Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 1 › Seite 5

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 6. Januar 1914, Seite 5

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Sozialismus in die Hände arbeite.

andern Dörfern hat er 30 Pariakatechumenen.

S er utheranet 5

weisen wollen, es sei nicht wahr, daß die Entwicklungslehre dem
Bebel schreibt: „Professor
Häckel und seine Anhänger bestreiten auch, daß der Darwinis⸗
mus zum Atheismus führe, und so machen sie, nachdem sie

durch alle ihre wissenschaftlichen Ausführungen und Beweise den
„Schöpfer“ beseitigt haben, krampfhafte Versuche, ihn durch die
Sintertür hereinzuschmuggeln.

Zu diesem Zwecke bildet man
sich seine eigene Art von Religion“, die man „höhere Sittlich⸗

eeit“, sittliche Prinzipien“ usw. nennt.“

Enrico Ferri schreibt in Socialism and Positive Science“:

„Darwins Lehre, ob man sie liebt oder nicht, hat damit, daß

sie zeigt, der Mensch stamme ab von den Tieren, dem Glauben

Han Gott, als Schöpfer des Weltalls und der Entstehung des

Menschen durch einen besonderen Machtspruch, einen schweren
Schlag versetzt.“ (S. 47.) Ferner auf der folgenden Seite:

„Gott ist, wie Laplace gesagt hat, eine Hypothese (eine An⸗

nahme), welche die positive Wissenschaft nicht nötig hat. Er
ist nach Herzen höchstens ein X, welches in sich enthält — nicht

das, was man nicht wissen kann, wie Spencer und Dubois⸗

Reymond behaupten, sondern alles, was die Menschheit noch
nicht weiß. Er ist auch ein veränderliches X, welches abnimmt
in demselben Verhältnis, wie die Wissenschaft fortschreitet.“
Welch schauerliche Reden sind das! So lästern, so leugnen
die anerkannten und vielgerühmten Väter und Leiter der Sozia⸗
listen den lebendigen, ewigen Gott; werden die Schüler und

ö Kinder derselben an Gott glauben und ihn ehren? Nimmer!

Darum gilt von den Sozialisten, was geschrieben steht: „Die
Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen

nichts und sind ein Greuel mit ihrem Wesen.“ Und darum gilt

auch denen, die an Gott glauben und ihn fürchten wollen, was
abermals geschrieben steht: „Wohl dem, der nicht wandelt
im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder,
noch sitzt, da die Spötter sitzen.“ L. S.

Kurze Nachrichten aus der Heidenmission.

Missionar Freche berichtet, daß seine Kirche in Turayeri
fast immer voll ist, desgleichen, daß gute Aussicht vorhanden
ist, daß neun Seelen zu seiner Gemeinde hinzugetan werden,
nämlich vier aus Gowindapuram und fünf aus Vellayampattu.
Er schließt einen Abschnitt seines Berichts mit dem Seufzer:
„Wären diese Weiber (Pariafrauen) nicht, ich glaube, wir
hätten schon ganze Dörfer voller Christen!“ Die heidnischen
Frauen und Mütter sind nämlich ein großes Hindernis für die
Arbeit der Missionare.

Missionar Gutknecht schickt uns die erfreuliche Nachricht,
daß er kürzlich in den Dörfern Taddiarkulam und Thalakudi
zum erstenmal das heilige Abendmahl feiern durfte.

Missionar G. Küchle berichtet, daß jetzt in Pernambattu
30 bis 35 Erwachsene am Unterricht teilnehmen. In vier
Auch eine
Sudrafrau läßt sich unterrichten. — Etliche Lehrer Missionar
Küchles hatten in einem Pariadorfe in der Nähe eines Götzen⸗
tempels von. Christo gezeugt. Sie wurden von Heiden unter

— der falschen Anklage vor Gericht gezogen, sie hätten den Götzen

mit Füßen getreten. Das ist aber in Indien schwer strafbar.
Die Klage wurde vom Gericht abgewiesen, weil die Aussagen

der falschen Zeugen nicht stimmten. — Ein anderer Lehrer

wurde nachts von Heiden in seinem Hause überfallen und ge⸗
schlagen. ö

In den Dörfern Peranambattu, Yerucaddi und Vinna⸗
mangulam, die zur Station Ambur J gehören, kommen eine
Anzahl Leute zum Taufunterricht.

