Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 24 › Seite 466
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 23. November 1915, Seite 466
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SVer 2+ AtseraneEV
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agt: mit der Absicht des Vorschlages sei er ganz einver⸗ sondere Beachtung sollte außerdem im Minnesota⸗Bericht die Mitteilung
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standen. Wie der Mensch ein Tor sei, der nicht in der Zeit für des Schulkomitees finden, im Texas-Bericht aber das über die andatten
die Ewigkeit sorge, so handele das Land töricht, das nicht in
Friedenszeiten dafür sorge, daß es zu einem etwaigen Kriege ge—
rüstet sei. Natürlich solle es sich dabei nur um einen Ver—
teidigungs krieg handeln, und mit den „Militaristen“, die
den Krieg verherrlichten und haben möchten, halte er es nicht.
Aber er sei doch nicht dafür, dies zum Gegenstand der Danktags⸗
predigt zu machen. Wir sollten vielmehr Gott danken, daß er,
wo fast die ganze Welt in Flammen steht, uns den Frieden er—
halten hat; wir sollten doch nicht Gott danken, daß es noch so
viel Unrecht und Sünde in der Welt gebe, daß man mit immer
größeren Flotten und immer stärkeren Heeren sich gegen andere
Menschen rüsten müsse. — Der eigentliche Greuel eines solchen
Vorschlags liegt ganz woanders. Ob und wie unser Land sich
kriegsbereit machen solle oder nicht, das geht den Staat und seine
Bürger an und die Christen nur insofern, als sie Bürger sind.
Mit dieser Frage hat die Kirche aber, die aus Himmelsbürgern
besteht, und deren einzige Aufgabe die Predigt des Evangeliums
ist, rein gar nichts zu tun. Und eine Konferenz oder Synode
oder Kirche, die für einen solchen Zweck ein Komitee einsetzt und
darüber Verhandlungen pflegt, mischt sich in Dinge, die gar nicht
ihre Sache sind. Wann will die Kirche doch einmal lernen und
bedenken, was ihre Aufgabe ist und was nicht? Aber so geht es:
wenn Leute müßig stehen und ihre eigene Arbeit nicht tun wollen,
dann verfallen sie auf allerlei Ungehörigkeiten. Die Kirche sollte
so mit aller Energie bei ihrem Werk sein, durch das Evangelium
Seelen selig zu machen, daß sie weder Zeit noch Lust zum Politi—
sieren hätte. Und wenn Politiker für ihre Pläne die Kirche und
ihre Diener anspannen wollen, dann tun sie weder dem Staat noch
der Kirche einen Dienst. Ob Heer und Flotte verstärkt werden
sollen, ist eine rein weltliche, politische Frage, worüber Christen
ganz unbeschadet ihrer Seligkeit verschiedener Meinung sein
können, solange sie nur — das will Gottes Wort freilich haben
— des Landes Bestes suchen. über solche Fragen gibt Gottes
Wort keine Belehrung und will keine geben; und etwas anderes
als Gottes Wort hat die Kirche nicht zu predigen. Wir sollen
ja zum Besten beider Kirche und Staat auseinanderhalten, dem
Kaiser geben, was des Kaisers ist, und Gotte, was Gottes ist.
Luther sagt:
wirkt der Teufel;
Gutes.“
und aus des Teufels Werken kommt nichts
Wenn also der Danktag dazu gemißbraucht werden soll,
daß die Kirche politisiert, dann ist es hohe Zeit, daß er abgeschafft
werde. Viel ist am Danktag ja so wie so nicht. Die wenigsten
denken an Dank und Gottesdienst. Den meisten ist er ein Tag
des Wohllebens, des Vergnügens, des Sports. Daß der Tag für
etwas anderes da ist, als daß dann ein reger Handel in allerlei
Geflügel statthat, und daß da allerlei Wettrennen stattfinden, daß
er gar wohl zum Danken da sein sollte — diese Erkenntnis ist den
meisten abhanden gekommen. E. P.
x
Neue Drucksachen.
———
Synodalberichte des Jahres 1915. 5. Minnesota-⸗Distrikt.
64 Seiten. Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Preis:
12 Cts. — 5a. Texas-Distrikt. 80 Seiten. Preis: 15 Cts.
Im Minnesota-Distrikt wurde die Lehre von der Rechtfertigung oder
von der Vergebung der Sünden (S. 1844) im Anschluß an fünf Thesen
von dem Referenten (P. J. C. Meyer) vorgetragen; im Teras-Distrikt aber
finden wir von Seite 12 bis 58 die göttlichen Grundsätze und Regeln er⸗
örtert (Referent: P. R. Osthoff), welche maßgebend sind für Berufung und
Versetzung von Predigern und Missionaren. Beide Lehrverhandlungen
verdienen das ungeteilte Interesse aller unserer „Lutheraner“-Leser. Be⸗
„Wenn diese beiden ineinandergemengt werden, da
in Winfield und Clifton Gesagte.
Katalog des COoNCconbia PoBLISHING Housk.
1915/16. 544 Seiten 594 48 .
