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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 3. August 1915, Seite 308
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German transcription machine transcription, uncorrected
P. Manz über Luk. 7, 13.
308
die Abschiedsrede. In der Taborkirche, in welche sechs Amts⸗
brüder den Sarg unter dem Ehrengeleite des Vorstandes und des
Lehrers der Gemeinde trugen, predigte P. H. Succop über Luk. 2,
29. 30. Die herzliche Teilnahme der Konkordiagemeinde brachte
P. A. E. Reinke und die der Dreieinigkeitsgemeinde P. A. Both
zum Ausdruck. Am Grabe auf dem St. Lukas⸗Gottesacker am⸗
tierte P. P. Lücke und redete Worte des Lebens über Joh. 11,
25. 26. — An seinem Sarge wurde bezeugt: „Der Entschlafene
hatte viel gelernt. Er war auf hohen Schulen gewesen und hatte
fleißig studiert. . . . Zu seinem Amt hatte Gott ihn mit schönen
Gaben ausgeschmückt. . . . Vor allem aber war er ein auf—
richtiger Christ. Als Gatte und Vater, wohin ihn Gott auch
führte, wollte er den Seinen voranleuchten; er lebte in dem,
was er predigte. Daß JEsus sein Heil geworden war, leuchtete
in seinem Wandel.. Er predigte Gottes Gesetz in seiner
vollen Schärfe und Strenge . . .aber er ließ seine Zuhörer,
an denen das Gesetz seine Wirkung getan hatte, nicht in der Angst
und Not stecken. Seine Augen hatten seinen Heiland ge—
sehen, und seine Zuhörer sollten auch diesen Heiland sehen.“
„JEsus allein!“ das war sein Stecken und Stab, und „JEsum
allein“ brachte er und wollte er nur bringen allen seinen Ge—
meinden. „JEsus allein“ — mit dem Bekenntnis auf den Lippen,
mit dem Trost im Herzen ist er zu IEsu ins Ehrenreich einge—
gangen. JIEsus allein sei auch einst unser Trost in unserm
Sterbestündlein! A. D. W.
Nach Gottes verborgenem, aber doch gewißlich weisem und
heilsamem Rate wurde Lehrer Gustav Arnold Meyer,
Lehrer an der Gemeindeschule zu Walburg, Tex. (P. H. Sieck),
am 14. Juni in einer für uns bestürzenden, für ihn aber, wie
wir zuversichtlich hoffen, seligen Weise plötzlich aus dieser Zeit—
lichkeit abgerufen. An genanntem Tage nach Schulschluß ver⸗
anstaltete er mit seiner Familie, der Schwiegermutter und drei
Schwägern einen Ausflug. Da ereignete es sich, daß er während
des Badens in ein tiefes Loch hineingeriet. Seine heftigen An-⸗
strengungen im Wasser wurden jedoch den andern erst auffällig,
als er mit einem Ruf um Hilfe in die Tiefe sank. Wohl sprang
einer seiner Schwäger ihm darauf sofort nach, aber zu spät. Erst
nach einer Stunde gelang es, den Verunglückten an die Ober-⸗
fläche zu bringen. Auch alle ärztliche Hilfe, die sofort zur Stelle
war, blieb vergeblich. Am 16. Juni wurde sein Leichnam unter
großer Beteiligung christlich zur Erde bestattet. Im Hause redete
In der Kirche hielt P. Kramer die
deutsche Leichenrede über Jes. 45, 15 und P. Werner eine eng—
lische über die Worte: „Dein Wille geschehe!“ Gemeindechöre
und Schulkinder sangen passende Lieder. — Lehrer Meyer wurde
am 21. Dezember 1884 bei St. Charles, Mo., geboren. Seinen
ersten Unterricht genoß er in der Gemeindeschule zu Orchard Farm,
seine spätere Ausbildung im Lehrerseminar zu Addison. Seit
dem 14. Oktober 1906 hat er obgenannter Schule mit Geschick
und großer Treue gedient. — „Kommt, wir wollen wieder zum
HErrn; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen;
er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden“, Hos. 6, 1.
H. Studtmann.
Am 23. Juli starb in Enid, Okla., zwei Tage nach einem
Automobilunfall, Ewald C. Schröder, Student der Theo—
logie in unserm Seminar zu St. Louis. Er ist am 26. Juli in
Orlando, Okla., begraben worden. Er hatte seine Vorstudien auf
unserm College in Concordia gemacht, war im September 1912
hier eingetreten, hat ein Jahr in der Indianermission in Wis⸗
consin ausgeholfen und wäre nächstes Jahr in das Amt getreten.
Er hat ein Alter erreicht von 23 Jahren, 8 Monaten und
20 Tagen. Gottes Wege sind wunderbar!
L. JFürbringer.
Am 19. Juli entschlief im HErrn Harvey Adolf Her⸗—
mann Moung, ein angehender Quartaner unsers St. Johns⸗
College, im Hospital zu Winfield, Kans., infolge einer Blind—
darmoperation. Er brachte sein Alter auf 18 Jahre, 4 Monate
und 13 Tage. Er war begabt und fromm, berechtigte also zu
guten Hoffnungen. — In Winfield wurde ein kurzer Trauer—⸗
gottesdienst gehalten, geleitet vom Anstaltsseelsorger. Die Leiche
wurde im Heimatsort des Verstorbenen, Orlando, Okla., bestattet.
