Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 26 › Seite 419
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 22. Dezember 1914, Seite 419
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SEEE „Tutpsranet
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Lage befand, hat er unserer Synode höchst wertvolle Dienste er⸗
zeigt. — Bei aller seiner Arbeit war er heiteren Gemüts.
„Immer fröhlich!“ war sein Wahlspruch, und Heinrich Müller,
der in seinen „Erquickstunden“ dies Wort Paulo nachgesprochen
hat, war einer seiner Lieblingsschriftsteller. Diese Gemütsver⸗
fassung hat ihm und andern viel genützt: ihm dadurch, daß sie
ihn in widerwärtigen Lagen gleichmütig und geduldig erhielt und
ihn vor nutzlosen Klagen und vor Verstimmung bei Mißerfolgen
bewahrte, und andern dadurch, daß sie ihnen den schwindenden
Mut und die Hoffnung belebte. Der persönliche Verkehr mit ihm
wurde dadurch überaus erleichtert und angenehm gemacht. Auch
in seinem öffentlichen Vortrag — und er war sonderlich in den
Jahren seiner besten Kraft ein packender und eindrucksvoller Pre⸗
diger — und in seiner Seelsorge kam diese glückliche Gemüts⸗
eigenschaft zur Geltung und hat ihm viele Herzen gewonnen. —
Für alles, was Gottes Gnade aus ihm gemacht hat, und was er
durch Gottes Gnade unter uns hat verrichten dürfen, sei dem
SErrn der Kirche Dank gesagt. Wir aber wollen dem Ent⸗
schlafenen ein liebendes Andenken bewahren und uns zu fröh⸗
lichem und getrostem Weiterarbeiten- an dem Werk, das er ver⸗
lassen hat, ermuntern. W. H. T. Dau.
Im Alter von 67 Jahren starb am 22. November Daniel
Dietrich Fechtmann, Lehrer der St. Paulusschule zu In⸗
dianapolis, Ind., nach nur vierzehntägigem Krankenlager. Am
25. November wurde seine irdische Hülle zu Grabe getragen. —
Mit fünfzehn Jahren trat Daniel Dietrich Fechtmann in den
Dienst der Schulgemeinde zu Hülseberg, Hannover. Zweiund⸗
fünfzig Jahre lang ist er als Lehrer rastlos tätig gewesen, seit
1865 in der Missourisynode. Die St. Paulusschule hat 33 Jahre
seine Dienste genossen. Vor zwei Jahren feierte die Gemeinde
sein goldenes Amtsjubiläum. Doch setzte er sich nicht zur Ruhe,
da die Gemeinde seiner Dienste in der Schule noch nicht ent⸗
behren wollte. — Fechtmann war von Gott mit feinen Gaben
ausgerüstet und hatte sich ein gründliches, vielseitiges Wissen
angeeignet. Dabei war sein Heiland und dessen Wort ihm alles.
Er hatte das köstliche feste Herz (Hebr. 13, 9). Lieb war ihm
der Dienst in der Schule. Als ein besonderes Gnadengeschenk
Gottes hat er öfters die Arbeit bezeichnet, die er nach seinem
goldenen Amtsjubiläum noch in der St. Paulusschule würde ver⸗
richten können. Vor Jahren diente er der Synode lange in der
Kommission für Realien. In gemischten Konferenzen sowie in
größeren und kleineren Lehrerkonferenzen hat er zahlreiche Refe⸗
rate geliefert. R. D. B.
— π
Neue Drucksachen.
Alle an dieser Stelle angezeigten Bücher, Mufikalien, Bilder usw. kön⸗
nen durch das Concordia Publishing House, St. Louis, Mo., zu den bei⸗
gefügten Preisen bezogen werden. Wo eine andere Bezugsquelle angegeben
wird, wolle man, bitte, bemerken, ob zu besorgen, falls nicht vorrätig.
JESUS, HIS WOEDS AVD HIS VORKS, 40CORDING TO THE
FOUEHN 00SDELINS. By William Dallmann. With explana-
tions, illustrations, applications, 20 art plates in colors after
Dudley. 195 half-tone illustrations by old and new masters,
and 2 maps of Palestine. IX and 481 pages. Size, 7 XIO.
Bound in cloth and embossed in black and gold. Price, 83.00.
Zu beziehen vom Concordia Publishing House, St. Louis, Mo.
