Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 26 › Seite 411

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 22. Dezember 1914, Seite 411

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Unzucht

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S er 2 utherane

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.

zweiflung winkt dir der helleuchtende Weihnachtsstern. Hier
ist, der auch dich retten kann. Ergreife in kindlichem Glauben
den neugeborenen Sünderheiland! Dann hast du einen festen
Halt für Zeit und Ewigkeit. O wie solltest gerade du dich
freuen über den „hellen Morgenstern“ (Offenb. 22, 16), der
einst in Bethlehem auch dir zu Trost und Heil aufgegangen ist!
So wollen wir denn, geliebte Mitchristen, alle miteinander
uns von Herzen freuen in dieser fröhlichen, seligen Weihnachts⸗
zeit über das große Gnadengeschenk Gottes, das er in dem
Kindlein von Bethlehem der Welt, allen Menschen, dargebracht
hat. Wir wollen miteinander jubeln und singen:
Freuet euch, ihr Christen alle!
Freue sich, wer immer kann,
Gott hat viel an uns getan;
Freuet euch mit großem Schalle,
Daß er uns so hoch geacht't,
Sich mit uns befreund't gemacht.
Freude, Freude über Freude!
Christus wehret allem Leide.
Wonne, Wonne über Wonne!
Er ift die Genadensonne.
So wird's in diesem Jammer⸗ und Tränental licht und
hell. Und im Himmel feiern wir dereinst ewige Weihnachten
in reiner, ungetrübter Himmelsfreude! Th. Henkel.

Eine zweifache Bitte.

Mein lieber Mitchrist und werter Synodalgenosse!
Am 23. Oktober ist von unserm Allgemeinen Kassierer ein
Brief an alle unsere Pastoren geschrieben worden, in welchem
der gegenwärtige bedrängte Stand unserer Synodalkasse mit⸗
geteilt und erklärt wird. Dieser Brief ist nicht nur für unsere
Pastoren bestimmt, sondern unsere Pastoren sind gebeten
worden, den Inhalt desselben ihren Gemeindegliedern mitzu—
teilen. Gewiß ist dies nun schon in Deiner Mitte geschehen
oder geschieht doch in der allernächsten Zeit, sei es in einer
Gemeindeversammlung oder in einem Gottesdienste. Unter
der Voraussetzung nun, daß Du mit dem Inhalte des Briefes
unsers Kassierers bekannt bist, erlaube ich mir, einige freund—
liche Worte der Ermunterung an Dich, mein lieber Synodal—
genosse, zu richten.

Was ist unsere Synodalkasse? Manche unter uns haben
davon gar keinen Begriff, weil sie noch nichts davon gehört
haben, manche einen verkehrten Begriff, indem sie meinen, die
Synodalkasse sei eine reiche oder minderwichtige Kasse und
könne daher hinter andern Kassen zurückstehen. Das ist aber
nicht der Fall. Statt „Synodalkasse“ sollten wir eigentlich
sagen „Gottes Reichskasse“ oder „Gotteskasten“ (Mark. 12,
41—44), dann würde der Name sogleich deutlich zeigen, wofür
diese Kasse verwendet wird. Wie die Gaben des Gotteskastens
in Israel dazu verwendet wurden, um den Gottesdienst zu
erhalten, so dient unsere Synodalkasse ebendiesem Zwecke in
unserer Mitte. Aus unserer Synodalkasse werden vornehmlich
unsere Lehranstalten, unsere Professoren, versorgt. Auf unsern
Lehranstalten werden unsere zukünftigen Pastoren und Lehrer
ausgebildet. Diese Arbeit ist von Gott der ganzen Kirche be—
fohlen. Unterbliebe sie, so würden bald die Pfarren und Schulen
in unserer Mitte wüste liegen, und das Werk der Mission würde
zum Stillstand kommen.

