Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 68, Nummer 23 › Seite 368

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 12. November 1912, Seite 368

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—

uüe Wont und Kulhers
Goltes hel mn und nimme

Xliegen mitten durch den L.
Himmiet, der hatte ein cwig
Cvangelium,zu verkündigen
denen, die auf Erden siden
und wmohnen, und allen Hei-
den, und Oeschlechtern, und
Sprachen, und Välkern, und
sprach mii groher Klimme:
ürchtet Holt, und gebet

imm die Chre; denn die Ztit⸗
seines Gerichts i Kommien,
1 und betel an den. der gtmacht
hat Himmel, und Erde, und
Merr, und die Wasser⸗
brunnen. Osfsb. Joh. 14, 6.7.
—

Herausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkolleginm des theologischen Seminars in St. Lonis.

68. Jahrgang.

St. Jouis, Ro- bar2 26. 6. Aovember 191²2.

Nr. 24.

2.

Betrachtungen über 1 Petr. 4, 8—11.

2.

Da nahe kommen ist das Ende aller Dinge, wie sollen
wir Christen uns da verhalten in bezug auf uns selbst?

Zuerst auf diese Frage gibt St. Petrus durch den Heiligen
Geist Antwort und sagt: „So seid nun mäßig und
nüchtern zum Gebet!“

Beten sollen wir, Gott anrufen bei dieser großen und
unser Los auf ewig, ewig entscheidenden Nähe. Im Namen
IEsu Christi, des lieben Heilandes, den wir ja doch kennen,
sollen wir Gott anrufen, der da alleine Hilfe tun kann.

Mitten wir im Leben sind

Mit dem Tod umfangen;

Wen suchen wir, der Hilfe tu',

Daß wir Gnad' erlangen?

Das bist du, HErr, alleine!

Uns reuet unsre Missetat,

Die dich, HErr, erzürnet hat.

Heiliger HErre Gott, heiliger starker Gott,

Heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott,

Laß uns nicht versinken in des bittern Todes Not!
Kyrie, eleison!

Mitten in dem Tod anficht

Uns der Höllen Rachen;

Wer will uns aus solcher Not

Frei und ledig machen?

Das bist du, HErr, alleine!

Es jammert dein' Barmherzigkeit

Unser' Sünd' und großes Leid.

Heiliger HErre Gott, heiliger starker Gott,

Heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott,

Laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllenglut!
Kyrie, eleison!

Mitten in der Höllenangst

Unser' Sünd' uns treiben;

Wo soll'n wir denn fliehen hin,

Da wir mögen bleiben?

Zu dir, HErr Christ, alleine!

Vergossen ist dein teures Blut,

Das g'nug für die Sünde tut.

Heiliger HErre Gott, heiliger starker Gott,

Heiliger barmherziger Heiland, du ewiger Gott,

Laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost!
Kyrie, eleison!

—

Ja, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens
Trost! Um den Heiligen Geist sollen wir beten, daß der uns
im rechten, wahren seligmachenden Glauben erhalte bis an
unser Ende, daß wir an dem uns nahen Ende aller Dinge
Christum, den Heiland, haben. Dann ist alles gut.

Nun bitten wir den Heiligen Geist

Um den rechten Glauben allermeist,

Daß er uns behüte an unserm Ende,

Wenn wir heimfahr'n aus diesem Elende.
Kyrieleis!

Du wertes Licht, gib uns deinen Schein,

Lehr' uns IEsum Christ kennen allein,

Daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland,

Der uns bracht hat zum rechten Vaterland.
Kyrieleis!

O, und Gott gibt uns seinen Heiligen Geist durch sein
Wort. Bei Gottes Wort, Wort, Wort laßt uns bleiben alle⸗
wege, daheim und in der Kirche! So beim Wort bleibend,
sollen wir um den Heiligen Geist beten, daß der uns im rechten,
wahren seligmachenden Glauben erhalte bis an unser Ende.
Dann werden wir an dem uns nahen Ende aller Dinge Chri⸗
stum, den Heiland, haben. Und dann ist alles gut.

Und zu solchem Gebet sollen wir mäßig und nüch⸗
tern sein.

Mäßig und nüchtern — nicht nur was Essen und Trinken
anlangt. Wir sollen überhaupt zusehen, daß unser Herz und
Sinn recht gefaßt und ungestört gerichtet ist auf solches Gebet.
Wir sollen uns nicht berauschen, zerstreuen, beschweren, uns
nicht einnehmen und vom Gebet abziehen lassen durch irgend⸗
welche Dinge dieses kurzen und ungewissen Lebens. Würdest
du das tun, wenn du dich plötzlich in größter Lebensgefahr
sähest? Du bist, ja du bist in größter Gefahr, das ewige Leben
zu verlieren! Denn Teufel, Welt und Fleisch setzen an dich.
Und es ist nahe kommen das Ende aller Dinge, diese große

und ewige Entscheidung — du weißt nicht, wie nahe! O bete,
bete, rufe Gott an!
„So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet!“

English translation

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