Der Seelsorger der Gemeinde, P. Fritsche, hielt die Leichenpredigt
und der Unterzeichnete eine englische Ansprache. Gott tröste die
lieben Christen und ersetze auch uns vielfältig die entstandene Lücke
A. W. UDner
in der Reihe seiner jungen Streiter!
Bene „ Druckfa⸗ achen.
Alle an dieser Stelle angezeigten Bücher, Musikalien, Bilder usw. kön⸗
nen durch das Concordia Publishing House, St. Louis, Mo., zu den bei⸗
gefügten Preisen bezogen werden. Wo eine andere Bezugsquelle angegeben
wird, wolle man, bitte, bemerken, ob zu besorgen, falls nicht vorrätig.
Synodalberichte des Jahres 1915. 1. Ostlicher Distrikt. 80
Seiten. Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. Preis:
15 Cts.
Wieder beginnt die Reihe unserer Synodalberichte. Der Sstliche
Distrikt hörte Präses H. H. Walkers letzte Synodalrede, die eine treffliche
Einleitung war zu den Lehrverhandlungen. Der neuerwählte Präses,
P. F. C. Verwiebe, war Referent. Sein Thema war: „Die Reformation
durch Luther ein Werk Gottes.“ Diese Arbeit ist eine prächtige Vor⸗
bereitung auf das Jubeljahr der Reformation, 1917. Es ist da zunächst
die Rede von der Entstehung und Entwicklung der Macht und der An—
sprüche des Papsttums. Dann werden Irrlehren und Verderbnis des
Papsttums kurz geschildert, und es wird der Bekämpfungen des Papst⸗
tums vor Luther gedacht. Hierauf setzt die Geschichte der Reformation
ein. Die Ausrüstung und Vorbereitung des Werkzeugs. Der Anfang,
veranlaßt durch Tetzels Ablaßhandel: die 95 Thesen Luthers und ihre
Wirkungen. Die reformatorischen Hauptschriften Luthers. Luther in des
Papstes Bann, und nach dem Reichstag zu Worms auch in des Kaisers
Acht; sein Aufenthalt auf der Wartburg, seine sieghafte Bekämpfung der
Wittenberger Schwarmgeister; seine weitere bauende und wehrende Tätig⸗
keit bis zum Jahr 1525 — alles dies ist trefflich und gemeinfaßlich ge⸗
schildert unter Berücksichtigung auch der neueren Lutherforschung; erbau—
lich und belehrend. K.
Ein einfaches Unterrichtsbuch in den biblischen Geschichten,
Sprüchen und dem Kleinen Katechismus von Adolf T.
Hanser. Lutheran Publishing Co., 105 Florida St., Buf.
falo, N. V. 1914. 128 Seiten 547, in Leinwand gebunden.
Preis: 40 Cts.
Das vorliegende Buch verbindet, wie der Titel besagt, den biblischen
Geschichts- und den Katechismusstoff für den Unterricht in der Sonntags⸗
schule. Es ist entstanden aus der Erfahrung, die man mit solchen macht,
die keine Gemeindeschule besucht haben, denen die biblischen Geschichten
mehr oder weniger fremd sind, und die darum dem Unterricht im Kate⸗
chismus nicht immer befriedigend zu folgen vermögen. Daß dies ein
Übelstand ist, liegt auf der Hand: daß darum ein Buch, das den Katechis⸗
mus⸗ und biblischen Geschichts unterricht verbindet, sehr willkommen sein
wird, ist gewiß. Daß aber bei der Ausführung des Planes auch nicht
geringe methodische Schwierigkeiten zu überwinden sind, zeigt der vor⸗
liegende Versuch. Wie kann man es vermeiden, daß der natürliche Gang
der biblischen Geschichte nicht zerrissen wird? Beim zweiten Artikel folgen
hier Matth. 17, 1—9, Luk. 1 und 2, Matth. 27, 1—33. 33—56. 57—66;
28, 1—15; Apost. 1, 1—12; Matth. 25, 31—46 aufeinander. L. F.
D. Johann Albrecht Bengel. Ein Gelehrtenbild aus der Zeit des Pie⸗
tismus von Friedrich Nolte, Oberlehrer in Cassel. Güters⸗
loh. Druck und Verlag von C. Bertelsmann. 1913. 169 Seiten
548. Preis: M. 2.40; gebunden: M. 3.
Diese Lebensbeschreibung des vielgenannten und bis auf den heutigen
Tag berühmten württembergischen Schriftauslegers Bengel wendet sich zwar
nicht bloß an Theologen, wird aber naturgemäß diese, und zwar alte und
junge, besonders interessieren. In schlichter, gut lesbarer Darstellung, ge—
schichtlich getreu und ohne Tendenz schildert sie das Leben und besonders
eingehend auch die Entstehung der Schriften Bengels, die seinen Namen
der Nachwelt bekannt erhalten haben. Niemand wird sie ohne manniofache
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