Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 3 › Seite 40
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 3. Februar 1914, Seite 40
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SE Der „VTutheraner
sorgung des großen Synodalhaushaltes oft bange fragen
mußte: Woher nehmen wir Brot, daß wir sie sättigen? so bot
Gott doch immer zu rechter Zeit die nötigen Mittel dar, daß
kein eigentlicher Mangel eintrat. Im ganzen sind im Jahre
1913 durch seine Hand für die Geschäfte der Allgemeinen
Synode rund §465,000 geflossen gegen 5340,000 im vorher⸗
gehenden Jahre. Reiche Gaben begüterter Christen sowie Ver⸗
mächtnisse und Stiftungen für unsere Synodalarbeit mehren
sich unter uns in erfreulicher Weise. Solchen Geschenken ist
in der Regel nicht die Bestimmung beigefügt, daß die Gelder
festgelegt werden müssen, und nur der Ertrag für diesen und
jenen Zweck zu verwenden sei, sondern es wird über die Ver⸗
fügung der Summe der betreffenden Kommission freie Hand
gelassen. Es ist das gewiß sehr verständig, da unsere Synode
noch immer so gestellt ist, daß sie aus der Hand in den Mund
lebt und für alle Gelder baldige Verwendung hat. Ein solcher
Zustand ist übrigens nicht zu beklagen, sondern dabei gedeiht
die Kirche prächtig. Alle ihre Glieder haben dann fort und
fort Gelegenheit, reich zu werden an guten Werken, Gott um
die für den Aufbau seines Reiches nötigen Gaben zu bitten und
über die Gebetserhörungen den Namen des SErrn zu loben.
1. Was unsere Synodalkasse anbetrifft, so weist sie
eine Einnahme von §173,260.25 auf. 578,260.25 haben die
Gemeinden kollektiert, und §95,000 hat unser umsichtiger
Agent, Herr Seuel, aus dem Ertrage des Concordia Publish-
ing House abgeben können. Doch ist in dieser Kasse noch eine
Schuld von rund 850,000. Der Kassierer ersucht die Gemein⸗
den, fleißig fortzufahren, die Schuld zu tilgen, und dann im
laufenden Jahre regelmäßige Beiträge einzusenden. Er
gebraucht für diese Kasse jährlich gegen §160,000. Da das
Publishing House gegen §100,000 abwirft, so fallen auf un⸗
sere Gemeinden §60,000. Hierbei sollten die Distrikte be⸗
denken, daß in diese Summe nicht die Gelder, die der eigene
Distrikt aus der Synodalkasse zieht, eingeschlossen sind.
2. Unsere Allgemeine Baukasse verzeichnet eine
Einnahme von §104,241.28. Hierin sind einbegriffen das Ge⸗
schenk des Nord-Illinois-Distrikts von §30,000 für River
Forest sowie die Gelder für die Ausstattung der Zimmer im
neuen Seminar und Kinderkollekten. Für die eigentliche Bau—
kasse sind etwa §60,000 kollektiert worden, und es fehlen noch
gegen 8545,000 von den von der letzten Synode bewilligten
§5200,000. Durch die reichen Kollekten für die von Sturm
und Wasserfluten heimgesuchten Glaubensgenossen im verflosse—
nen Sommer, die in dem Berichte des Allgemeinen Kassierers
nicht mitverrechnet sind, sondern worüber von der zuständigen
Kommission berichtet wird, ist das Interesse für die Synodal⸗
baukasse zurückgedrängt worden. Diejenigen Gemeinden, die
für diesen Zweck noch nichts getan haben, wollen daher noch
vor der nächsten Synode diese Kasse bedenken. Gegenwärtig
hat die Baukasse eine Schuld von §70,000. Sie ist kontrahiert
bei der Errichtung des Lehrerseminars zufolge eines Be—
schlusses der Synode, nach welchem die Aufsichtsbehörde ermäch⸗
tigt ist, nötigenfalls die fehlenden Gelder zu borgen. (Synber.
