Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 68, Nummer 11 › Seite 170
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. Mai 1912, Seite 170
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Dr „Tuthieranede
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das?“ des zweiten Gebotes lautet so: „Wir sollen Gott fürch⸗
ten und lieben, daß wir jegliche Liebe zu den Götzen unterlassen
und den Gott, der sich in Christo als unsern Vater geoffenbart
hat, im Geist und in der Wahrheit anbeten. Ich habe den
Katechismus nun teils gründlich revidiert, teils neu übersetzt
und lasse ihn nun drucken. Gesangbuch, Gottesdienstordnung,
Formulare für die verschiedenen Amtshandlungen usw., das
alles nmiuß im Laufe der Zeit geschaffen werden.“
Endlich bittet der Missionar inständigst und um JEsu
willen, daß „diese entsetzliche Not“ sowie „die große Aussicht
der Arbeit“ durch Schrift und mündliches Wort auf Missions⸗
festen und auf Synoden und auf Pastoral- und Lehrerkonferen⸗
zen bekanntgemacht werde, damit unsere Christen Hilfe senden
und nicht so viele Hunderte von Heiden, die Christen werden
wollen, ins Heidentum zurückgewiesen werden. — ö
Das ist die Not nur in einer Ecke unsers Missions—⸗
gebietes. Anderswo ist es ähnlich. O Gott, erbarme dich über
uns arme, elende Sünder! Tue unsere Herzen auf, daß wir
deinen Willen recht erkennen und Hilfe senden den Heiden, die
du um Hilfe rufend uns vor die Tür gelegt hast! C. M. Z.
Versammlung des Atlantischen Distrikts.
Der Atlantische Distrikt versammelte sich vom 1. bis zunt
7. Mai inmitten der Gemeinde P. E. H. Fischers in Danbury,
Conn. Im Eröffnungsgottesdienst am Mittwochvormittag
hielt der Allgemeine Präses, P. F. Pfotenhauer, die Predigt
und zeigte auf Grund des Schriftwortes 2 Tint. 3, 15—17,
welche Stellung wir zur Heiligen Schrift einnehmen müssen,
wenn wir unsern Beruf in der Kirche erfüllen wollen. Am
Nachmittag fand die Organisation der Synode statt unter dem
Vorsitze des zweiten Vizepräses unsers Distrikts, des P. A. Bie⸗
wend. Unser Distriktspräses hatte nämlich krankheitshalber
die ersten Tage nicht zugegen sein können, und es gereichte allen
zur Freude, als er später doch noch erschien. Seine Synodal⸗
rede wurde vom Vorsitzenden verlesen und führte das Thema
aus: „Was haben wir, und was fehlt uns noch?“ Es wurden
zehn Sitzungen gehalten, die jedesmal durch den dazu erwählten
Kaplan, P. O. Düssel, mit einem liturgischen Gottesdienst er⸗
öffnet wurden.
Die Vormittagssitzungen wurden, wie üblich, den Lehr—
verhandlungen gewidmet. Den Besprechungen lag zugrunde
ein Referat P. P. Röseners über die Wunder der christlichen
Religion, das schon auf unserer letzten Synode begonnen wor⸗
den war. Es war dargelegt worden, was Wunder der christ—
lichen Religion seien, und daß Gott allein Wunder tue, und
zwar der dreieinige Gott; aber der Referent hatte aus Mangel
an Zeit nur zeigen können, daß die ersten zwei Personen der
Gottheit Wunder tun. Diesmal begann er nun damit, daß
dies göttliche Werk auch dem Heiligen Geist mit Recht zuge⸗
schrieben werde. Ferner: Gott tue Wunder unmittelbar. Als
Beispiele hierfür wurden unter anderm die Schöpfung, die
Sündflut, die Zerstörung Sodoms angeführt. Außerdem ver⸗
richte Gott auch mittelbar Wunder, nämlich durch menschliche
Werkzeuge, wie durch Moses und Josua, durch Elias und Elisa,
durch Jesaias, durch die Apostel, Evangelisten und Gemeinde⸗
glieder der ersten Kirche. Als seiner Werkzeuge dazu bediene
sich Gott auch der Engel. Der Teufel und seine Schuppen tun
zwwar auch Dinge, welche die Schrift Wunder und Zeichen 4
nennt; aber es sind kreatürliche Blendwerke, die ohne Gottes
Zulassung nicht geschehen können und von Gottes Wundern
vernichtet werden.
um die Gläubigen zu prüfen, zweitens zur Strafe der ungläu⸗
bigen Welt.
sprochen werden, da man wegen Mangels an Zeit abbrechen
mußte. Wer den seinerzeit erscheinenden Synodalbericht stu⸗
diert, wird nicht nur viel nützliche Lehre daraus schöpfen, son⸗
dern auch lernen, mancherlei wunderliche Erscheinungen auch
unserer Zeit richtig nach Gottes Wort zu beurteilen.
