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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 23. November 1915, Seite 457

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Und ich sahe einen Engel
sliegen mitlen durch den I
Himmel, der hattt tin emig 7

Cuangelium, zu verkiindigen
denen, die auf Erden sihen
und wohnen, und allen Hei⸗
den, und Geschlechlern, und
Sprachen, und Välkern, und
sprach mil groher Slimmt:
Lürchter Golt, und gebei
inn die Chre; denn die Zeit
seints Gerichts ist ommen,
und betel an den, der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
AMeer, und die Wasser⸗
brunnen. Offb. Joh. 14, 6.7.

Herausgegeben von der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.

71. Jahrgang.

St. Louis, Mo., den 23. November 1915.

„Danksaget dem Vater!“
(Gol. 1, 12. 13.)

Es gibt viel Leid auf Erden,
Es fließen Tränen viel,

Ein jeder hat Beschwerden,
Der Tod ist aller Ziel.

Was wäre unser Leben

Als lauter Jammernacht,
Wo Gott nicht hätt' gegeben,
Was ewig selig macht?

Jetzt neiget zu dem Kinde
Der ew'ge Vater sich:

Er fährt mit uns gelinde,
Er führt uns seliglich;

Er läßt sein Brünnlein fließen,
Daraus wir früh und spat

An Gütern reich genießen,
Was seine Fülle hat.

Er macht uns froh am Morgen
Und an dem Abend auch,
Nimmt ab uns alle Sorgen
Nach treuen Vaters Brauch.

Sein Sohn hat uns erworben
Versöhnung, Frieden, Heil,
Da er für uns gestorben,
Zerriß der Knechtschaft Seil,

Der Knechtschaft, die mit Bangen
Vor Tod und vor Gericht

Uns allzeit hielt umfangen

Und Hoffnung ließ uns nicht.

Und wenn in Not und Schmerzen
Der Glaub' mit Zweifeln ficht,
So geht den frommen Herzen
Doch wieder auf das Licht.

So haben im Vertrauen

Wir Vollgenüge hier.

Trotz Trübsal, Tod und Grauen
Geht's ein zur ew'gen Zier.

Er ging im finstern Lande
Einst auf als großes Licht,
Zersprengte Teufelsbande,
Gab Blinden das Gesicht.

Entnommen so den Schranken
Der finstern Obrigkeit,
Laßt uns dem Vater danken
In alle Ewigkeit!
J. Monich.

Der Stand unserer Inneren Missionskasse.

Der Unterzeichnete hat letzte Woche mit unserer Allge—
meinen Kommission für Innere Mission in Nordamerika eine
Versammlung abgehalten und über die Lage dieser wichtigen
Mission, wie sie sich aus den abgelegten Berichten auf den
Distriktssynoden und den Schreiben der einzelnen Missions—
kommissionen ergibt, ausführlich beraten und bringt hiermit
folgendes zur Kenntnisnahme der Gemeinden.

Viele neue Felder sind in dem verflossenen Sommer be—
setzt worden. In manchen Fällen ist dies geschehen im Hin—
blick auf das Versprechen der Allgemeinen Synode, in diesem
Jahre den bedürftigen Distrikten §50,000 aus der Allgemeinen
Kasse zu gewähren. ö

Die Missionskommissionen der unterstützungsbedürftigen
Distrikte, gegenwärtig acht an der Zahl, erbitten nun in diesem
Jahre als Zuschuß aus der Allgemeinen Kasse §548,466, also
annähernd die von der Synode bewilligte Summe. Bis dato
sind ausbezahlt §26,681, und weitere §56000 müssen in diesen
Tagen abgeschickt werden, sollen unsere Missionare nicht Not
leiden. Bis zum Ende des Fiskaljahres sollte dann der Rest
der erbetenen Beihilfe, also §15,785, noch zur Auszahlung
kommen.

Dem Allgemeinen Kassierer standen nun bis zum 15. Ok—
tober für diese Kasse nur §19,214.15 zur Verfügung. Die
übrigen Gelder hat er borgen müssen. Auch in Zukunft wird
weiter geborgt, bis die Gelder aus den Gemeinden einlaufen,
da unsere Missionare ohne ihren Gehalt ihre Arbeit nicht ver—
richten können, und die Allgemeine Synode im Jahre 1914
folgende zwei Beschlüsse gefaßt hat: 1. „daß es der Allgemeinen
Kommission zur Pflicht gemacht werde, darauf hinzuwirken, daß
in den unterstützten Distrikten unsern Missionaren nicht zu
geringe Gehälter ausgezahlt werden“; 2. „daß im Falle die
nötigen Gelder“ (in diesem Jahre §550,000) „nicht zusammen—
kommen, die Allgemeine Kommission ermächtigt sei, dieselben
zu borgen“. (Syn.Ber., S. 74.)

Es müssen also für diese Kasse noch 529,251.85 in unsern
Gemeinden gesammelt werden, um die für das zweite Synodal⸗
jahr versprochene Summe aufzubringen.

Daher ergeht nun hiermit an alle Pastoren die herzliche
Bitte, diesen Tatbestand ihren Gemeinden mitzuteilen und mit
einigen Worten auf die große Bedeutung gerade dieser Mission
hinzuweisen.

Wir erbitten von jeder Gemeinde zu Beginn der Advents—
zeit einen Beitrag und hoffen, daß keine dahinten bleiben wird.

English translation

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