Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 68, Nummer 23 › Seite 363

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 12. November 1912, Seite 363

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Den „TutheranesS

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Von unserer Anstalt in Winfield wurde berichtet, daß wir
gute Aussicht haben, daß nächstes Jahr der nötige Neubau
aufgeführt wird. Darum möchten nun auch die Gemeinden
unsers Distrikts ihre Scherflein (es dürfen und können aber
auch „Pfunde“ sein, denn Gott hat uns dies Jahr wieder reich⸗
lich gesegnet) bald einsenden.

Da unser bisheriger Präses, P. F. Drögemüller, dringend
bat, man möge von seiner Wiederwahl absehen, so wurde der
Unterzeichnete zu seinem Nachfolger erwählt, zum ersten Vize⸗
präses P. P. D. Müller, zum zweiten Vizepräses P. F. A.
Mehl. Der bisherige Sekretär, P. Hy. Müller, sowie auch
unser langjähriger Kassierer, Herr H. F. Ölschlager, wurden
wiedergewählt. Die neue Missionskommission besteht aus den
Pastoren P. D. Müller und C. Hafner und Herrn W. F.
Weber.

Da der Kansas⸗Distrikt nächstes Jahr 25 Jahre alt ist,
wurde beschlossen, allen unsern Gemeinden zu empfehlen, an
einem passenden Sonntag einen Jubelgottesdienst zu halten
und dabei eine Kollekte für die Kirchbaukasse zu erheben.

Auch der Kansas⸗Distrikt sprach den Wunsch aus, daß der
„Lutheraner“ wöchentlich erscheinen möge, doch zum gegen—
wärtigen Preis.

Am Synodalsonntag feierten die Synodalen mit der gast⸗
gebenden Gemeinde Missionsfest. Die Pastoren Rösel und
Mießler predigten, und auch — wir Kansaser haben gewöhn⸗
lich auch etwas Ungewöhnliches — einer unserer Stockbridge—
Indianer aus Wisconsin hielt einen Vortrag.

Nächstes Jahr versammeln wir uns, so Gott will, in der
Gemeinde P. Mießlers zu Independence.

Gott der HErr aber bleibe bei uns mit seinem Segen,
damit sein Wort unter uns laufe und wachse, sein Name immer
mehr geheiligt und sein Reich ausgebreitet werde!

Th. H. Jüngel.

Der Westliche Distrikt

unserer Synode hielt vom 16. bis zum 22. Oktober seine
Sitzungen in Altenburg, Mo., ab. Prof. E. A. W. Krauß
referierte über das Thema: „Maria, die Mutter unsers
SErrn.“ Eine zweite Arbeit, verfaßt von Lehrer G. J. W.
Hörber, berichtete über den Stand der Gemeindeschulen unsers
Distrikts. Die Angelegenheiten der Allgemeinen Synode wur—
den den Versammelten durch Präses F. Pfotenhauer ans Herz
gelegt und fanden eingehende Beratung und die ihnen zukom⸗
mende Berücksichtigung. Die Beamten der Synode erstatteten
Bericht über den Fortgang der Mission innerhalb des Distrikts,
über Kirchbaukasse, Unterstützungskasse, Studentenkasse, Ju⸗
gendsache, das Altenheim in St. Louis usw. Alle Besucher
der Versammlungen, unter denen auch Tag für Tag viele
Glieder der Gemeinden zu Wittenberg, Altenburg und Frohna
zu erblicken waren, werden gern bekennen, daß in dieser Zeit
ihre Herzen im Glauben gestärkt und zur christlichen Liebe aufs
neue entzündet worden sind. Auch die den Synodalen von
seiten der genannten Gemeinden erwiesene herzliche Gaftfreund⸗

schaft trug im Verein mit dem Andenken an die wichtigen

Vorgänge der amerikanisch⸗lutherischen Kirchengeschichte, die
sich an diesen Stätten zugetragen haben, dazu bei, die Zusam—
menkunft zu einer unvergeßlich schönen zu gestalten. S.

Zux kirchlichen Chronik.