Am 19. Juli dieses Jahres weihten die Leute in Sulli⸗
manur, das zur Station Trivandrum gehört, ihre eigene
„Palli“, das heißt, Kirche, ein. Die Leute — es stehen dort
100 Namen auf der Liste — haben das Material für die Ka⸗
pelle selbst geliefert und die Arbeit daran selbst ausgeführt.
Bei der Feier waren 119 Personen anwesend. — In Sulli⸗
manur ist auch eine Schule, in der Lehrer James den Unter⸗
richt erteilt. — In Saliorkonam wird regelmäßig unterrichtet
von Missionar F. Zucker, der diese beiden Posten bedient, und
von dem Katecheten Paulus.

Die nördliche Missionarskonferenz hielt ihre 82. Versamm⸗
lung vom 23. bis zum 26. Oktober in Vaniyambadi. Alle
Missionare der nördlichen Konferenz konnten derselben beiwoh⸗
nen. Die Predigt hielt Missionar Küchle über den 87. Psalm.
Am heiligen Abendmahl nahmen fünf Gäste teil.

Noch immer laufen Einladungen bei mir ein, Vorträge
vor Gemeinden über unsere Heidenmission zu halten. Meine
Gemeindearbeit macht es mir unmöglich, allen Einladungen
zu folgen. Und doch wäre sehr zu wünschen, daß unsere Ge—
meinden mehr über Land, Leute und Mission erfahren möchten.
Und das kann geschehen. Wir erlauben uns, darauf aufmerk⸗
sam zu machen, daß einer unserer ersten Missionare, P. F.
Mohn, jetzt in unserm Lande weilt mit der Absicht, in das
heilige Predigtamt zu treten. Bis dahin ist er sehr gerne
bereit, Vorträge zu halten. Und da er über zwanzig Jahre
in Indien in der Arbeit gestanden hat, so kann er aus reicher
Erfahrung reden. Seine Adresse ist: Rev. F. Mohn, 2119
N. Sawyer Ave., Chicago, III. Jul. A. Friedrich.

Vom Singen.

Der Mensch besitzt eine natürliche Neigung oder Lust zum
Singen. Aber seit dem Sündenfall hat er an der hohen Kunst
eines vollkommenen Gesanges großen Abbruch erlitten. Nun
kann er nicht mehr wie die himmlischen Heerscharen jauchzen
und jubilieren, sondern jetzt ist er, wie in allen Dingen, so
auch im Singen ungeschickt und unwissend. Jetzt muß er das
Singen lernen. Er kann es jetzt auch durch fleißiges Lernen
zu einer Kunst, nie aber auf Erden zur Vollkommenheit bringen.
Auch in unsern Gemeindeschulen wird diese Kunst geübt. Und
das ist ein wichtiger und sehr nötiger Unterricht, wie wir aus
dem Folgenden erkennen werden.

Schon im frühesten Alter verraten die Kinderchen ihre
Freude am Gesang. Wie sie lallen und Melodien summen
können, hat schon jeder unter uns gehört. Manch kleines Lied
sehen und hören sie der Mutter ab, lernen es singen und finden
ihre Lust und Freude daran, ehe sie zur Schule kommen. In
der Schule soll ihnen die Freude am Gesang nicht getrübt oder
genommen, sondern erst recht groß gemacht werden. Sie sind
Kinder der singenden lutherischen Kirche und sollen nun auch
im Gesang zu recht tüchtigen Gliedern dieser Kirche erzogen
werden. Da darf es denn an dem rechten Unterricht nicht
fehlen. Ein frommer und treuer Lehrer bedenkt stets, daß

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