Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 13 › Seite 197
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 24. Juni 1913, Seite 197
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sliegen mitten durch den E
Himmel, der hatte ein ewig
Eangtrlium, zu verkündigen
denen, die auf Erden sizen
und wohnen, und allen Hei-
den, und Geschlechtern, und
Kprachen, und Vülkern, und
sprach nil großher Stimme:
Kürchtei Gokt, und gebet
isnu die Ehre; denn dir Zeit
seines Gerichts ist hommen,
und betet an den, der gemachnt
har Himmel, und Erde, und
Kleer, und die Wasser⸗
brunnen. Ossb. Joh. 14, 6.7
8 — —————
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7 8—
.
Herausgegeben von der Zeutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.
69. Jahrgang.
Ht. Louis, Mo., den 24. Zuni 1913.
Nr. 13.
Ein Beispiel, wie die Einigung der lutherischen
Kirche Amerikas gehindert wird.
Das „Kirchenblatt“ der Jowasynode tut unrecht mit der
Art und Weise, wie es die kürzlich erschienene Schrift „Zur
Einigung“ seinen Lesern anzeigt. Das Buch wird zunächst
gelobt, weil es in „klarer Weise“ über einen Gegenstand
schreibe, der die ganze lutherische Kirche Amerikas interessiere.
Es wird auch anerkannt, daß das Buch in einem friedliebenden
Geiste gehalten sei und alles Persönliche vermeide. Dann aber
fügt das „Kirchenblatt“ einige Bemerkungen hinzu, durch welche
das Buch allen Gliedern der Jowasynode, die es nicht selbst
lesen, mit Unrecht verdächtig gemacht wird.
Nach den einleitenden lobenden Bemerkungen fügt das
„Kirchenblatt“ hinzu: „So beachtenswert es ist, was der Ver⸗
fasser sagt, so beachtenswert ist auch, was der Verfasser nicht
sagt.“ Und dann wird behauptet, daß wir uns in dem Buch
über die beiden Hauptpunkte im Lehrstreit nicht ausgesprochen
hätten. Erstlich nicht über den in den norwegischen Sätzen
verworfenen Calvinismus, der zwei verschiedene Heilswillen
in Gott setzt. Zum andern nicht darüber, was Missouri unter
dem „Allein aus Gnaden“ versteht, über „die aus der Gnaden⸗
wahl fließende Gnade“ und über eine „unwiderstehlich wir—
kende“, zwingende Gnade.
Wenn das „Kirchenblatt“ der Jowasynode das gerade
Gegenteil gesagt hätte, wenn es gesagt hätte, daß die Schrift
„Zur Einigung“ von Anfang bis zu Ende eigentlich nur die
zwei genannten Hauptpunkte behandele, indem es einerseits den
Calvinismus abweise, der die allgemeine Gnade leugnet
und zwei verschiedene Heilswillen annimmt, und andererseits
das „Allein aus Gnaden“ gegen alle Einwürfe des Syner⸗
gismus aus Schrift und Bekenntnis darlegt und festhält —
wenn das „Kirchenblatt“ so gesagt hätte, wäre es den Tatsachen
gerecht geworden. Mit der gegenteiligen Behauptung steht es
in völligem Widerspruch zu den vorliegenden Tatsachen.
Was den Calvinismus oder die Annahme von zwei ver—
schiedenen Heilswillen betrifft, so steht die Sache so: Es wird
in dem Buch aus der Heiligen Schrift nachgewiesen, daß
der Calvinismus in Widerspruch zu allen Schriftaussagen tritt,
„die so klar die allgemeine Gnade Gottes in Christo und die
zur Bekehrung kräftige Wirksamkeit des Heiligen Geistes an
den Herzen aller Hörer zum Ausdruck bringen“. Es werden
ferner ausführlich die Gründe widerlegt, mit denen die
Calvinisten die allgemeine Gnade leugnen und zwei verschie⸗
dene Heilswillen zu stützen suchen. Sonderlich wird dargetan,
daß der calvinistische Hauptsatz schriftwidrig sei: The result
is the interpretation of the purposes of God“, also der Satz:
„Weil nicht alle Menschen tatsächlich bekehrt und selig
werden, so will Gott auch nicht alle Menschen bekehren und
selig machen.“ Es wird ferner in dem Buch durchweg war—
nend auf die Personen hingewiesen, die ganz grob oder weni—
ger grob den allgemeinen ernstlichen Gnadenwillen angetastet
haben, auf Augustin, Gottschalk, Calvin, Beza, Hodge, Shedd,
Böhl. Es wird ferner in dem Kapitel, das die Überschrift
trägt: „Ein Unrecht, das der Norwegischen Synode zugefügt
wird“, auch die Anwendung auf die norwegischen Vereinigungs⸗
sätze gemacht und gesagt: „Mit vollem Recht wird daher in
Satz 6 der Vereinigungssätze abgewiesen, daß Gott an
einem Teil der Menschen mit seiner ernstlichen Gnade vorüber⸗
gehe, und daß es „zwei verschiedene Heilswillen“ in Gott gebe,
einen zur Bekehrung kräftigen, der nur auf die Auserwählten
gehe, und einen zur Bekehrung unkräftigen, der sich auf den
übrigen Teil der Menschen beziehe.“ Wie offenbar unrecht ist
es daher, wenn das iowasche „Kirchenblatt“ trotzdem schreibt, wir
hätten uns nicht über den in den norwegischen Sätzen verwor⸗
fenen Calvinismus ausgesprochen, und sogar hinzufügt: „Die
hier“ (in den norwegischen Sätzen) „verworfenen Lehren“ (von
zwei verschiedenen Gnadenwillen, einem kräftigen und einem
unkräftigen) „sind Lehren, die die Missourisynode gelehrt hat
und noch lehrt, und ihretwegen ist es zu dem Gnadenwahl—
streit gekommen“! Auch über den zuletzt erwähnten Punkt,
wie es zum Gnadenwahlstreit in Amerika gekommen ist, findet
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