Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 63, Nummer 14 › Seite 210

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 2. Juli 1907, Seite 210

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirchenzucht · Vernunft 7

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Apostel 1 Thess. 5, 12. 13, „daß ihr erkennet, die an euch
arbeiten und euch vorstehen in dem HErrn und euch ermahnen.
Habt sie desto lieber um ihres Werks willen und seid friedsam
mit ihnen.“ — Endlich viertens sollen die Zuhörer ihren Pre—
digern auch gehorchen und folgen in allem, was der HErr durch
sie redet, laut Hebr. 13, 17: „Gehorchet euren Lehrern und
folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da
Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie das mit Freuden
tun und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut.“ O wie
herrlich stünde es im Hause Gottes, wenn ein jeder der Haus⸗
genossen und Diener seine Lektion wohl lernte und übte! —
Die übrigen Stücke der Haustafel sollen auf Beschluß der
Synode in späteren Sitzungen besprochen werden.

Das Missionswerk innerhalb unsers Distrikts hat seinen

ruhigen und gesegneten Fortgang gehabt. Neunzehn Felder
werden bearbeitet, und andere stehen in Aussicht; der Arbeiter
aber sind immer noch zu wenige. An der nötigen Unterstützung
hat es nicht gefehlt, doch dürfen wir auch in diesem Stücke
immer völliger werden. Die Missionskommission wurde er⸗
mächtigt, die Gehälter der Missionare je nach Bedürfnis zu
erhöhen. — Die Taubstummenanstalt in North Detroit tut
weiter in Treue und Ausdauer ihre segensreiche Arbeit an den
armen Taubstummen und ist fernerer kräftiger Unterstützung
wert. — Unser liebes Altenheim in Monroe bietet noch immer
den dort ihre letzte Zuflucht Suchenden ein wahres Heim und
sorgt treulich für deren Leib und Seele. — Die zu unter⸗
stützenden Prediger- und Lehrerwitwen und -Waisen haben
wieder für ein Jahr das Ihre zur Notdurft bekommen; doch
sollte diese Kasse von den Gemeinden reichlicher bedacht werden.
— Auch die Studentenkasse bittet um mehr. Zur Zahlnng
des letzten Quartals mußten §5200.00 geborgt werden. Das
sollte nicht sein, ihr lieben Christen! Wir ermuntern begabte
junge Leute: Kommt nur und laßt euch ausrüsten zu Arbeitern
für die große Ernte des HErrn, auch wenn es euch an eigenen
Mitteln fehlt; wir wollen helfen; euer Geldmangel soll kein
Hindernis sein. Wohlan, so laßt uns unserm Wort auch tat⸗
kräftigen Nachdruck geben. Der Heiland ist es, der hier unsere
Gaben begehrt. — Brasilien, das große und aussichtsvolle
Missionsfeld unserer Synode in der Ferne, wurde dringend
recht eifriger Unterstützung empfohlen. Mehrere tausend Dol⸗
lars sind da jährlich nötig, soll das Werk recht betrieben werden.
Herrlich sind aber auch die Erfolge, deren man sich schon jetzt
erfreuen darf. Bereits über 8000 Seelen werden dort von
unsern Arbeitern geistlich versorgt. „Und wie viel mehr könnte
erzielt werden, wenn wir nur mehr Arbeiter daselbst hätten!
Zehn Predigtamts⸗ und zwei Lehramtskandidaten begehrte
dieser Missionsdistrikt unserer Synode dies Jahr, aber nur die
Hälfte konnte ihm gewährt werden. — Die Ausbildung von
immer mehr Arbeitern liegt uns noch immer dringend ob.
Darum sollten wir aber auch unsere Hauptkasse, die Synodal⸗
kasse, vor allem reichlich und immer reichlicher bedenken. Diese
dient ja gerade dazu, solche Ausbildung zu ermöglichen. Gott
Lob, alle Anstalten unserer Synode sind noch in gutem Zu—
stande, und alle Arbeit in ihnen, laut Berichts des Allgemeinen
Präses, wird in Treue und mit gesegnetem Erfolg getan. —
Auch das Werk der Negermission gedeiht, und alle andern
Missionen unserer lieben Synode spüren Gottes Segen.
O welch glückliche Leute sind wir doch, daß wir so des
SErrn Werk treiben dürfen und sein Segen bei uns ist! Er

segne in Gnaden auch ferner das Werk unserer Hände zu seines
heiligen Namens Ehre und vieler Seelen Heil!

