Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 13 › Seite 204
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 24. Juni 1913, Seite 204
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Taufe 20
204
S er utheraner
statt am Sonntagnachmittag. In großen Scharen — man
zählte über 1500 Menschen — waren die Glieder der Gemein⸗
den mit den Synodalen hinausgewandert, um unserer Con⸗
cordia in Bronxville einen Besuch abzustatten. P. A. Biewend
hielt die deutsche und Prof. H. Stein die englische Festrede.
Verschönert wurden die Gottesdienste durch den herrlichen Chor—
gesang eines Schülerchores, bestehend aus den Schülern unserer
Anstalt in Bronxville, des Gemeindechores der St. Lukasge⸗
meinde und des Lehrerchores.
Nachdem man den Predigern, dem Referenten, der St. Lu⸗
kasgemeinde mit ihrem Pastor und dem rührigen Frauenverein,
der die Bewirtung der Gäste besorgt hatte, den herzlichen Dank
der Synode votiert hatte, vertagte man sich am Dienstagmittag
mit dem Singen des dritten Verses vom Liede 346 und einem
gemeinschaftlich gesprochenen Vaterunser, um, will's Gott, im
Jahre 1915 sich innerhalb der Zionsgemeinde zu Boston, Mass.,
wieder zu versammeln. Arthur Brunn.
—
Bur kirchlichen Chronik.
Das goldene Amtsjubiläum ihres im Dienste des HErrn
ergrauten Seelsorgers feierte am 1. Sonntag nach Trinitatis
(den 25. Mai) die ev.⸗luth. Gemeinde in Benona, Mich. Seit
achteinhalb Jahren bekleidet P. J. Fr. Müller dort das Amt,
nachdem er zuvor den Gemeinden in Lake Ridge, Amelith und
Deerfield vorgestanden und wohl gedient hatte. Die Jubelpredigt
hielt sein treuer Freund und früherer Amtsnachbar, P. Ferd.
Sievers aus Chicago, über Luk. 9,. 10. Auch die betreffende
Pastoralkonferenz beteiligte sich an den zahlreichen Gratulationen.
Von den elf Kindern des Jubilars, die alle der Kirche treu ge—
blieben sind, und von denen drei im Predigtamte stehen (eine
seltene Erscheinung in unserer auf das Irdische so verpichten
Zeitl), waren neun erschienen, das Amt ihres teuren Vaters ver⸗
herrlichen zu helfen. Möge er mit viel Segen geschmückt bleiben,
bis er eingehen darf zu seines HErrn Freude! Fr. S.
über die gesegnete Wirksamkeit der Stadtmission in Mil⸗
waukee legte P. E. Dümling seinen Jahresbericht vor, der in fol⸗
gende Zahlenangaben ausläuft: „In dem Zeitraum vom 1. Mai
1912 bis zum 1. Mai 1913 wurden von mir 136 regelmäßige
Gottesdienste abgehalten. In diesen Gottesdiensten waren 11,144
Insassen anwesend. Dazu kamen noch 10 Beicht- und 13 Leichen⸗
gottesdienste. 1247 Krankenbesuche und 389 Besuche in den An⸗
stalten wurden gemacht. 210 Personen gingen zur öffentlichen
Abendmahlsfeier. 101 Kranke empfingen Krankenkommunion.
Im ganzen kommunizierten 311 Personen. 13 Personen, dar⸗
unter ein Erwachsener, wurden getauft; 29 Personen sind unter
meiner Seelsorge gestorben; 13 Personen habe ich beerdigt;
1 Person wurde konfirmiert; 3 Paare wurden getraut.“ An
mancherlei andern Anstalten des Staates missionieren die Pasto⸗
ren Zich, Helmes, Martens, Brockmann, Lätsch und Wangerin.
„Die wichtigste Frage, die heute der Kirche vorliegt“, sagt
der episkopale Cxurchman, „ist die christliche Erziehung. Andere
Fragen mögen auf den ersten Blick wichtiger scheinen, als Mission,
die Ehescheidungsfrage, Versorgung der Prediger. In Wirklich—
keit aber sind diese von geringerer Wichtigkeit, und diese Fragen
sind eben dadurch brennende geworden, daß die Kirche es an christ⸗
lichem Unterricht hat fehlen lassen. Wenn die Männer und
Frauen von heute genügende religiöse Erziehung genossen hätten,
dann stände heute das Familienleben auf einer höheren Stufe,
dann gäbe es weniger Ehescheidungen, mehr Ehrerbietung und
bessere Versorgung für die Prediger und mehr Erkenntnis, Be⸗
geisterung und Opferwilligkeit für die Mission. Das Studium
dieser Tatsachen läßt teinen Zweifel darüber obwalten, daß die
Vertrocknen wir nicht an der Wurzel? Und wo bleibt die Pflege
der Kirche? q. .. Was hat die Gleichgültigkeit und Unwissenheit
der Kirche gekostet! Das Schreien der vernachlässigten Kinder
kommt vor die Ohren des HErrn Zebaoth. Dies ist die wichtigste
Arbeit für die heutige Kirche. Sie bedarf ihrer besten und stärk⸗
sten Männer. Es ist die Arbeit eines Mannes, es ist die höchste,
heiligste, begeisterndste, lohnendste Arbeit, die ein Mann tun kann.
