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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 6. Januar 1914, Seite 11

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8 Ver „Nuthsrantt

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Jahre, davon zweiundsechzig an seiner St. Paulusgemeinde in
Chicago. Er war nun müde geworden. Er sehnte sich, daheim
zu sein, zumal seine Stimme seit Ende September zu einem
Flüstertone herabgesunken war. Ohne lange Schmerzen dulden
zu müssen, fand er ein sanftes Ende. Nach langer, reichgesegneter
Arbeit im Weinberge seines HErrn ruht er nun aus. Seinen
IEsus, der ihn schon in seiner Jugend fand, den er selbst vier⸗
undsechzig Jahre verkündigte, hat unser nun vollendeter Knecht
Gottes als seinen Seligmacher und seine einzige Hoffnung
noch im letzten bewußten Augenblicke seines Lebens bekannt. Aus
Gnaden ist er selig geworden. Und seine Werke folgen ihm nach.
— Die irdische Hülle haben wir als ein Samenkorn am Nach⸗
mittag des zweiten Christtages in der Erde Schoß zugedeckt. Auf⸗

. gebahrt in der Kirche, in welcher der Entschlafene so gerne und

süß das Evangelium gepredigt hatte, lag der Leichnam vom Nach⸗
mittag des ersten Festtages an; Tausende zogen vorbei, um noch
einen Abschiedsblick auf die Züge des Mannes zu werfen, der
vielen von ihnen ein Gehilfe auf der Reise zur Ewigkeit gewesen
war. Bei der Leichenfeier im Hause am Nachmittag des ersten
Weihnachtstages redete der Unterzeichnete den trauernden Hinter⸗
bliebenen und näheren Freunden zu ihrem Troste Gottes Wort.
Im Leichengottesdienste am Tage darauf predigten in der über⸗
füllten Kirche P. H. Succop und Präses F. Pfotenhauer. Die
Trauernden fanden beim Anhören dieser zwei Predigten, daß
Gottes Brünnlein Wassers die Fülle hat. Gierig tranken sie es
und erquickten ihre Seele. Sodann hielt Prof. O. Hattstädt im
Namen des Vorstandes unserer Anstalt in Milwaukee eine herz⸗
liche Ansprache. Am Grabe amtierten die Pastoren Engelbrecht
und Nützel. Mit Wehmut traten die Anverwandten den Heim⸗
weg an, doch getröstet gönnen sie dem Vater die Ruhe der Kinder
Gottes und warten auf ein seliges Wiedersehen. Seine liebe
Gemeinde klagt den langjährigen geistlichen Führer und treuen
Berater, seine Amtsbrüder erkennen, was Gott durch den Ent⸗
schlafenen auch auf ihrem Wege getan hat; viele Lutheraner —
denn sein Name hatte weithin einen guten Klang — bedenken
ernstlich, was Gott gegeben, was er genommen hat. — Aber wir
alle wollen um so fester halten, was der Entschlafene zwei Men⸗
schenalter hindurch sich und andern als einzigen Ankergrund der
Seligkeit verkündigt hat: „Das ist je gewißlich wahr und ein
teuerwertes Wort, daß Christus Wünt kommen ist in die Welt,
die Sünder selig zu machen.“ L. Hölter.

Neue Drucksachen.

Alle an dieser Stelle angezeigten Bücher, Mufikalien, Bilder usw. kön⸗
nen durch das Concordia Publishing House, St. Louis, Mo., zu den bei⸗
gefügten Preisen bezogen werden. Wo eine andere Bezugsquelle angegeben
wird, wolle man, bitte, bemerken, ob zu besorgen, falls nicht vorrätig.

Achtzehnter Synodalbericht des California⸗ und Nevada⸗Distrikts
der Deutschen Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St.
Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. 1913. 8. 77 Sei⸗
ten. Preis: 15 Cts.

Zehnter Synodalbericht des Oregon⸗ und Washington⸗Distrikts
der Deutschen Ev.⸗Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St.
Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. 1913. 8. 64 Sei⸗
ten. Preis: 12 Cts.

In dem Bericht des California⸗ und Nevada⸗Distrikts führt der Re⸗
ferent, Prof. W. H. T. Dau, gegenüber den Ausführungen des Kardinals
Gibbons den Nachweis, „daß das lutherische Urteil noch feststeht: Das
Papsttum ist ein Menschengedicht, das nicht geboten, ohne Not und ver⸗
geblich ist'. (S. 10—62.) Dabei werden die jämmerlichen Bestrebungen der
Römlinge, den Primat des römischen Bischofs aus Matth. 16, 13—19 und
Joh. 21, 15—17 erweisen zu wollen, ganz drastisch an den Pranger gestellt
und das richtige Verständnis dieser Stellen aus dem Zusammenhang nach⸗
gewiesen. (Auf Seite 14, Zeile 10 von oben, ist anstatt „Maimonides“ zu

lesen: „Maimbourg.“) — Der zweite Bericht stellt unter Zugrundelegung
von Kol. 3, 1—4, 6 „das Christentum in seiner Betätigung“ dar (S. 747).
Referent: P. O. Fedder. So, wie sie hier geschieht, wird die Auslegung der
Heiligen Schrift eine Quelle reicher Belehrung, Erbauung und innerer
üÜberführung. — Mögen beide Berichte auch außerhalb der Distrikte, für
die sie ursprünglich bestimmt waren, recht zahlreiche Leser finden! K.

