Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 63, Nummer 14 › Seite 213

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 2. Juli 1907, Seite 213

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirchenzucht

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Verständnis, sondern nur Hohn und Spott. Der Artikel von
der Auferstehung ist über die Vernunft, ist ihr ein unbegreif⸗
liches Geheimnis, trotz alledem aber nicht wider die Vernunft;
denn Gott ist allmächtig, und nichts ist ihm unmöglich. Ist
Gott, wie wir mit fester Zuversicht glauben und bekennen, all⸗
mächtig, so kann er auch die Toten autferwecken. — Hier folgten
dann Schriftstellen Alten und Neuen Testaments als Beweise
der Allmacht Gottes, die sich auf die Auferstehung bezogen.
Als erste Beweisstelle wurde angeführt 1 Mos. 3, 15: „Ich
will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen
deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf
zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“ In dieser
Weissagung haben wir ein Zeugnis von der überwindung des
Todes durch die Auferstehung. Ferner in Jes. 26, 19, wo es
heißt: „Deine Toten werden leben und mit dem Leichnam auf⸗
erstehen.“ Der Prophet sieht im Geiste, daß die Toten wieder
leben und ihre Leichname anferstehen werden. Dann die be⸗

kannten Stellen Dan. 12, 2 und Hiob 19, 25—27. Man sagt,

die alttestamentlichen Gläubigen hätten wenig oder nichts ge—
wußt von der Auferstehung des Fleisches. Doch das ist ein
Irrtum. Wie verbreitet der Glaube an die Auferstehung war,
sehen wir zum Beispiel an den Märtyrerbrüdern und deren
Mutter, 2 Makk. 7; ferner bei Martha, die zu dem SHErrn
sagte: „Ich weiß wohl, daß mein Bruder auferstehen wird in
der Auferstehnng am Jüngsten Tage.“ Der Referent ging
dann über zu den Beweisstellen im Neuen Testament. Be⸗
sonderer Nachdruck wurde gelegt auf 1 Kor. 15, den Sitz dieser
Lehre im Neuen Testament. Es wurde dann ausgeführt, wie
dieser Glaube an die Auferstehung des Fleisches genährt wird
durch die Auferstehung Christi, die als Beispiel dient, daß ein
Lebendigwerden aus dem Tode möglich ist, und die ein Vor⸗
spiel unserer künftigen Auferstehung ist, 1 Kor. 15, 20. So⸗
dann ist sie ein Unterpfand für unsere Auferstehung. Das
Leben des Heilandes ist das Unterpfand für unser Leben; in
seiner Auferstehung ist die unsrige enthalten. Christi Aufer⸗
stehung wird in der Heiligen Schrift als die bewirkende Ursache
und Quelle unserer Auferstehung dargestellt. Der HErr sagt:
„Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ Und endlich kann Christi
Auferstehung die unsrige dadurch verbürgen, daß sie sein für
uns erfochtener, tatsächlicher Sieg über den Tod ift. — Zur
Befestigung unsers Glaubens an die Anferstehung kann ferner
dienen die Ausübung der göttlichen Gerechtigkeit. Gottes Ge—
rechtigkeit fordert es, daß er nichts Gutes unbelohnt, aber auch
nichts Böses ungestraft lasse.
Vernnuft, sondern Gott sagt in seinem Worte: „Wir müssen
alle offenbar werden vor dem Richtstuhl Christi.“ Ein jeg⸗
licher soll seinen Lohn oder seine Strafe empfangen, je nach⸗
dem, was durch den Leib geschehen ist. .— Sodann folgten
Vorbilder und Gleichnisse: die durch die Propheten, Christum,
und die Apostel Anferweckten, sowie die Auferstandenen beim
Tode und bei der Auferstehung des HErrn.