Das ist der Katalog unsers Verlagshauses. Wieder hat sich die Sei⸗
tenzahl vermehrt, und zwar von 527 Seiten letztes Jahr auf 544 in dieser
neuesten Auflage. Der englische Teil umfaßt 215 Seiten; das ist 26 Sei⸗
ten mehr als im Vorjahre. Der Inhalt ist wesentlich derselbe geblieben.
Hier finden sich in reicher Auswahl religiöse Bücher, Volkserzählungen,
Jugendschriften, Musikalien, Karten, Wandbilder, gestickte Haussegen,
Weihnachtskrippen, Christbaumschmuck, Buchzeichen, und was sonst ein
Verlagshaus wie das unsere auf Lager hält. Angehängt ist dem dies⸗
jährigen Katalog eine Liste von Büchern für Kinder und junge Leute,
nach Altersstufen geordnet und mit genauen Größenangaben, Seitenzahl
und Preisen versehen, die beim Einkaufen für das Fest, besonders auch
wenn Schulen bedacht werden sollen, gute Dienste leisten sollte. 6.
Kurzgefaßte Geschichte der Ev.⸗Luth.
Deutsch und englisch.
Allgemeinen Synode von
Wisconsin, Minnesota, Michigan u. a. St. Von Otto
Engel. R. Neumann, Burlington, Jowa. 26 Seiten 69.
Preis: 20 Cts.
Ein Sonderdruck aus D.
„L. Neves „Kurjgefaßte Geschichte der
lutherischen Kirche Amerikas“. G.
Einführungen.
Im Auftrag der betreffenden Distriktspräsides wurden eingeführt:
Am 18. Sonnt. n. Trin. P. S. Thies in der St. Paulsgemeinde
zu Didsbury, Alta., von P. J. E. Herzer.
Am 19. Sonnt. n. Tem P. F. Albrecht in seiner Gemeinde zu
Grant Tp., Jowa, von P. E. T. Lochner.
Am 21. Sonnt. n. Trin.: P. A. Orzen in der St. Lukasgemeinde
zu Ottawa, Ont., unter Assistenz P. Landskys und Prof. Eifrigs von
Präses W. C. Böse. — P. G. Pranschke in der St. Stephansgemeinde
zu Alice und in der Christusgemeinde zu Petawawa, Ont., von P. F. A.
Schiemann. — P. W. J. Völtz in seiner Gemeinde zu Sterling, Ill.,
von P. A. W. Otting. — P. F. J. C. Kaiser als Waisenvater im Ev.⸗
Luth. Waisenhaus zu Indianapolis, Ind., von P. J. D. Matthius.
Am 22. Sonnt. n. Trin.: P. H. Wiese in seiner Gemeinde zu
Algona, Jowa, von P. W. Faulstich.
Am 23. Sonnt. n. Trin.: P. W. C. Geisler in seiner Gemeinde
zu Fort Worth, Tex., von P. E. M. Robert. — P. J. Deterding in
seiner Gemeinde bei Neelyville, Ill., von P. J. H. F. Sieving.
Am 24. Sonnt. n. Trin.: P. G. Tönjes in der Dreieinigkeits⸗
gemeinde zu Darmstadt, Ill., unter Assistenz der PP. Harre und J. Mül⸗
ler von P. W. C. Steinmann.
Als Lehrer wurde eingeführt:
Am 23. Sonnt. n. Trin.: Lehrer W. H. Hinrichs als Lehrer an
der Schule der St. Johannesgemeinde bei Garner, Jowa, von P. G. H.
Koch.
Einweihungen.
Dem Dienste Gottes wurden geweiht:
Kirchen: Am 15. Sonnt. n. Trin.: Das neue Kirch- und Schul—
gebäude (21426 Fuß) der St. Petrigemeinde am Arroio dos Pe⸗
dros, Rio Grande do Sul, Brasilien. Prediger: PP. Sprengeler und
Busch. Letzterer sprach auch das Weihgebet. — Am 21. Sonnt. n. Trin.:
Die neue Kirche (25 ½.46 Fuß) der litauischen St. Johannesgemeinde
zu Philadelphia, Pa. Prediger: PP. Matzat (litauisch), Steffens
und Ungemach (englisch). Das Weihgebet sprach P. H. Brustat. — Die
renovierte Kirche der Dreieinigkeitsgemeinde zu Whittier, Cal. Pre⸗
diger: PP. Michel, J. W. Theiß und Tröger (englisch). Das Weihgebet
sprach P. Th. F. Häuser.
Schulen: Am 14. Sonnt. n. Trin.: Die zweite Schule der Dreieinig⸗
keitsgemeinde zu Worden, Ill. Prediger: P. H. C. Kothe. — Am
21. Sonnt. n. Trin.: Die neue Schule der St. Paulsgemeinde zu Wood-⸗
worth, Ill. Prediger: P. Bräunig. Den Weihakt vollzog P. F. A. C.
Meyer. Kollekte: 5111.45. — Am 22. Sonnt. n. Trin.: Die neue Schule
der Golgathagemeinde zu Chicago, Ill. Prediger: Prof. Köhler und
die PP. Bünger und Pflug (englisch). Das Weihgebet sprach P. W. L.
Müller. — Am 23. Sonnt. n. Trin.: Die neue Schule der St. Petri⸗
gemeinde zu Fredericksburg, Jowa. Prediger: P. G. Deubert,
der auch den Weihakt vollzog.
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