Brüder, dies ist eure Arbeit! Euer Heiland bedarf euer dabei.“
— Andere lernen dies erkennen, und wir, die wir es längst wissen,
wollen es nicht vergessen. E. P.
über Taufverweigerung von seiten eines lutherischen Pastors
erzählt der berüchtigte „Pastor“ Russell folgende Schauerge⸗
schichte: „Ein lutherisches Elternpaar in Pennsylvania hatte Un⸗
annehmlichkeiten mit seinem Pastor wegen der Kirchenbeiträge.
Beide hielten sich deswegen mehrere Monate vom Gottesdienst
fern. Inzwischen wurde ihr Kindlein krank. Der Vater demütigte
sich und ging zu seinem Pastor und sagte ihm sein Leid, sprach
seine Befürchtung aus, daß das Kind sterben möchte, und bat den
Pastor, es zu taufen. Nun denkt euch den Schmerz des be—
trogenen Vaters, als der Pastor sich weigerte und sagte, das Kind
würde zur Hölle fahren, und das sei dann des Vaters Schuld, der
sich von der Kirche getrennt habe.“ — „Pastor“ Russell sollte den
Namen des „lutherischen Pastors“ nennen, oder er muß es sich
gefallen lassen, daß man auch dieses Geschichtchen auf 55 Konto
seiner verlogenen Erfindungen setzt. E. P.
Kirche und Loge. „Als ich in Washburn, Wis., Pastor war,
war ich gut befreundet mit dem Pastor der dortigen Methodisten⸗
kirche. Das war ein sehr fähiger und gebildeter Mann. Die
Frage: Warum haben wir nicht mehr Männer in der Kirche?
beschäftigte uns. Ich sagte: „Mein Bruder, ich weiß, daß Sie
ein Freimaurer sind. Sie sind in der Loge, und ich bin draußen.
Ich habe den Eindruck, daß die Logen das Herz der Männer den
Kirchen stehlen; was denken Sie davon?“ Sofort legte sich seine
Stirn in Falten, und er antwortete: „Herr Thompson, ich bin
sowohl ein Freimaurer als ein Oddfellow und ich weiß, daß,
was Sie sagen, in einem Maße wahr ist, wie Sie es nicht ahnen
können.“ Einige Jahre danach brachte ich meine Ferien zu in
einer kleinen Stadt in Michigan und wohnte der Gebetsversamm⸗
lung der Kongregationalistengemeinde bei. Der Pastor war ein
alter Mann, freundlich, begabt und ernst, und ich wußte, daß er
ein Mann von besonderer Tüchtigkeit war, eifrig im Dienste des
HErrn. Es waren viele Frauen zugegen; der Pastor, noch ein
Mann und ich waren die einzigen Männer. Ich sagte etwa dies:
„Mein Bruder, Sie wissen, wie wenig Männer heute abend in der
Gebetsversammlung waren. So finde ich es überall; die Frauen
sind da, aber wo sind die Männer? Ich weiß, daß Sie ein Frei⸗
maurer sind. Glauben Sie, daß die Loge etwas damit zu tun
hat?“ Der Inhalt seiner Antwort war dieser: „Herr Thompson,
Sie sehen, daß ich das Abzeichen der Knights Templar trage.
Ich bin ein Freimaurer und ich weiß, daß die Loge wenigstens
zum Teil schuld daran ist, daß so wenig Männer dem Gottes⸗
dienst in der Kirche beiwohnen.““ — So schreibt P. Alex. Thomp⸗
son von Endeavor, Wis., in der Aprilnummer des Cyristian
Cynosure. Was einem dabei unbegreiflich ist, ist dies, wie Pasto⸗
ren, die im Dienst und Sold der Kirche stehen, zu Gesellschaften
gehören können, von denen sie wissen, daß sie das Werk der
Kirche hindern. E. P.
Messen, nicht Blumen. Katholische Blätter eifern dagegen,
daß man die Särge Verstorbener mit Blumen bedeckt. Freunde
des Verstorbenen sollten lieber an dessen Sarg einen Zettel be—
—
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