1911, S. 53.) Es ist bekannt, daß bei der Delegatensynode
der Neubau auf 5200,000 veranschlagt wurde, während nur
für §130,000 bis zur nächsten Synode vorgesehen wurde.
3. Unsere Missionskassen. Unserer Allgemeinen
Inneren Missionskasse, aus der bedürftige Synodaldistrikte beim
Betreiben ihrer Inneren Mission unterstützt werden, konnten
nur §19,000 zugewiesen werden, während sie §31,000 nötig
hatte. Letztere Summe sollte ihr auch in diesem Jahre zur
Verfügung gestellt werden. Bislang wird diese Kasse aus dem E
überschuß verschiedener Distrikts-⸗Missionskassen gespeist. Da
jedoch diese Distrikte infolge der Ausbreitung ihrer eigenen
Inneren Mission mehr und mehr selbst alle Gelder, die in
ihre Missionskasse fließen, verbrauchen, so wird die nächste
Synode gebeten werden, der Allgemeinen Inneren Missions⸗— .
kasse neue Quellen zu eröffnen. — Unsere Heidenmission ge
braucht dieses Jahr 540,000, Brasilien §26,000, alle andern
Missionen dieselbe Summe, die die Abrechnung des Kassierers
für 1913 zeigt. Alle Missionen der Allgemeinen Synode haben
daher in diesem Jahre die Gesamtsumme von etwa §145,000
nötig.
Folgendes Budget, bei dem natürlich nicht Rücksicht ge⸗
nommen ist auf die bald tagende Delegatensynode, ergibt sich
für das Jahr 1914:
Schulden in der Synodalkasuuuo 5 50,000
Laufende Ausgaben der Synodalkasssee 160,000
Baukassrrsssseee. 4⁵,000
Mission᷑en 14⁵,000
4400,000
Hiervon fallen 5300,000 auf die Gemeinden und 8100,000
auf unser Verlagshaus.
Alle unsere Pastoren und Gemeinden werden nun freundz:
lichst gebeten, die Finanzlage unserer Synode regelmäßig zu
beraten und nicht nur für ihren Gemeinde⸗ und Synodal⸗
distrikts⸗Haushalt zu sorgen, sondern auch an ihrem Teile nach
dem Vermögen, das Gott darreicht, mitzuhelfen, daß die großen,
wichtigen Geschäfte unserer Allgemeinen Synode nicht still⸗
stehen, sondern ihren gesegneten Fortgang haben. „Ihr wisset
die Gnade unsers HErrn IEsu Christi, daß, ob er wohl reich
ist, ward er doch arm um euretwillen, auf daß ihr durch seine
Armut reich würdet“, 2 Kor. 8, 9. „Gott aber kann machen,
daß allerlei Gnade unter euch reichlich sei, daß ihr in allen
Dingen volle Genüge habet und reich seid zu allerlei guten
Werken“, 2 Kor. 9, 8. F. Pfotenhauer.
Zeugnis eines gewesenen Freimaurers gegen den
Freimaurerorden.
II.
Es wird vielen Lesern zu einem besseren Verständnis dieses
wie auch der folgenden Abschnitte verhelfen, wenn wir deinsel—
ben etwas über die Organisation des Freimaurerordens
vorausschicken. ö
Erst ein Wort zur Beseitigung eines gar verbreiteten Irr⸗
tums. Man nimmt gewöhnlich an, daß der Freimaurerorden
aus dreiunddreißig Graden bestehe. Damit verbindet sich dann
auch die Vorstellung, daß man erst mit der Erreichung des höch⸗
sten, dreiunddreißigsten Grades voll und ganz zum Freimaurer
wird. Beides ist falsch. Der Orden der Freimaurer besteht
aus Hunderten von Graden. Jeder aber, der die ersten drei
Grade durchgemacht hat, ist voll und ganz Freimaurer.
In unserm Lande sind hauptsächlich hundertzweiundvierzig
Grade vertreten. Um sich den Aufbau dieser Grade jedoch rich⸗
tig vorzustellen, muß man sie sich nicht als in gerader Linie
vom ersten bis zum 142sten fortgesetzt denken. Man stelle sich
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