Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 26 › Seite 496
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 21. Dezember 1915, Seite 496
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Vorſteher 1
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führungen des Referats schlossen sich hauptsächlich an Luthers
drei gewaltige Schriften aus dem Jahre 1520 an: „An den
christlichen Adel deutscher Nation“, „Von der babylonischen Ge—
fangenschaft der Kirche“ und „Von der Freiheit eines Christen—
menschen“. Diese drei Schriften wurden ihrem Inhalt und
ihrer Wirkung nach so charakterisiert: „War das Buch „An
den christlichen Adel deutscher Nation' der Scheinwerfer,
der die Zustände am Ausgang des Mittelalters ins helle Licht
setzte; war die Schrift ‚Von der babylonischen Gefangenschaft
der Kirches der große Mörser, der die falschen Ansprüche,
auf welche das Papsttum seine Zwingburg aufgebaut hatte,
zertrümmerte, so müssen wir die dritte große Reformations—
schrift, Von der Freiheit eines Christenmenschen“é, den sieg—
reichen Einzug des Evangeliums in der Christenheit, die
in der Gefangenschaft des Antichristen so lange geseufzt hatte,
nennen. Es ist die köstlichste aller Reformationsschriften
Luthers. Es war nun Tagesanbruch.“
Wir hören, daß Pastoren im Sinne haben, dieses Referat
mit ihren Gemieinden durchzunehmen zur Vorbereitung auf
das Jubiläum der Reformation. Denen möchten wir raten,
dabei recht ausgiebigen Gebrauch von den genannten Schriften
Luthers zu machen. Unser Volk hört darüber am liebsten
Luthers eigene Worte.
Der Allgemeine Präses hielt dem Distrikt einen Vortrag
über das Werk der Allgemeinen Synode: über ihre Lehr—
anstalten, die Synodalkasse, Innere und Außere Mission. Für
die Synodalkasse benötigt die Synode jährlich etwa §175,000.
Auf etwa §90,000 können wir aus unserm Verlagshaus rech—
nen; das übrige müssen die Gemeinden unter sich sammeln.
Erfreulich war da eine Zusammenstellung des Präses, woraus
man sehen konnte, daß unsere lieben Gemeinden in diesem
Werke zunehmen. Im Jahre 1911 wurden §26,000 kollek—
tiert, 1912 542,000, 1913 §75,000, 1914 886,000, und in
diesem Jahre, hoffe er, würden es §90,000 werden. Auch
die für die Baukasse bewilligte Summe werde, das hoffe er,
in den drei Jahren einkommen; und er ermunterte die Ge—
meinden durch ihre Vertreter, bald und reichlich an dieser
Sammlung sich zu beteiligen. über unsere Innere Mission
sagte er: 450 Reiseprediger bedienen gegen 1000 Gemeinden
und Predigtplätze. 25 Prozent aller unserer Gemeinden und
Predigtplätze stehen unter der Missionskommission. Unsere
110 Kandidaten in diesem Jahre wuͤrden fast alle in den Mis—
sionsdienst gestellt. Es hat da ein großer Umschwung statt—
gefunden. Die Einwanderung hat fast aufgehört, das Re⸗
gierungsland ist weggegeben, nicht mehr kolonienartig siedeln
die Leute sich an, sondern sie zerstreuen sich weit; daher haben
die Reiseprediger viel zu reisen, und es gibt viele kleine Ge—
meinden. Manche Distrikte haben ein großes Missionsgebiet
und bedürfen zur Bestellung derselben der Unterstützung der
älteren Distrikte. Dafür sind jährlich etwa §50,000 nötig.
über die Innere Mission des Distrikts berichtete P. E.
Runge. Das Werk nimmt seinen gesegneten Fortgang. In Mis⸗
souri, Arkansas und Tennessee missionieren wir an 60 Plätzen.
Die Mittel zum Betreiben des Werkes wurden von den Ge—
meinden dargereicht; aber wir können mehr brauchen, um mehr
an die Allgemeine Kasse abgeben zu können.
