Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 3 › Seite 43
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 3. Februar 1914, Seite 43
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Verſöhnung
8 Der TuthrraneE
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danach in der Kirche zu Altenburg Festgottesdienste abgehalten,
die von vielen auswärtigen Festgenossen besucht waren, und in
denen die ebenfalls schon selig heimgegangenen Pastoren J. F.
Köstering und J. A. F. W. Müller die Predigten hielten. Die
dritte Jubelfeier fand am 25. und 26. Juni in Fort Wayne
statt, auf dem dortigen Anstaltsplatz, und war von zahlreichen
früheren Schülern dieser Anstalt besucht, um insonderheit die
fünfzig Jahre vorher geschehene Gründung unserer ersten Lehr⸗
anstalt in der Blockhütte in Altenburg festlich zu begehen. Die
Festredner waren außer D. Gräbner der selige P. J. P. Beyer
und Direktor Käppel.
Jahre“, Ps. 77, 6. L. F.
über ein wahrhaft großartiges Missionswerk berichtet der
kürzlich erschienene Synodalbericht des Minnesota-Distrikts. Nicht
— weniger als elf Seiten des Berichts sind angefüllt mit einer Dar⸗
stellung des Werkes, das im vorigen Jahre in Minnesota und im
westlichen Canada betrieben worden ist. Das Gebiet, auf dem
dieser Distrikt in Canada arbeitet, ist 1900 Meilen lang und
400 Meilen breit. Für seine Mission hat der Distrikt im letzten
Jahre §22,000 aufgebracht. Im gegenwärtigen Jahre werden
828.000 nötig sein, §18,000 für Canada und §10,000 in
Minnesota. Die Berichte über die einzelnen Parochien sind
äußerst interessant. So wird von dem Missionskorrespondenten
über einen Reiseprediger berichtet, daß er oft wochenlang nicht
1 1 einen Tag zu Hause gewesen ist und manchmal 60 Meilen
zu Fuß zurückgelegt hat. Er mußte trotzdem noch drei Stu⸗
denten zu Hilfe nehmen, um sein Gebiet einigermaßen versorgen
zu können. Ein anderer Missionar hat letztes Jahr 28,000
Meilen im Dienste der Mission zurückgelegt. Die Gemeinden
sind ja zum großen Teil noch sehr arm, doch strengen sie sich an,
immer mehr ihre Pastoren selbständig zu erhalten. So hat eine
Gemeinde, die nur 24 Glieder zählt und durchaus nicht aus be⸗
mittelten Leuten besteht, in einem Jahre §223 1.00 aufgebracht.
Wo unsere Missionare mit solchem Eifer und solcher Aufopferung
arbeiten, und die Gemeinden eine solche Dankbarkeit für das ihnen
gepredigte Evangelium an den Tag legen, sollte auch die Unter⸗
stützung von außen nicht ausbleiben. Es hat ja unsere Synode
zwei Kassen, aus denen das Missionswerk in Distrikten, die noch
auf ausgedehnten Gebieten Innere Mission treiben, unterstützt
wird. Aus der Allgemeinen Inneren Missionskasse erhalten jene
Distrikte Hilfe in der Bestreitung der Gehalte für ihre Reise⸗
prediger, und aus der Allgemeinen Kirchbaukasse werden armen
Gemeinden Summen geliehen, damit sie Kirchen und Schulen
bauen können. Möchten doch diese wichtigen Kassen nicht über⸗
sehen werden, wo Gemeinden, wie das immer mehr geschieht, ihre
Missionsfestkollekten für das neue Jahr im voraus festsetzen.
Nicht nur der Minnesota-Distrikt, sondern auch eine ganze An⸗
zahl anderer Synodaldistrikte müssen aus diesen Kassen Unter⸗
stützung erhalten, wenn in jenen neuen Ansiedlungen die Aus⸗
breitung des seligmachenden Evangeliums ihren gesegneten Fort⸗
gang nehmen soll. Unsere lieben Reiseprediger aber stärke der
HErr der Kirche, daß sie unter so viel Mühsal und Entbehrungen
immerdar Freudigkeit behalten zu dem Dienst, darein er sie ge⸗
setzt hat! G.
Die römische Kirche und das Tanzen. Father“ Phelan,
der Herausgeber des katholischen Western Vatchman, ist mit
seinem Oberen, dem Erzbischof Glennon, wegen des Tanzens in
Konflikt geraten. Phelan verteidigte in seinem Blatt den neuen
Tanz „Tango“, und zwar vornehmlich mit der Begründung, daß
er nicht schlimmer sei als der „Walzer“. Der Walzer sei früher
auch verboten gewesen, jetzt allgemein in der katholischen Kirche
erlaubt. Allerdings spielt der Tanz bei den entertainments, die
zum Besten der „Heiligen Anna“- und anderer Kirchen veran⸗
staltet werden, eine große Rolle, wie aus den Zeitungsanzeigen
hervorgeht. Erzbischof Glennon aber hat Phelan die Billigung
„Ich denke der alten Zeit, der vorigen
des „Tangos“ verboten, und zwar in einem öffentlichen Schreiben,
das Phelan in seinem Western Walchman ohne jede Gegen—
erklärung abzudrucken habe. Phelan hat getan, was ihm der
Erzbischof befahl. Üübrigens ist, wenn man Phelan und Glennon
vergleicht, auch in diesem Stück Phelan der Ehrlichere. Phelan
hat ja durch seine „Ehrlichkeit“ eine Art Berühmtheit erlangt.
