Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 26 › Seite 494
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 21. Dezember 1915, Seite 494
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Weihnacht 4
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Gott in einem Leibe durch das Kreuz, und hat die Feind—
schaft getötet durch sich selbst. Und ist kommen, hat verkün⸗
diget im Evangelio den Frieden euch, die ihr ferne waret, und
denen, die nahe waren; denn durch ihn haben wir den Zugang
alle beide in einem Geiste zum Vater“, Eph. 2, 14—18.
Das ist nun der Friede, den Gott mit den Menschen durch Chri—
stum geschlossen hat, daß er nicht mehr mit ihnen zürnt, son⸗
dern ihr Freund und Vater in Christo ist, ihnen ihre Sünden
nicht mehr zurechnet und an ihnen ein inniges Wohlgefallen
hat. Nun sollen die Menschen damit, daß sie Gottes Gnade
haben und seine Kinder sind, zufrieden sein und sich an seiner
Gnade genügen lassen.
Da nur durch die Geburt des Sohnes Gottes ein allge—
meiner Friede gestiftet worden ist, so sollen die Menschen den
Frieden anerkennen, annehmen, die Friedenshand Gottes er⸗
greifen. So werden sie des Friedens mit Gott teilhaftig und
gewiß. Das Evangelium ist die Verkündigung des Friedens
Gottes, und der Glaube ist die Annahme des angebotenen Frie—
dens. Deshalb spricht Christus: „Friede sei mit euch!“ und
wir sollen den Friedensgruß erwidern durch den Glauben.
Dann haben auch wir Frieden mit Gott gemacht.
Nicht dadurch werden wir des Friedens Gottes teilhaftig
und gewiß, daß wir ihn im Herzen fühlen oder stets süße selige
Gefühle der Gottesnähe empfinden, sondern dadurch, daß wir
der Verheißung des Friedens trauen. Und ob wir auch den
Bund des Friedens auf unserer Seite gebrochen haben, so bricht
doch Gott den Friedensbund nicht, den er in Christo mit uns
geschlossen hat, sondern der Bund seines Friedens soll nicht
hinfallen, Jes. 54, 10. Solange wir auf Erden sind, steht uns
das Reich des Friedens offen. Solange es heute heißt, ist für
uns des Friedens kein Ende. Stimmen wir mit den Jüngern
ein, und loben wir Gott mit Freuden, mit lauter Stimme:
„Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!“ Luk. 19,
37. 38.
Nun ist groß' Fried' ohn' Unterlaß,
All' Fehd' hat nun ein Ende.
Drum stimmt an mit der Engel Heer:
Gott in der Höhe sei nun Ehr',
Auf Erden Friede jederzeit,
Den Menschen Wonn' und Fröhlichkeit!
J. Herzer.
Unsere diesjährigen Synodalsitzungen.
Mit der Versammlung des Westlichen Distrikts zu Alma,
Mo., sind unsere diesjährigen Synodalsitzungen zum Abschluß
gekommen. Es wurden derselben im ganzen 22 abgehalten.
Gegen 4600 Synodale, die Gäste also nicht mitgerechnet, nah⸗
men daran teil. Sie waren aus allen Teilen der Vereinigten
Staaten und Canadas sowie aus Brasilien und Argentinien
zusammengekommen und hatten zum Teil weite und kostspielige
Reisen zurückzulegen, um den Versammlungsort zu erreichen.
über die einzelnen Synoden ist bereits im „Lutheraner“ be⸗
richtet worden, aber es wird gewiß nicht überflüssig sein, wenn
noch einige, alle Distriktssynoden zusammenfassende Bemer⸗
kungen hier stattfinden; sind doch unsere Synoden überaus
wichtig zur Betreibung der kirchlichen Arbeit, die der freund⸗
liche Gott uns zugewiesen hat.
