Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 64, Nummer 17 › Seite 270
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 25. August 1908, Seite 270
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geſangbuch. 9197⁷ · Unzucht
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8er TutheranedS
Allgemeine Innere Missionskommission berichtete, keine Gelder
nach Australien gesandt. Aber wie die Sachen jetzt liegen,
müssen wir beides, Prediger und Geldmittel, hinübersenden
und treulich ziehen helfen an dem übervollen Missionsnetz in
jenem fernen Lande.
Es steht gut bei unsern Brüdern in Australien, gut in der
Lehre, gut im Leben, gut im Eifer um Gottes Ehre und die
Ausbreitung seines Reiches. Helfen wir ihnen, soviel wir nur
können, unser teures lutherisches Zion auch in ihrem sonnigen
Lande bauen und ausbreiten. Das walte Gott! Amen.
F. W. Herzberger.
Arme Studenten.
Ein neues Studienjahr beginnt bald wieder in den höhe⸗
ren Lehranstalten unserer Synode. In mancher unbemittelten
Familie, namentlich in der Familie eines gering besoldeten
Pastors und Lehrers, ist wohl ein Sohn vorhanden, dem Gott
einen frommen Sinn, die nötigen Gaben zum Studium und
Lust und Neigung dazu gegeben hat. Die Eltern erkennen es
als ihre heilige Christenpflicht, diesen Sohn zum Dienst in der
Kirche Gottes ausbilden zu lassen, und sie entschließen sich, ihn
in Gottes Namen auf ein College oder Seminar zu senden, ob
es Gott gefallen möge, ihn zum Dienst in seiner Kirche als
Prediger oder Lehrer zu gebrauchen. Aber so manche Sorge
beschleicht dabei ihr Herz, woher doch die Mittel kommen sollen,
den Sohn auf der Anstalt zu erhalten. Schon die erste Aus⸗
rüstung kostet eine Summe Geldes, die für die unbemittelten
Eltern eine große ist. Aber sie sparen es sich am Munde ab,
im Haushalt wird die äußerste Sparsamkeit geübt, damit der
Sohn das Nötige habe, was er beim Eintritt in die Anstalt
unbedingt haben muß.
Er zieht hin, entlassen mit dem Gebet und der Fürbitte
der Seinen. Der Unterricht beginnt, seine Lehrer freuen sich
über den treuen, lernbegierigen Schüler; die Eltern freuen sich
über das gute Zeugnis, das der Anstaltsdirektor dem Sohn
ausstellt. Aber es vergeht ein Quartal nach dem andern, und
beim Beginn eines jeden muß wieder das Kostgeld eingesandt
werden. Woher das immer wieder nehmen? Die Hälfte des⸗
selben ist vielleicht in der armen Pastors⸗ oder Lehrersfamilie
durch die äußerste Sparsamkeit wieder aufgebracht worden,
aber woher die andere Hälfte nehmen? Und der Sohn braucht
nach Verlauf einiger Monate auch wieder ein Paar Schuhe!
So geht es die ganze Studienzeit hindurch. Der Schüler
braucht immer wieder einmal ein Kleidungsstück, auch so
manches Lehrbuch muß im Laufe der Jahre angeschafft werden;
und die Seinen daheim können die Kosten nicht mehr er⸗
schwingen.
Alljährlich entsteht dann auch noch die Frage: Wie bringen
wir das Reisegeld zusammen, daß unser Sohn heimreisen kann,
wenn die Ferienzeit beginnt; und woher soll es kommen, wenn
er beim Beginn des neuen Schuliahres zur Anstalt zurück⸗
kehren soll?
Das ist ein getreues Bild, wie es sich in mancher unbemit⸗
telten Pastors⸗ und Lehrersfamilie darstellt. Und für wen
sparen sich solche liebe Christenleute die Kosten des Studiums
ihres Sohnes oft vom Munde ab? Haben sie selbst, wenn der
Sohn am Ziel seiner Studienzeit angelangt ist, sein Examen
bestanden hat und in den Dienst der Kirche eintritt, einen irdi⸗
schen Nutzen davon? Durchaus nicht! Oder bekommt Der
Sohn dann einen so reichlichen Gehalt von der Gemeinde, der
er nun mit seinen Gaben und Kräften dienen wird, daß er die
Kosten seines Studiums, wenn auch nurteilweise, den lieben
Eltern zurückerstatten könnte? Nein, auch das nicht!