Bekanntlich hat er wiederholt offen und ehrlich erklärt, daß die
Papstkirche der Religionsfreiheit in Amerika ein Ende machen
würde, sobald sie die Macht dazu habe. Glennon, Ireland, Gib⸗
bons und andere römische „Würdenträger“ hingegen sind be⸗
müht, dem Publikum in bezug auf die Absichten des Papsttums
immerfort Sand in die Augen zu streuen. So ist Phelan auch
in bezug auf den Tanz der Ehrlichere. Wenn die papistischen
Oberen den Walzer und ähnliche Tänze gestatten, die wahrlich
„Tango“, das heißt, unanständige Berührung der beiden Ge⸗
schlechter, mit sich bringen, so hat Phelan recht mit seiner Be⸗
hauptung, daß die Papstkirche auch dem neuesten „Tango“ das
Wegerecht nicht vorenthalten sollte. — Dieschristliche Kirche redet
anders als die „Oberen“ der römischen Kirche. Die christliche
Kirche warnt nicht bloß vor den allergröbsten Werken des
Fleisches, sondern sie spricht: „Dieweil wir nun solche Ver⸗
heißungen haben, meine Liebsten, so lasset uns von aller Be⸗
fleckung des Fleisches und Geistes uns reinigen und fortfahren
mit der Heiligung in der Furcht Gottes“, 2 Kor. 7. 1. Ein
Christ, der seinen Heiland im Herzen hat und nur solche Wege
wandelt, auf denen er stets seinen Heiland anrufen und bei und
um sich haben kann, wird sehr bald innewerden, daß er den welt⸗
üblichen Tänzen fernbleiben muß. F. P.
Die Torheit Dr. Eliots. Dr. Eliot, der frühere Präsident
von Harvard, ist ein Beweis dafür, daß man im Ruf großer
Gelehrsamkeit stehen und dabei doch sehr wenig Verstand be⸗
weisen kann. Eliot hat ja bereits durch seine gehässigen An⸗
griffe auf die christliche Religion eine Art Berühmtheit erlangt,
und gewisse unitarische Kreise des Ostens sind auch neuerdings
wieder eifrig bemüht, Eliots vermeintliche Weisheit in den ganzen
Vereinigten Staaten zu verbreiten. Vor einigen Jahren be⸗
hauptete er, die in der christlichen Kirche vorgetragene Lehre,
daß Gott durch Christi Opfer am Kreuz die Menschenwelt mit
sich selbst versöhnt habe, sei veraltet. Die fortgeschrittene
Menschheit des zwanzigsten Jahrhunderts könne nur noch glau⸗
ben, daß die Menschen die Versöhnung mit Gott, soweit eine
solche überhaupt nötig sei, in die eigene Hand nehmen müßten.
Er wurde damals daran erinnert, daß die Sache gerade um⸗
gekehrt liege. Seine (Eliots) Selbstversöhnungsidee sei ver⸗
altet, und er sei mit derselben mindestens 1900 Jahre hinter der
Zeit zurück. Die Heiden hätten Eliots Selbstversöhnung reichlich
praktiziert, es aber in dieser Beziehung zu nichts gebracht. Daher
habe Gott selbst die Versöhnung der Menschen durch Christum
bewirkt, und daher halte der Apostel Paulus den weltklugen
Athenern vor, daß Gott bisher ihre Unwissenheit über⸗
sehen habe, nun aber alle Menschen Buße tun und an Christum
glauben heiße. Dr. Eliot vertrete daher nicht den Fortschritt,
sondern er versuche, die Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts
in die Unwissenheit der Heiden zurückzuführen. Kürzlich
hat Dr. Eliot wieder die Zeitungen des Landes davon in Kennt⸗
nis gesetzt, daß er zwar die Bibel für ein Fabelbuch halte, aber
dabei doch Christum als den größten Lehrer (supreme teacher“)
der Menschheit ansehe. Wie unsinnig auch diese Außerung sei,
hält eine weltliche Zeitung Eliot mit diesen Worten vor: „Ver⸗
nünftigerweise kann Dr. Eliot nicht die Autorität der Bibel zer⸗
stören und dabei Christum aus den Ruinen retten. Die Welt
wird und sollte eine solche Theologie nicht annehmen. Das ist
keine vernünftige Theologie.“ (Logically, Dr. Eliot cannot
make à wreck of the Bible, and rescue the Christ from its
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