Vor uns liegt ein großer, schöner, mit einer Menge zum Teil präch⸗
tiger und seltener Bilder gezierter Band, ein Leben IEsu, das P. Dall⸗
mann im Auftrage des Verlags der Wisconsinsynode verfaßt hat. Solche
Bücher sind ein Zeichen der Zeit. Unser Geschlecht, soweit es überhaupt
christlich ist, liest viel über die Bibel, statt die Bibel zu lesen, und diesem
Begehr müssen wohl oder übel unsere Buchdrucker und Bücherschreiber
nachkommen. Zudem gibt es auch ernste Bibelleser, die an einem Buch
wie dem vorliegenden ihre Freude haben. Allerdinos, wer dem schlichten
Text der Schrift kein Interesse abgewinnen kann, der bedarf besonderer
Reizmittel, um auch an das Lesen von Büchern über die Schrift, über
IEsum herangezogen zu werden. Damit haben auch Herausgeber und
Verfasser dieses neuesten Buches über IEsum gerechnet und haben ein
Buch hergestellt, das nach Ausstattung und Sprache auch beim achtlosen
Durchblättern zum Lesen und Weiterlesen anspornt. Die Vorzüge des
Dallmannschen Stils sind unsern Lesern bekannt. Dallmann schreibt ein
markiges, populäres Englisch. Seine Sätze sind kurz, sagen viel mit
wenig Worten und erinnern in ihrer Zielbewußtheit und Treffsicherheit
an das Abfeuern eines Repetiergewehrs. Jeder Satz hat ein Ziel und
erreicht es auch. So zu schreiben, ist eine hohe Gabe, und in keinem der
vielen Bücher P. Dallmanns kommt diese Gabe zu besserer Geltung als
in seinem esus.“ Er hat vor allem ein sehr interessantes Leben
IEsu geschrieben. In dem Bestreben, die Vorgänge der heiligen Ge⸗
schichte recht anschaulich zu schildern, ist es dem werten Verfasser aller⸗
dings widerfahren, daß er manchmal ein wenig über das Maß historischer
Sachlichkeit hinausgeht. Daß des zwölfjährigen IEsu Besuch in Jeru⸗
salem einfach als „Jesus ISs Confirmed“ angemeldet und nachher bei sei⸗
ner Taufe von einem Gebet um Beständigkeit in seinem Taufbund geredet
wird, macht die Sache allerdings für neukonfirmierte Leser sehr inter⸗
essant, doch schütteln ältere Leser dabei den Kopf. Unter „Jesus and the
Ladies‘ Aid“ wird von den galiläischen Weiblein gehandelt, deren Zu⸗
stimmung zu diesem Vergleich uns nicht so ohne weiteres sicher steht. Wer
sich in der Absicht, Erbauung zu finden, an die Lektüre des Kapitels über
die Stillung des Sturms macht, wird durch die überschrift des folgen⸗
den: „The Brain Storm“ (Heilung des Besessenen!) unangenehm berührt.
Auch über die Bedeutung mancher Ereignisse im Leben des Heilandes wird
nicht immer so geurteilt, daß das Bestreben, dieselben auch einem gedanken⸗
losen Leser mühelos verständlich zu machen, genügend zurückgetreten ist,
so daß man über mehr als eine Auslegung mit dem Verfasser rechten
möchte. Daß es bei der großen Zahl von aus weltlichen Skribenten an⸗
geführten Worten nicht ohne Ungenauigkeit abgeht (so wird Seite 398
ein Ausspruch Lichtenbergs Lessing in den Mund gelegt), ist nicht zu ver⸗
wundern. Dagegen ist nicht so leicht zu entschuldigen, daß die Unter⸗
schriften vieler Bilder den Eindruck erwecken, als seien die Ortschaften,
Gebäude usw., in denen sich die heilige Geschichte ereignet hat, mit den
hier abgebildeten Landschaften und Gebäuden nachweislich identisch.
G.
Hannoversche Missionsgeschichte. Von D. G. Haccius. Druck und
Verlag der Missionshandlung in Hermannsburg. I. Teil: 419
Seiten 5½8½. Preis: M. 2.80; in Leinwand mit Rücken⸗
und Deckeltitel gebunden: M. 3.60. II. Teil: 640 Seiten. Preis:
M. 4; gebunden: M. 5. III. Teil: 552 Seiten. Preis: M. 3.60;
gebunden: M. 4.40.
Mitten in dem Weltkrieg, der dem Friedenswerk der Mission schon
großen Schaden zugefügt hat und unabsehbaren Schaden auf Jahre und
Jahrzehnte hinaus noch zufügen mas, ist uns diese umfassende Missions⸗
geschichte zuhanden gekommen. Man kann sie nur mit regem Interesse
lesen, und besonders ehemalige Hannoveraner und die von Hermanns⸗
burg ausgegangenen Pastoren unserer Synode — und ihrer ist eine ganze
Anzahl — werden dieses Werk zu schätzen wissen. Der Verfasser ist einer
der Direktoren der Hermannsburger Mission, und seine Darstellung ver⸗
wertet, soweit wir urteilen können, gründlich die einschlägigen Quellen,
besonders die Missionsblätter. Der erste Band behandelt die Geschichte
von der Pflanzung der christlichen Kirche in Friesland und Sachsen bis
zur Entstehung der Hermannsburger Mission. Der zweite Band führt
die Geschichte der Hermannsburger Mission vor von 1849 bis zu Louis
Harms', ihres Begründers und langjährigen unermüdlichen Leiters, Tod.
Dieser Band ist auch mit einer Reihe Bildern ausgestattet und schildert
eingehend das südafrikanische Missionsfeld unter den Natalkaffern, den
Zulus und den Betschuanen. Der dritte, ebenfalls illustrierte Band, von
dem die erste Hälfte vorliegt, behandelt insbesondere die Geschichte der
Hermannsburger Mission von 1865 bis zur Gegenwart und zieht außer
der südafrikanischen Mission auch die Telugumission in Indien, die Mis⸗
sion in Australien und Neuseeland und kirchliche Arbeit in Asien und in
Amerika in den Kreis der Betrachtung. Auch über die Missionsanstalt
in Hermannsburg, und was damit zusammenhängt, wird fortlaufend und
eingehend Bericht erstattet. Durch das Missionswerk ist das früher fast
unbekannte, abgelegene Dorf Hermannsburg eine Größe ersten Ranges in
der christlichen Kirche des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts ge⸗
worden. In dem Abschnitt über Harms und Walther und über den Streit
mit der Missourisynode hätten wir einige Fragezeichen zu machen, aber
sonst empfehlen wir das Werk als einen sehr gründlichen und schätzens⸗
werten, manchmal allerdings fast etwas zu breit ausgeführten Beitrag
zur Missionsgeschichte der neueren Zeit. L. F.
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