Die Ausbildung von Predigern und Lehrern ist das Haupt⸗
werk der Kirche. Und während die Kirche wohl bestehen, ja
blühen kann ohne prächtige Kirchgebäude, Hospitäler und Wohl⸗
tätigkeitsanstalten, so kann sie nicht das Leben behalten ohne
das Predigtamt. Wie es daher Pflicht eines jeden Christen ist,
daß er seine Prediger und Lehrer erhält, so ist es auch unsere
Pflicht, unsere Professoren zu erhalten, die wir berufen haben,
um für den Bedarf an Predigern und Lehrern zu sorgen.
Darum haben auf die Erhaltung unserer Professoren auch die
folgenden Sprüche Anwendung: 1 Kor. 9, 14: „Der SErr hat
befohlen, daß, die das Evangelium verkündigen, sollen sich vom
Evangelio nähren.“ 1 Tim. 5, 17. 18: „Die Altesten, die
wohl vorstehen, die halte man zwiefacher Ehre wert, sonderlich
die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht
die Schrift: Du sollst nicht dem Ochsen das Maul verbinden,
der da drischt, und: Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert.“ Wie
daher einst unser HErr IEsus an dem Gotteskasten saß und
schaute, wie das Volk Geld einlegte, so kontrolliert er auch
heute noch unter uns die Gaben für die Synodalkasse und er—
wartet, daß wir uns alle daran beteiligen. Von den Reichen
will er reiche Beiträge haben, und die kleinen Gaben der wirk⸗—
lich Armen sind ihm besonders angenehm.

Meine Bitte an Dich, mein lieber Mitchrist, ist nun eine
doppelte: Erstens gib in der gegenwärtigen Festzeit einen
guten Beitrag in unsere Synodalkasse und sieh darauf, daß
Deine Mitchristen in Deiner Gemeinde ein Gleiches tun, damit
wir zunächst einmal aus den Schulden kommen, und zum andern
sorge dafür, daß Deine Gemeinde, wenn dies noch nicht ge—
schieht, diese wichtige Reichssache in ihren Versammlungen be—
spricht und einen Beschluß faßt, daß regelmäßig für diese Kasse
kollektiert werde. Wie es einer Gemeinde eine Schande ist,
wenn sie ihre Prediger und Lehrer nicht anständig ernährt,
so gereicht es allen Synodalgliedern zur Unehre, wenn ihre
Professoren und öffentlichen Lehrer Mangel leiden an der täg⸗
lichen Nahrung. Du wirst bei allen Kindern Gottes Verständ⸗
nis für diese Sache finden, denn die sind alle so geartet, daß
sie in die Reichskasse ihres Gottes gern zahlen, und zwar nicht
etwa nur von ihrem überfluß, sondern von den irdischen Mit⸗
teln, die Gott ihnen zur Verfügung gestellt hat. In der Epistel
des Weihnachtstages heißt es: „JEsus Christus hat sich selbst
für uns gegeben, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtig⸗
keit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig
wäre zu guten Werken.“

Laß mich hier noch auf einen andern Punkt kommen. Eine
Ursache, warum die Beteiligung an unserer Synodalkasse in
unserer Mitte noch immer nicht eine allgemeine ist, ist dem
Umstande zuzuschreiben, daß unsere Christen zu wenig von
unserer kirchlichen Arbeit wissen. Weder wissen sie, daß wir
15 Lehranstalten mit gegen 2000 Schülern und etwa 80 Pro-⸗
fessoren haben, noch daß unser Missionswerk ein weitver⸗—
zweigtes ist. Du, der Du den „Lutheraner“ liest, bist überall
in unserer Synode zu Hause und mit ihren Bedürfnissen ver⸗—
traut. So hilf, niein lieber Synodalgenosse, daß der „Luthe⸗
raner“, wo möglich, in jedes Haus Deiner Gemeinde kommt.
Jetzt beim Beginn eines neuen Jahrganges ist dazu die beste
Zeit. Niemand kann besser für „Lutheraner“-Leser werben,
als wer selbst dieses Blatt liest. Wie beschämt uns Christen
doch in diesem Stücke die Welt! Wie greift sie gerade in diesen
Tagen nach Zeitungen! Man liest sie, weil man sich für den

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