Wem hat nun jene arme Familie ein solch Opfer gebracht?
Für die Christen, in deren Mitte der junge Mann nun sein
Amt, wozu sie ihn berufen haben, oft mit mancherlei Entbeh⸗
rungen ausrichtet.
Hast du darüber schon einmal recht nachgedacht, lieber
Leser? Du hast schon oft im „Lutheraner“ die Bitte gelesen,
daß man arme Schüler unterstützen möchte. Die Verwalter der
verschiedenen Kassen für arme Studenten bringen oft im
„Lutheraner“ die Bekanntmachung: Unsere Kasse für arme
Studenten ist leer; bis da und dahin ist so und so viel an Kost⸗
geld für die armen Studenten unsers Distrikts nötig; helft,
ihr lieben Christen! Und es gibt, Gott sei Dank, viele Christen,
die ein Herz für arme Studenten haben und ihre Hand willig
auftun und helfen, die mithelfen, daß Gemeinden, die um einen
Prediger oder Lehrer bitten, auch einen solchen bekommen kön⸗
nen; aber die größten Opfer hatten hierbei jene armen Fami⸗
lien gebracht, aus deren Mitte ein Sohn oder mehrere zum
Dienst in der Kirche hingegeben worden sind.
Wie, mein lieber Christ, der du samt deiner Familie die
Segnungen des Predigt⸗ und Schulamtes genießest, willst du
hier müßig zusehen und es andern Christen allein überlassen,
arme Studenten leiblich zu versorgen? Willst du nicht an
einem armen Schüler aus Dankbarkeit das tun, was andere
Christen für dich mit taten, die deinem Pastor oder dem
Lehrer deiner Kinder mit ihren Gaben zum Studium halfen?
Wer für deinen Pastor, wer für den Lehrer deiner Kin⸗
der einst mitgeholfen hat, daß er sein Studium vollenden konnte,
dem wünschest du gewiß, so du anders Gottes Wort lieb hast
und den Segen des Predigt⸗ und Schulamtes erkennst, Gottes
reichen Segen. Wohlan, schließe dich nicht von Gottes Segen
aus, der über die kommt, die, getrieben von wahrer christlicher
Liebe, arme Studenten unterstützen helfen.
D. Luther schreibt:
Knaben findet, den sollte man auf eine höhere Schule schicken.
Ist der Vater arm, so sollten andere Christenleute dazu helfen.
Hier sollten die Reichen ihre Testamente zu geben, wie denn
die getan haben, die etliche Stipendia“ (das ist, Unterstützungs⸗
gelder für arme Studierende) „gestiftet haben. Das möchte
ein löblich, christlich Testament sein; da hätte Gott Lust zu
und Gefallen daran, und er würde dich wiederum segnen und
ehren, daß du auch Lust und Freude daran haben würdest.
Wohlan, ich hab's gesagt, ihr lieben Christen habt euren Pro⸗
pheten gehört. Gott gebe uns, daß wir seinem Worte folgen
zu Lob und Dank unserm lieben HErrn Christo für sein teures
Blut, das er für uns so mildiglich vergossen. Er behüte uns
vor dem greulichen Laster der Undankbarkeit und Vergessung
seiner Wohltaten! Und so auch hinfort die Lehre des Evangelii
rein auf der Kanzel soll bleiben, daß auch unsere Nachkommen
sie haben und hören mögen, so ist man nicht allein schuldig,
die Kirchendiener zu versorgen, sondern auch mit allem Fleiß
daran zu sein, daß die hohen Schulen mit tüchtigen Personen
bestellt werden, denen man ihren Unterhalt auch treulich reiche,
damit Leute mögen auferzogen werden, die nicht allein schlichte,
„Wo man einen frommen, begabten
—
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