Schöne Exempel. In dieser Zeit der Kassennöte, da nicht
nur unsere Synodalkasse mit einer schweren Schuld belastet ist,
sondern auch verschiedene Missionskassen in bedrängter Lage sich
befinden, und zwar gerade diejenigen, die das Jahr hindurch die
größten Ausgaben haben, wie die Kassen für Innere Mission,
Heidenmission, Brasilianische Mission und Negermission, ist es
besonders erfreulich zu hören, daß solche, die der HErr im Irdi⸗
schen gesegnet hat, seinen Segen in großen Summen wieder in
seinen Dienst stellen. Wir wollen jetzt nicht von dem warmen
Freund unserer Negermission erzählen, der uns nur unter dem
Namen „Herr Unbekannt“ bekannt ist und der schon seit Jahren
alljährlich dem Kassierer für diese Mission 5500.00 bringt.
Unsere Missionen haben noch einen andern treuen Freund, der
kürzlich wieder unserm Allgemeinen Kassierer eine Geldanweisung
mit folgenden Worten zusandte: „Schon lange hatte ich im Sinn,
Ihnen wieder etwas Geld für die Mission zu senden, ist aber
immer wieder von einer Zeit zur andern aufgeschoben worden.
Dazu kam später noch. . . . Das hat uns jetzt schon viel Mühe
gemacht und wird wohl noch weiter Mühe machen. Ich twill aber
derowegen nicht länger warten. Es sind §1000.00. Möge das
Geld auch glücklich in Ihre Hände gelangen und der Mission über⸗
geben werden für die verschiedenen Stellen, wo es am nötigsten
erscheint und am meisten gut tut. Es soll aber noch nicht meine
letzte Sendung sein; wie viel aber noch nachkommen wird, kann
ich jetzt nicht sagen.“ Vor einigen Monaten hat dieser unser
Missionsfreund unserer Synode eine andere Gabe überwiesen im
Werte von 81500.00 bis §2000.00 und in den letzten sechs Jahren
außer diesen beiden Posten schon §56150.08 für Missionszwecke
unserm Kassierer gesandt. Vor einigen Wochen schrieb er: „Das
gegenwärtige Jahr war ein sehr fruchtbares. Wir haben sozu—
sagen eine doppelte Ernte an Weizen und Hafer; auch Korn wird
sehr gut.“ Auch an vielen andern Orten, wo Glieder unserer
Synode wohnen, ist die Ernte eine gute, mancherorts sogar eine
sehr reiche gewesen. Das Erntedankfest ist wohl meistens schon
gefeiert, das Reformationsfest liegt gerade hinter uns, der jähr⸗
liche Danksagungstag, der uns auch besonders an die leiblichen
Wohltaten, die wir in unserm Lande genießen, erinnert, ist nicht
mehr fern. Wo sind die Farmer, die Gott mit Früchten des
Feldes reich gesegnet hat, wo sind die Geschäftsleute, zu deren
Handel und Gewerbe Gott Segen und Gedeihen gegeben hat,
die nun aus Dankbarkeit gegen ihn einen tüchtigen Griff in ihre
Kasse tun und der Not in unsern Missionskassen abhelfen? —
„Wer da kärglich säet, der wird auch kärglich ernten; und wer
da säet im Segen, der wird auch ernten im Segen. Ein jeglicher
nach seiner Willkür aus freiem Herzenstrieb!, nicht mit Un⸗
willen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott
lieb. Gott aber kann machen, daß allerlei Gnade unter euch
reichlich sei, daß ihr in allen Dingen volle Genüge habet und
reich seid zu allerlei guten Werken. . . . Gott aber sei Dank
für seine unaussprechliche Gabe!“ 2 Kor. 9, 6—8. 15.

L. F.

Daß eine Gemeinde ihre Kirche usw. selbst bezahlt und nicht
bei der Welt und Andersgläubigen betteln geht, ist ja unter uns
selbstverständlich. Der Grundsatz ist recht, und den respektiert
auch die rechtlich denkende Welt. Vor einiger Zeit baute eine
unserer Gemeinden in Illinois eine neue Kirche. Der Heraus⸗
geber einer Lokalzeitung fragte den Pastor, ob seine Gemeinde
nicht auch die Geschäftsleute der Stadt angehen werde um einen
Beitrag zum Kirchbau. Darauf erklärte der Pastor ihm unsern
Standpunkt, und der Zeitungsschreiber veröffentlichte das in
seinem Blatt. Einige Tage danach erhielt der Pastor einen
Brief, der in deutscher übersetzung etwa so lautet: „Geehrter

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