1. Manche Distrikte haben Schwierigkeit, die Synoden zu
beherbergen. Es liegt dies vornehmlich daran, daß sie stark
gewachsen sind und nur eine geringe Zahl Gemeinden haben,
die ein so großes Volk bewirten können. Aber mit Recht
sträubt man sich gegen den sogenannten Hotelplan und ver⸗
sucht, anderweitig Abhilfe zu schaffen So wurde in Minne⸗
sota die letzte Synode in unserm Concordia-College zu St. Paul
einquartiert, während in andern Distrikten eine Gruppe von
benachbarten Gemeinden die Bewirtung besorgte.
2. Der Verkehr der Synodalen untereinander ist noch
immer herzlich und brüderlich. Wohltuend berührt es, daß
keine Kluft zwischen Pastoren, Lehrern und Deputierten sich
zeigt, sondern alle zwanglos und einmütig die Reichssachen
ihres Gottes beraten. Und so soll es sein; denn unser Hei—
land spricht: „Einer ist euer Meister, Christus; ihr aber seid
alle Brüder.“
3. Der beste Teil der Sitzungen, die Vormittagsstunden,
wurde auf allen Synoden fast ausschließlich den Lehrverhand—
lungen gewidmet. Hie und da kommt es leider vor, daß sich
die Geschäftsverhandlungen ungebührlich vordrängen wollen.
Am lebhaftesten waren die Lehrbesprechungen, wenn eine Haupt⸗
lehre der Heiligen Schrift, eine Katechismuswahrheit, vorge⸗
tragen wurde. Wir tun gewiß wohl daran, wenn wir auf
unsern Synoden die großen Heilswahrheiten inimer wieder
treiben. Das gibt erkenntnisreiche, in Gottes Wort gegründete
Christen.
4. Unter den Geschäftsverhandlungen nahm die erste Stelle
ein die Besprechung unserer Lehranstalten und unserer Mis⸗
sionen und unter den Missionen die Innere Mission des eigenen
Distrikts. Wenn man bedenkt, wie viele Türen der liebe Gott
uns hier in Nordamerika aufgetan hat und noch fortwährend
auftut, so wird man überwältigt von der Größe der Aufgabe.
Auf mehreren Synoden waren große Karten ausgehängt und
mit Fähnlein versehen, die unsere Gemeinden und Predigtplätze
Diese erinnerten an das Wort des 84. Psalms: *
„Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von —
Herzen dir nachwandeln, die durch das Jammertal gehen und
darstellten.
machen daselbst Brunnen. Und die Lehrer werden mit viel
Segen geschmückt; sie erhalten einen Sieg nach dem andern,
daß man sehen muß, der rechte Gott sei zu Zion.“ Große
Gebiete, die noch vor einigen Jahren wasserleer waren, sind
durch unsere Reiseprediger in lustige Gärten verwandelt wor⸗
den, in denen viele sich satt trinken an den lebendigen Wasser⸗
quellen. Wir wollen daher noch fleißiger als bislang unsere
Lehranstalten hegen und pflegen und für die Innere Mission
willig und reichlich Gaben opfern.
Eine ganze Anzahl Distrikte hat, vornehmlich durch An—
regung der Deputierten, den Gehalt unserer Reiseprediger er⸗
höht. Es steht jetzt so, daß der geringste Durchschnittsgehalt
unserer Reiseprediger sich auf 5600 beläuft. In manchen
Fällen wird dann noch ein besonderer Zuschuß gewährt. Die
selbständigen Gemeinden sollten nun dem Vorbilde der Synoden
folgen und den Gehalt ihrer Prediger und Lehrer ebenfalls,
wo nötig, revidieren und den Verhältnissen gemäß erhöhen.
Der Ruhm einer Gemeinde, die wohlhabend geworden ist und
ihrem Pastor und Lehrer noch immer denselben Gehalt aus—
zahlt wie in den Tagen ihrer Armut, ist vor Gott und Men⸗
schen nicht fein.
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