ihn aus

seinem Gnadenstande zu stürzen, so gewiß die Welt, die große

Masse der Unwiedergebornen, durch Wort und böses Beispiel,
mit Locken und Drohen bemüht ist, ihm sein Glaubenskleinod
zu rauben, so gewiß in ihm selbst das sündliche Fleisch noch
rege ist, und er täglich mit Paulus klagen muß: „Das Gute,
das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht
will, das tue ich“, so gewiß steht auch ein wahrer Christ in
täglichem Kampf; es gilt kämpfen wider Teufel, Welt und
Fleisch bis zum letzten Seufzer. Wenn du nun merkst und
spürst, mein lieber Mitchrist und Mitkämpfer, wie dies
Kämpfen je länger, je schwerer wird, wie die Versuchungen und
Anfechtungen sich mehren, je älter du wirst, wie es so oft an
der rechten, mutigen Kampfesfreudigkeit fehlt, wie du in solchen
Kämpfen oft, ach! so müde und matt wirst, und dir wird dann
sorgenschwer und angst ums Herz, ob du auch ausharren werdest
im Kampf, ob du nicht vor der Zeit ermatten und erlahmen und
nach langem Kampf wohl doch noch unterliegen werdest — o
dann halt dich daran, daß ja schon bei deiner Taufe der dich
unter seine Kriegsfahne gestellt hat, den kein Feind besiegen
kann, vor dem sich beugen muß alles, was im Himmel, auf
Erden und unter der Erde ist, der keinen der Seinen läßt
versucht werden über Vermögen.

Bei diesem Punkt laßt mich noch auf eins hinweisen.
Liegt nicht gerade in deiner heiligen Taufe auch ein so starker,
großer Troft für christliche Eltern, wenn sie an die vielen
Kämpfe, Anfechtungen, Versuchungen und Gefahren denken,
denen ihre Kinder im Leben ausgesetzt sind? Ist es zu ver⸗
wundern, daß es Eltern, denen nicht nur das Leibeswohl,
sondern vor allem das Seelenheil ihrer Kinder auf sorgendem
Herzen liegt, oft sorgenschwer ums Herz wird, wenn sie sehen,

Ht. Louis, Mo., den 3. Februar 1914.

wie Unglaube, Weltsinn und Weltlust, Geldgier und Trachten
nach dem Irdischen ihre Kinder wie eine giftige Luft umweht,
und die Gelegenheiten, auf Abwege zu geraten, die Versuchun⸗
gen und bösen Beispiele immer mehr überhandnehmen? O
welch reichen Trost gewährt uns in solchem Sorgen und Zagen
die Gewißheit: unsere Kinder sind ja getauft, und da hat der
sie in seine Arme genommen, der ewig treu ist, dessen Schäf⸗
lein niemand aus seiner Hand reißen soll, der auch allen seinen
verlornen Schäflein nachgeht und sie sucht, daß er sie wieder⸗
finde. Er, der allmächtige Heiland, hat unsere Kinder in der
Taufe aufgenommen, nicht damit er sie dann dem bösen Feinde
wieder preisgebe, sondern damit sie ihm gehören für Zeit und
Ewigkeit. Ihm lege sie darum immer wieder in herzlichem
Gebet in die Arme und wisse: der auch unsere Kinder behütet,
schläft noch schlummert nicht.

Doch noch mehr: Eines jeden Christen Leben ist auch
mehr oder weniger reich an Kreuz und Not. In mancherlei
Gestalt und Weise, bald verborgener, bald offenbarer, zieht
das liebe Kreuz ins Christenhaus ein. Und ach, oft sind die
Heimsuchungen so schwer, so anhaltend, so unbegreiflich fürs
Menschenherz, daß der Glaube wanken und die Glaubensfreu⸗
digkeit schwinden will. O der du unter solch schweren Heim⸗
suchungen Gottes dich beugen mußt und dich kaum noch zu
einem „Lobe den HErrn, meine Seele!“ aufschwingen kannst,
o sage: Bist du denn nicht getauft? Bist du da nicht dessen
Kind geworden, der es mit den Seinen nie böse meinen kann,
der über seine getauften Kinder nur Gedanken des Friedens
kennt und hat? O darum, wenn es noch so tief ins dunkle
Tal des Kreuzes geht, halt fest, halt fest an der Gewißheit:

Eher müssen Himmel und Erde einfallen, eher müßte Gott

aufhören, Gott zu sein, ehe er es mit dir, seinem getauften
Kinde, böse meinen könnte.

Und endlich noch eins. Einem jeden Erdenbewohner ist
es gesetzt, einmal zu sterben, und danach kommt das Gericht;
und wer nicht als ein Kind Gottes im Glauben an seinen Er⸗
löser stirbt, dessen zukünftiges Los ist der ewige Tod. Ist es

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