Die nächste Versammlung unsers Distrikts wird, geliebt
es Gott, in Grand Rapids stattfinden. Der lieben Gemeinde

zu Frankenmuth aber sei noch zum Schluß ein herzliches „Ver⸗

gelt's Gott!“ zugerufen für ihre reiche Gastfreundschaft, die
sie uns erwiesen hat. Auf Wiodersehen!
J. F. Müller.

Versammlung des Atlantischen Distrikts.

Die erste Versammlung dieses unsers Distrikts wurde vom
5. bis zum 11. Juni in Boston, Mass., in der Dreieinigkeitskirche
P. A. Biewends gehalten. An der Beherbergung der Synode
beteiligten sich auch die Zionsgemeinde P. H. Birkners und die
Immanuelsgemeinde P. F. Wurls. Die Frauenvereine der
drei Gemeinden sorgten für ein gemeinschaftliches Mittags⸗
mahl. Das Schriftwort: „Herberget gerne!“ haben die lieben
Christen in Boston wohl gelernt und geübt.

Von den 94 Pastoren und Professoren des Distrikts waren
82, von den 21 Lehrern 16 anwesend, und 49 Gemeinden
waren durch Deputierte vertreten.

Die Eröffnung der Synode geschah durch einen feierlichen
Gottesdienst, in welchem der Vizepräses der Allgemeinen Sy⸗
node, P. P. Brand, über Hebr. 10, 23—25 eine Predigt hielt

und eine reiche Fülle des Trostes, der Belehrung und der Er⸗

mahnung darbot.

Unser Distriktspräses, P. L. Schulze, gründete seine Syno—
dalrede auf das Pfalmwort: „Im Namen unsers Gottes wer⸗
fen wir Panier auf.“ Er wies darauf hin, daß wir Christen,
besonders wir Lutheraner, obwohl wir, als Kinder des Friede⸗
fürsten, den Frieden lieben, dennoch gezwungen sind zu
kämpfen. Denn der Teufel, die falschen Lehrer und die Welt
greifen uns an; und wir müssen uns wehren. Wir führen
unsern Kampf aber nicht mit fleischlichen Waffen und im Selbst⸗
vertrauen, sondern mit dem Schwert des Geistes, dem Wort
Gottes, und in der Zuversicht, daß der Gott, der uns zum
heiligen Kampf ruft, uns auch den Sieg verleihen werde. Auch
unsere erste Versammlung als neuabgezweigter Distrikt solle
uns dazu dienen, uns anzuspornen, recht zu kämpfen im Namen
umsers Gottes und treu zu bleiben bis in den Tod.

Uni diesen Zweck zu erreichen, beschäftigte die Synode sich
vornehmlich mit Lehrverhandlungen, und zwar wurde nicht nur
der größte Teil der Vormittagssitzungen, sondern auch eine
Stunde von jeder Nachmittagssitzung auf die Lehrbesprechungen
verwandt. Sehr erfreulich war es wahrzunehmen, daß die Ge⸗
meindedeputierten nicht nur zuhörten, sondern auch mitredeten.

Zwei Arbeiten lagen zur Besprechung vor. Die erste hatte
Vizepräses Merkel mit großem Fleiß ausgearbeitet. Sie han⸗

delte „von der Vernunft und ihrem Gebrauche, sonderlich in

Sachen der Religion“. Der Referent zeigte, welch eine herr⸗
liche Gabe Gottes die Vernunft ist, und wie selbst jetzt nach dem
Sündenfall durch den Gebrauch der Vernunft die Menschen
erstaunliche Dinge auf dem Gebiete der Künste, der Wissen⸗
schaften und der Erfindung leisten.
gion ist die Vernunft nicht ein sicherer Führer, sondern da be⸗
darf der Mensch der Offenbarung Gottes in der Schrift, für
welche Gott nicht völliges Verständnis, sondern den Glauben

Aber in Sachen der Reli⸗

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