Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 68, Nummer 11 › Seite 165
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. Mai 1912, Seite 165
Scan: Internet Archive item DerLutheraner68_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Pfingſten
S*
— V
23———— — —
iegen mitten durch den
Himmiel, der hatte tin emig
Cyangelium, zu uerkündigen
denen, die auf Erden sißen
und wohnen, und allen Hei-
deu, und Se schlechtern, und
Spruchen, und Völkern, und
sprach mit großer Stimmt:
Lürchter Golt. und gebel
inn die Ehre; denn die Stit.
seines Gerichts in Konmen,
und betei an den, der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
AReer, und die Wasser⸗
brunnen. Ofsb. Joh. 14, 6.7
1 — —
Herausgegeben von der ZDeutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkolleginm des theologischen Semiuars in St. Lonis.
68. Jahrgang.
St. Louis, Wo., den 28. Mai 1912.
Nr. 11.
Pfingstgebet.
Fülle mich mit deinen Gaben;
Ach, komm selbst zu mir herein!
Denn ich muß dich selber haben;
Laß mich deine Wohnung sein!
Laß in deinem Licht mich sehen
Und aus Kraft in Kräfte gehen.
Komm, du sanfter Gnadenregen,
Komm, du Geist der Herrlichkeit;
Komm, du Segen aller Segen,
Mache du mich selbst bereit,
Dich mit wartendem Verlangen
Hier begierig zu empfangen.
So kann ich den HErrn erkennen,
Der mein Gottversöhner ist,
Und ihn freudig Heiland nennen,
Meinen HErrn und meinen Christ;
Ja, so darf ich Abba beten
Und als Kind zum Vater treten.
Pfing sten.
Eine wunderbare Begebenheit erzählt uns die Pfingst⸗
geschichte. Die Apostel waren einmütiglich beieinander, wie
ihr Meister bei seiner Himmelfahrt ihnen geboten hatte, „daß
sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Ver⸗
heißung des Vaters, welche ihr habt gehöret von mir. Denn
Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem
Heiligen Geiste getauft werden nicht lange nach diesen Tagen“,
Apost. 1, 5. Das ging jetzt in Erfüllung. Es geschah ein
Vrausen vom Himmel als von einem gewaltigen Winde, es
schwebte wie feurige Zungen über den Häuptern der Apostel,
und sie redeten nun in mancherlei Sprachen. Von der Menge
aus allerlei Volk hörte ein jeglicher, wie diese Galiläer in seiner
Sprache die großen Taten Gottes redeten. Die Menge wun⸗
derte sich, wurde bestürzt, entsetzte sich, wurde irre, und einer
sprach zum andern: „Was will das werden?“
Aber das Pfingstereignis ist nicht nur ein wunderbares,
sondern auch ein segensreiches. Gott tut nie etwas Wunder⸗
bares, bloß weil es wunderbar ist, sondern alles, was Gott in
seiner Kirche tut, dient dem großen Doppelzweck: der Ehre
Gottes und der Seligkeit der Menschen. So fragen wir auch:
Was haben wir von jener wunderbaren Ausgießung des Hei⸗
ligen Geistes?
Wir haben dies davon: da wurden die Apostel ausgerüstet
zu Lehrern der ganzen Christenheit zu allen Zeiten. Die Apo⸗
stel hatten ein besonderes Amt, zu dem sie berufen waren. Sie
sollten Christi Zeugen sein bis an das Ende der Erde, sollten
das Evangelium aller Kreatur predigen. Das war ein schweres
Amt, ein großer Auftrag. Dazu waren sie von Natur gar
nicht befähigt. Es fehlte ihnen dazu einmal an der nötigen
Erkenntnis. Wer andere lehren soll, muß selber eine gute
Erkenntnis haben. Und sie waren noch so schwach in der Er⸗
kenntnis. Sie waren aus Galiläa, und von da erwartete man
nicht viel Gutes. Das war in Israel fast sprichwörtlich:
„Forsche und siehe, aus Galiläa steht kein Prophet auf“, Joh.
6, 52. Und in Galiläa hatten sie keine Lehrstellen innegehabt,
sondern waren Fischer und Zöllner gewesen. Nun hatte ja
der HSErr sie drei Jahre lang in der Lehre gehabt. Aber wie
kläglich und dürftig stand es noch mit ihrer Erkenntnis! Wenn
er Gleichnisse redete, die uns doch so leicht scheinen, dann kamen
sie nach der Predigt und baten: „HErr, deute uns dieses
Gleichnis“, so daß er wohl unwillig über sie ausrief: „Seid
ihr denn auch noch so unverständig?“ Wenn er deutlich von
seinem Leiden und Sterben redete, dann heißt es: „Sie aber
vernahmen der keines, und die Rede war ihnen verborgen,
und wußten nicht, was das gesagt war“, Luk. 18, 34. Und
nachdem er so oft und so deutlich von seinem Tod und seiner
Auferstehung geredet hatte, und nachdem beides geschehen war,
gingen noch am Ostertage Leute aus dem Jüngerkreise traurig
und klagten: „Wir hofften, er sollte Israel erlösen“, Luk. 24, 21.
Noch bei seiner Himmelfahrt mußte er sie zurechtweisen wegen
einer törichten Frage. Wie oft „schalt er ihren Unglauben
und ihres Herzens Härtigkeit“! Und die Leute sollten andere
lehren, was sie selbst nicht begriffen hatten. Da verwies der
HErr fie immer wieder auf den Tröster, den Heiligen Geist,
der sie das alles lehren, fie in alle Wahrheit leiten, sie erinnern
English translation
Not yet translated.