Es berichteten noch: über die Negermission P. Drewes,
über Heidenmission P. Kretzschmar, über Stadtmission P. Herz—
berger, über die Kirchbaukasse P. Bartels, über das Hospital
und das Altenheim in St. Louis P. Feddersen, über das
Waisenhaus P. Hallerberg. Herr Seuel redete über das Pub-
lishing House und über die Synodalkasse. P. Brüggemann
berichtete über die Versammlung der Synodalkonferenz im
Jahre 1914.
Am Freitagabend hielt P. Kleimann eine Schulpredigt,
am Montagabend P. J. Müller die Pastoralpredigt. Am
Donnerstagabend hielt P. Jesse einen interessanten Vortrag
mit Lichtbildern über Negermission, und am Sonntagabend
hielt der lutherische Indianer Sam. Miller einen Vortrag über
die Indianermission.
Die Wahl ergab folgendes Resultat: Präses: P. J. J.
Bernthal; erster Vizepräses: l'. F. Brust; zweiter Vizepräses:
‚'. J. H. C. Fritz; Sekretär: Prof. W. Arndt; Kassierer:
'. H. Kellermann; Missionskommission: PP. J. H. C. Fritz,
W. Hallerberg, F. W. Weidmann, E. Marzinski; Herr Theo.
Lange. Die St. Trinitatisgemeinde zu St. Louis hatte ge—
beten, daß man bei der Wahl eines Präses von ihrem Pastor
absehen möchte. Als aber Präses Bernthal wiedergewählt
wurde, wurde ein Komitee gewählt, das jener lieben Gemeinde
die Gründe dafür angeben und sie bitten soll, noch weiterhin
der Synode das Opfer zu bringen.
Als Delegaten für die nächste Synodalkonferenz wurden
erwählt: PP. A. H. Poppe, W. Richter, G. Müller; die Lehrer
H. W. C. Waltke und H. F. Bade; und die Dreieinigkeits—
gemeinde zu St. Louis soll aus ihrer Mitte einen Laien—
delegaten wählen.
Mit Bezug auf die künftige Beherbergung der Synode
wurde folgendes beschlossen: 1. die Synode auf dieselbe Weise
zu beherbergen wie bisher; 2. daß die Extraunkosten vom
Distrikt getragen werden sollen; 3. daß die nötige Summe zur
Bestreitung der Ausgaben gleichmäßig auf die anwesenden Syn—
odalen verteilt werden soll. Die letzte Bestimmung soll jedoch
keinen Bezug haben auf die Gemeinden außerhalb des Staates
Missouri.
Was die Verteilung der neuen Synodalberichte anbelangt,
so beschloß die Synode, daß die Gemeinden selbst innerhalb der
nächsten zwei Monate ihre Bestellungen beim Concordia pub—
lishing House machen sollten.
Seine nächste Sitzung wird der Distrikt, will's Gott, im
nächsten Jahre in der Immanuelsgemeinde zu St. Charles
halten. E. P.
Vom Amte der Laienältesten oder Vorsteher.
III. Vom Verhältnis der Vorsteher zur Gemeinde.
Wo eine christliche Gemeinde das Amt der Laienältesten
unter sich errichtet, da tut sie dies in christlicher Freiheit. Die
Heilige Schrift enthält keinen Befehl, daß christliche Gemeinden
das Vorsteheramt unter sich haben müssen. Sie sagt auch nicht,
auf welche Weise und wie viele Vorsteher zu wählen sind, wo
dieses Amt besteht. Sie schreibt auch keine bestimmten Ver—
richtungen vor, mit denen die Vorsteher betraut oder beauf—
tragt werden sollen. Hieraus ergibt sich alles, was wir über
das Verhältnis der Vorsteher zur Gemeinde zu sagen haben.
1. Die Gemeinde handelt in christlicher Freiheit, wenn
sie überhaupt Vorsteher erwählt. Der Laiendienst
bestand ganz offenbar nicht in der ersten christlichen Gemeinde
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