Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 57, Nummer 25 › Seite 391

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 10. Dezember 1901, Seite 391

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ö SN Er „Tutheranes 391
für 512.00 (ohne Bilder, gebunden in Lederrücken). Der Text Pittsburg, Philadelphia und New Pork.“ Unter den Gegenständen,

ist natürlich in allen Ausgaben derselbe, und ebenso finden sich
in allen die obengenannten werthvollen Beigaben. Zu beziehen
ist das Werk von dem Verleger, F. Dette, 505 Franklin Ave.,
St. Louis, Mo., oder auch vom Concordia Publishing House,

St. Louis, Mo.

Summa, wer einem Prediger oder Schullehrer, einem
Studenten oder Seminaristen, einem Familienvater oder einem
Brautpaare ein überaus nützliches und schönes Geschenk machen
will, der greife nach dem bewährten Weimarischen Bibel⸗
werk. L. F.

Zur kirchlichen Chronik.

Ameriea.

Eine reiche Gabe ist bei dem Kassirer des Oestlichen Districts
unserer Synode eingegangen, wie aus dessen Quittung an anderer
Stelle der heutigen Nummer ersichtlich ist. Ein ungenannter Lieb⸗
haber des Reiches Christi hat 31000 für Innere Mission, 51000 für
Negermission und 8 1000 für die Mission in Brasilien geschenkt und
damit gerade die Missionskassen unterstützt, an die in den nächsten
Monaten und fortgehend große Anforderungen gestellt werden. Der
HErr, dem der freundliche Geber bekannt ist, wolle ihm ein reicher
Vergelter sein, seine Gabe gnädig segnen und sein Exempel anderen
zur Ermunterung und Reizung dienen lassen. „Euer Exempel hat
viele gereizet“, 2 Cor. 9, 2. L. F.

Die lutherische Predigt und die Angloamericaner. Das
„Gemeindeblatt“ der Schwestersynode von Wisconsin schreibt: „In
einer Chicagoer weltlichen Zeitung lesen wir, daß hochgebildete reli⸗
giösgesinnte Englisch⸗Americaner, welche der deutschen Sprache
kundig sind, vielfach deutschen Gottesdienst dem englischen vor⸗
ziehen, weil der deutsche mehr zu Herzen spreche. Der Grund hiervon
durfte nicht bloß die Sprache sein. In den englischen Sectenkirchen
bekommen die Hörer der Predigt meist seichtes Gerede aus dem Gebiet
der Vernunftspeculation über Gott und göttliche Dinge, der Moral,
der politischen und gesellschaftlichen Tagesfragen zu hören, oder es
wird einseitig auf die Gefühlserregung hingewirkt, die sich rasch ver⸗
flüchtigt. Das alles kann ja ein nach Wahrheit über Gott und gött⸗
liche Dinge, über das Verhältniß zwischen Gott und den Menschen
suchendes Menschenherz nicht befriedigen. Nur die von Gott geoffen⸗
barte Wahrheit selbst, das Evangelium als Kraft Gottes, kann Gewiß⸗
heit, Trost und Frieden geben. In den lutherischen Kirchen wird
den Seelen das reine Wort der Wahrheit gepredigt, des Gesetzes wie
des Evangeliums, und die Hörer empfangen etwas Gewisses, Sicheres
für ihr Herz, das ihnen Halt im Leben und Sterben gewährt, das
lautere Evangelium.“ Ja, möchte die lutherische Kirche das Licht, das
Gott ihr in Gnaden geschenkt hat, hier in diesem Lande nicht unter den
Scheffel sielen, sondern sich recht als Stadt auf dem Berge erweisen.

F. P.

General Couneil und englische Mission. Wir lesen im
„Lutherischen Herold“: „Nach einem Beschluß des Generalconcils
wird die Kirchenausbreitungsgesellschaft sechs Missionsconferenzen
innerhalb der nächsten zwei Jahre abhalten, um das Interesse am eng⸗
lischen einheimischen Missionswerk zu fördern. Die Conferenzen sollen
an folgenden Orten gehalten werden und zwei Tage dauern: am 10.
und 11. December in La Crosse, Wis.; am 12. und 13. December
in Chicago; am 17. und 18. December innerhalb der Grenzen der
englisch⸗lutherischen Districtssynode von Ohio; und außer diesen in