Ein Hauptgegenstand der Geschäftsverhandlungen war der
Bericht der Kommission für Innere Mission. Dieses Werk hatte *
auch in den letzten zwei Jahren einen gesegneten Fortgang.
Unsere lieben Missionare haben fleißig gearbeitet, und ihre Ar⸗
beit ist nicht vergeblich gewesen in dem HErrn. Einige Mii⸗
sionsgemeinden bedürfen nicht mehr der Unterstützung, da sie
selbständig geworden sind, andere hoffen, es bald zu werden.
Noch manche neue Missionsfelder sollten mit Arbeitern besetzt
werden, allein die Mittel scheinen nicht ausreichen zu wollen,
haben wir doch jetzt schon eine beträchtliche Schuld in der Kasse.
Möchten deshalb die lieben Christen um JEsu willen helfen,
diese Kasse so zu füllen, daß sie keinen Mangel leidet, und
dieses wichtige Werk der Kirche ungehindert betrieben werden
kann. — Da die Innere Mission sehr gefördert wird durch die
Kirchbaukasse, aus der armen Missionsgemeinden Gelder zins⸗
frei geliehen werden, damit sie ein entsprechendes Kirchgebäude
erlangen können, so wurde beschlossen, die Gemeinden zu bitten,
in diese Kasse monatlich, vierteljährlich oder jährlich regel⸗
mäßig eine Gabe fließen zu lassen. — Ein interessanter Bericht
über unsere Lehranstalt in Bronxville wurde vorgelegt. Mit
den eingezahlten und versprochenen Geldern reduziert sich die
Schuld auf etwa §5000.00. Wenn alle Gemeinden, die sich
bei dieser letzten Kraftanstrengung noch nicht gemeldet haben,
auch noch Hand anlegen, so sollte die ganze Schuld bald aus
der Welt geschafft sein. — Das bisher vom Verwaltungsrat
des Martin Luther⸗Waisenhauses herausgegebene Blatt „Zeuge
und Anzeiger“ ist vom Distrikt übernommen worden. Es wird,
wie bisher, wöchentlich erscheinen und P1.00 das Jahr kosten. —
Mit großer Aufmerksamkeit folgte die Synode den Aus⸗
führungen Präses Pfotenhauers über das große Werk der
Allgemeinen Synode. Zunächst schilderte er die Wichtigkeit der
Inneren Mission im Süden, Westen und besonders im cana⸗
dischen Nordwesten, wo dieses Werk sich mächtig ausbreite, so
daß die Distrikte, in deren Mitte diese Mission betrieben werde,
nicht imstande seien, das Netz allein zu ziehen; sie bedürften
der kräftigen Unterstützung aus der Kasse der Allgemeinen
Inneren Mission. Von andern Distrikten sollte daher diese
Kasse fleißig bedacht werden.
auch auf die Wichtigkeit der Allgemeinen Kirchbaukasse hin.
Er sprach ferner über die Emigrantenmission, über die Taub⸗
stummenmission, über die fremdsprachigen Missionen unter
Esten, Letten, Polen, Litauern, Finnen und Persern. Er schil⸗
derte die Verhältnisse in Australien, Neuseeland, Deutschland
und England (London) und zeigte die Bedürfnisse unserer Brü⸗
der in diesen Ländern. Besonders ausführlich berichtete er über
die großen Erfolge unserer Mission in Brasilien und Argen⸗
tinien unter unsern dortigen Glaubensgenossen. Er gedachte
der Juden⸗ und Indianermission und legte dann in warmen
Gott lasse aber solche Wunder zu, erstens, 1
Der letzte Punkt konnte aber nicht mehr be⸗
In Verbindung damit wies er 3
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