TEE SOVG OF TEE REOSE. By Hiltis Grane. From the Swedish
by A4. W. Kjellstrund. Augustana Book Concern, Rock Island,
III. 313 Seiten 547½. Leöinwaändband. Preis: 31.25.

Eine Erzählung, die eine Zeit religiöser Erweckung, wie Schweden
solche mehrfach im letzten Jahrhundert erfahren hat, schildert. Der mäch⸗
tige Einfluß einer solchen Bewegung auf einige Familien des schwedischen
Adels liegt dem Roman zugrunde und wird mit großem Erzählertalent
dem Leser vorgeführt. Leider treten die ungesunden, schwärmerischen Aus⸗
wüchse der Erweckung etwas stark hervor, ohne daß die Verfasserin ein be⸗
friedigendes Urteil über dieselben zu erkennen gibt. G.

BIBLE VERSES OF TEE CATECHISU in the Form of Sunday-
school Tickets. Series IIIII. Je 50 Kärtchen zur Serie. Preis
der Serie: 10 Cts.

In diesen Serien von Sonntagsschulkärtchen kommen die Sprüche des
englischen Synodalkatechismus der Ohiosynode zur Verwendung. In den
sechs Jahren, auf die die Serien berechnet sind, hätten die Kinder 306
Sprüche, alle in dem Synodalkatechismus enthalten, gelernt. G.

TEE DOOTRIVAL STSTEH OF CHARLES T. KUSSELL. Exam-
ined in the Light of the Holy Seriptures by I. W. Schillinger,
Ev. Luth. Pastor, Marion, O. Lutheran Book Concern. 24
Seiten 3½ 6. Preis: 5 Cts., das Dutzend 50 Cts., das Hundert
83.00.
Eine wohlgeratene Widerlegung einiger Irrtümer des Pastors der
Satansschule in Brooklyn. G.

WHAT IS 4 LUTEEREANVT Or, Why Do Vou Call Vourself à Lu-
theran? Published by the Publication Board of the Ev. Luth.
Joint Synod of Ohio and Other States. Lutheran Book Con-
cern, Columbus, O. 28 Seiten 547½. Preis: 10 Cts., das
Dutzend 75 Cts., das Hundert 95.00.

Ein Traktat, der sich hauptsächlich mit der Frage beschäftigt, warum
wir Lutheraner diesen Namen tragen. Es bezeichnet also eigentlich der
Subtitel den eigentlichen Inhalt des Pamphlets. Es wird weniger dar⸗
über gesagt, was der Inhalt des lutherischen Bekenntnisses sei, als viel⸗
mehr eine Rechtfertigung der Bezeichnung „lutherisch“ geboten. Wer mit
Leuten zu tun hat, die sich über diesen Namen unserer Kirche wundern,
gebe ihnen dieses Büchlein in die Hand. Demselben sind angehängt die
95 Thesen Luthers, englisch. G.

Einführungen.

Im Auftrag der betreffenden Distriktspräfides wurden eingeführt:
Am 24. Sonnt. n. Trin. 1913: P. C. F. Rittmann in der Ge⸗
meinde zu Gillett, Ark., von P. J. H. Kleimann.
Am 3. Sonnt. d. Adv.: P. W. G. Nau in der Gemeinde zu Hol⸗
stein, Nebr., von P. A. W. Wilk. — P. M. Nickel in der Gemeinde zu
Lyons, Ill., von P. J. A. Schert.

Als Lehrer wurde eingeführt:

Am 12. Sonnt. n. Trin.: Lehrer M. Braunschweiger als Leh⸗
rer an der Schule der Gemeinde zu Wellsville, N. Y., von P. G. Buch.

Berichtigung. Die Meldung einer Einführung in Granite City,
Ill., gelangte seinerzeit unter folgendem Wortlaut an die Redaktion:
„Eingeführt wurde am 26. Sonntag nach Trinitatis in der Immanuels⸗
gemeinde zu Granite City, Ill., P. L. C. Hermerding durch E. T. Richter.“

Die Redaktion.

Einweihungen.

Dem Dienste Gottes wurden geweiht:

Kirchen: Am 26. Sonnt. n. Trin.: Die neue Kirche (28450 Fuß) der
Gemeinde zu Forest, Wis. (P. Stapel). Prediger: P. Voltz und Prof.
Abbetmeyer (englisch). — Am 27. Sonnt. n. Trin.: Die neuerbaute Kirche
(327460, Turm 70 Fuß) der Gemeinde bei Hoskins, Nebr. Prediger:

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