die bei diesen Conferenzen besprochen werden sollen, finden wir auch
die folgenden: „Hervorragende Städte als Missionsfelder, z. B. für
die Chicago⸗Synode, Chicago ꝛc.“, „Westliche Missionsfelder“C. Das
General Council scheint noch immer an der Vorstellung zu leiden,
daß es berufen sei, auch in dem Gebiet der Synodalconferenz die „eng⸗
lische“ Mission zu besorgen. Das ist eine grobe Verkennung des Be⸗
rufs. Wenn das Council es mit der lutherischen Kirche gut meint,
dann bleibt es aus dem Gebiet der Synodalconferenz weg. Seine
Versuche, sich in diesem Gebiet festzusetzen, sind gleichbedeutend mit
dem Versuch, den in östlichen Synoden üblichen Schlendrian, z. B. die
Vernachlässigung der Gemeindeschulen, auch in den Westen zu ver⸗
pflanzen. F. P.
General Couneil und Gemeindeschule. Das „Lutherische
Kirchenblatt“ von Philadelphia, das innerhalb des General Council
erscheint, schreibt: „Das „Kirchenblatt der Jowa⸗Synode schreibt in
seinem Bericht über die Versammlung des Generalconcils: „Ein⸗
gehend wurde auch auf dem Concil über das Erziehungswesen verhan⸗
delt. Was aber von dem „eingehend“ nach unserem Standpunkt
zu halten ist, geht wohl daraus hervor, daß in keinem der vorliegen⸗
den Berichte das Wort „Gemeindeschule“ auch nur vorkommt. Lei⸗
der ist das so. Das Generalconcil erkennt seine allerwichtigste Auf⸗
gabe nicht eimnal.“ Solange eine kirchliche Gemeinschaft ihre Jugend
noch in den religionslosen Staatsschulen aufwachsen läßt, kann sie
nicht sagen, daß es ihr mit der kirchlichen Arbeit ein rechter Ernst sei.

F. P.

Wie ungescheut innerhalb des lutherischen Generalconcils
Kanzelgemeinschaft mit Falschgläubigen geübt wird und geübt werden
darf, zeigt folgendes Vorkommniß, das keineswegs vereinzelt dasteht.
Das „von einer Anzahl Pastoren des Generalconcils“ herausgegebene
„Luth. Kirchenblatt“ berichtet: „In Rohrerstown, bei Lancaster, Pa.,
wurde am 17. November die neue lutherische Kirche eingeweiht durch
P. J. Darmstätter. Die Präsidenten der Synode und Conferenz hiel⸗
ten am Sonntag die Festpredigten. Am Dienstag predigte der refor⸗
mirte P. T. Derr von Lancaster, am Mittwoch der Mennonitenpredi⸗
ger Rev. A. Wenger von Millersville, Pa., und am Donnerstag Rev.
MeGurie von Rohrerstown.“ P. Darmstätter gehört zum Ministe⸗
rium von Pennsylvania, und die erwähnten Präsidenten sind also die
Beamten der ältesten Synode des Generalconcils. So haben auch auf
der kürzlich abgehaltenen Versammlung des Generalconcils in Lima, O.,
angesehene Delegaten auf Kanzeln falschgläubiger Kirchen gepredigt.
Solche Vorkommnisse zeigen deutlich, wie tief die unlutherische Praxis
dort Wurzel geschlagen hat; denn nach Gottes Wort und Luthers
Lehre sind lutherische Kanzeln nur für lutherische Pastoren da, und
falsche Propheten soll man nicht zum Predigen einladen, sondern sich
vielmehr vor ihnen vorsehen und hüten. Solche Vorkommnisse mögen
sich aber auch diejenigen merken, die da meinen, es sei kein Unterschied
zwischen „lutherisch“ und „lutherisch“, zwischen der Synodalconferenz
und dem Generalconcil. L. F.

Die Campbelliten oder Disciples of Christ“ zeigen ein reges
Interesse und einen großen Eifer für das Werk der Heidenmission.
Als sie im October ihre Jahresversammlung in Minneapolis, Minn.,
abhielten, konnte der Schatzmeister über eine Jahreseinnahme von
9611,000 berichten. Ueber 300 Personen stehen im Dienste der Hei⸗
denmission. — Hingegen klagt die Missionsbehörde der Presbyte⸗
rianer über den Mangel an jungen Männern, die bereit wären, sich
als Heidenmissionare aussenden zu lassen. Sie hat deshalb ein Schrei⸗
ben an alle presbyterianischen Predigerseminare gerichtet, in dem die
Professoren ersucht werden, die Heidenmission den theologischen Stu⸗
denten, die sie zum Predigtamte ausbilden, ans Herz zu legen und
mehr Lust und Liebe dafür bei ihnen zu wecken. L. F.

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