In der zweiten These kam zur Ausführung, daß die Auf⸗
erstehung des Fleisches ein Wunderwerk des dreieinigen Gottes,
insonderheit des Heiligen Geistes sei.
schieht am Jüngsten Tage, wie aus 1 Kor. 15, 51. 52 hervor⸗
geht: „Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle
verwandelt werden, und dasselbige in einem Augenblick, zu
der Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune
schallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und

Das schließt man nicht aus der

Diese Auferstehung ge⸗

wir werden verwandelt werden.“ Die letzte Pofaune bezeich⸗
net das Ende der Welt, den Jüngsten Tag. Diese Auferstehung
folgt bei der Wiederkunft des HErrn. Hier wurde den Chi⸗
liasten, die eine Auferstehung zu einer andern Zeit lehren,
gegenüber betont, daß es nur eine Wiederkunft des HErrn
gibt, die geschehe am Jüngsten Tage. Am Jüngsten Tage
werden alle Toten aufersiehen, denn es heißt nach der Schrift
im dritten Artikel: „Der Heilige Geist wird mich und alle
Toten auferwecken“, nicht nur die Gläubigen und Frommen,
sondern auch die Gottlosen und Ungläubigen. Alle Menschen
sollen offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. Alle
sollen ihren Lohn empfangen; alle müssen darum auferstehen.
Der Referent bemerkte, daß etliche die Auferstehung der Gott⸗
losen leugnen; doch das ist gegen die Schrift. Eine Ausnahme
findet statt bei denen, die bei Christi Auferftehung mit auf⸗
erstanden und sich in Jerusalem zeigten. Dasselbe gilt von
Henoch und Elias, deren Leiber verklärt wurden, als der HErr
sie hinwegnahm. Sobald die Toten auferstanden sind, folgt
die Verwandlung der überlebenden, die darin besteht, daß die
noch Lebenden nicht entkleidet, aber überkleidet werden; Leib
und Seele werden nicht erst getrennt werden. — Auch die Gott⸗
losen erfahren eine Veränderung. Sie werden nicht nur der
Seele nach, sondern nach Seele und Leib gepeinigt werden. —
Eben derselbe Leib, der ins Grab gelegt wurde, wird aufer—
stehen. Es wird kein Luft⸗, Schein⸗ oder Geistleib sein, wie
manche behauptet haben. Der Leib, den wir in der Zeit
trugen, und die Seele, die in diesem Leibe wohnte, werden in
der Ewigkeit vereinigt sein. — Es wurden dann die Eigen—
schaften der Auferstandenen dargelegt. Unsterblichkeit ist allen
eigen. Der Gläubigen Leib wird von allen Gebrechen frei
sein; es wird ein geistlicher, aber kein Geistleib (Gespenst)
sein. Schranken gibt es für ihn keine. Er wird ähnlich sein
dem Leibe Christi, 1 Kor. 15, 53; Phil. 3, 21.

In der dritten These wurde ausgeführt: wie alle Lehren
der Heiligen Schrift nütze sind zur Lehre, Strafé, Besserung,
Züchtigung und zum Trost, so auch der Glaubensartikel von
der Auferstehung des Fleisches. Ein Mensch kann selig ge⸗
storben sein, ohne etwas von der Auferstehung des Fleisches
gehört zu haben. Anders aber steht es, wenn ein Mensch diese
Lehre gehört, aber sie nicht geglaubt hat; der hat keine Hoff—
nung: denn er widerspricht der Auferstehung Christi, und
glauben wir nur in diesem Leben an Christum, so haben wir
keinen Trost. Durch diese Lehre fällt ein klares Licht auf die
Lehre vom Jüngsten Gericht und vom ewigen Leben. Nötig
ist es darum, daß diese Lehre fleißig getrieben wird. — Nützlich
ist diese Lehre zur Strafe, weil hierdurch viele falsche Lehren
offenbar werden. Die Rationalisten, sowie auch viele sich
lutherisch nennende Theologen leugnen diesen Artikel, indem
sie behaupten, er habe mit dem Glauben nichts zu tun. — Für
die Gläubigen ist dieser Artikel ein steter Born des Trostes.
Alle Sorgen, Gebrechen, Krankheiten, Tod und Trauer wer—
den dort ein Ende haben. Troft gibt uns diese Lehre beim
Dahinscheiden unserer Lieben, Trost in unserm eigenen Tode,
daß wir einst wieder hervorgehen sollen aus der Grabeskanuner,
um ewig vereinigt zu sein mit unsern im HErrn entschlafenen
Lieben, und zwar zu ewiger Freude und Wonne. — Schrecklich
ist diese Wahrheit für die Gottlosen. Sterben müssen sie, ob⸗
wohl sie davon nichts hören wollen; und einst sollen sie wieder
auferstehen, aber zur ewigen Schmach und Schande. — Nützlich

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