Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 19 › Seite 359

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 14. September 1915, Seite 359

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heilige Predigtamt weiter vorbereiten zu lassen. Die Schüler—
zahl nahm nun auch stetig zu, so daß die Aufsichtsbehörde vor
zwei Jahren sich genötigt sah, sowohl für eine weitere Lehr⸗
kraft zu sorgen, als auch den Distrikt dringend zu ersuchen, mehr
Raum zu beschaffen. Beides ließ der HErr gelingen. Als
Hilfslehrer wurde von der Anstaltsbehörde Prof Theo. Brohm
sen. angestellt, der dreiunddreißig Jahre lang an unserm Schul⸗—
lehrerseminar zu Addison eine Professur und vom Jahre 1906
an auch das dortige Direktorat bekleidet, aber seines vorge—
rückten Alters wegen im Jahre 1913 sein Amt daselbst nieder⸗—
gelegt hatte.

Zur Abhilfe des Raummangels faßte die im Jahre 1913
in Los Angeles versammelte Distriktssynode im Vertrauen auf
Gottes Hilfe den wichtigen Beschluß, ein ganz neues Anstalts—
gebäude zu errichten, und dieser Beschluß wurde prompt aus—
geführt, so daß unsere Concordia in California, Gott Lob!

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noch extra dargereicht wurde. Aufrichtige opfernde Liebe unter
den Mitchristen dieses Synodaldistrikts trat stark zutage, als
P. J. H. Theiß im Auftrag der Aufsichtsbehörde eine Gemeinde
nach der andern besuchte, um die erforderlichen Mittel für den
Neubau zu sammeln. Gott machte die Herzen willig, für die
gute Sache große Opfer zu bringen, so daß, nachdem die noch
ausstehenden unterschriebenen Summen einbezahlt, und das
alte kleine Eigentum verkauft sein wird, die neue Anstalt
schuldenfrei dastehen kann.

Im Vergleich mit unsern älteren Lehranstalten hat die
unsrige freilich eine bescheidene Anzahl Schüler, und mancher
möchte meinen, die Arbeit der Lehrer sei entsprechend leicht.
Das ist jedoch nicht der Fall. Die Schüler sind auf vier Klassen
verteilt, und es gilt, das Ziel im Auge zu behalten, so daß beim
Abschluß der vier Jahre die Abgehenden befähigt sein sollen,
in einer ganz neuen Anstalt, in einem unserer östlichen Voll—

California⸗Concordia⸗College, Oakland, Cal.

jetzt ein prächtiges neues Heim besitzt. Über die überaus liebliche
Feier der Einweihung am 11. April ist ja ausführlich im
„Lutheraner“ (Jahrg. 71, Nr. 10, S. 187) berichtet worden.

Das neue Gebäude steht auf einem sehr günstig gelegenen
Grundstück, das einen Flächenraum von fünf Acker umfaßt,
und das die Lutheran Education Society of California, die
besonders die Förderung unserer Anstalt zum Zwecke hat, zum
Preis von §11,500 erworben und der Synode schuldenfrei über⸗
geben hat. Das Gebäude selbst, aus reenforced concrete auf⸗
geführt, ist eine wirkliche Zierde seiner Umgebung, und —
wichtiger als das — es entspricht den Bedürfnissen in jeder
Beziehung. Es bietet Raum für etwa hundert Schüler.
ganze Einteilung der Räumlichkeiten läßt wenig zu wünschen
übrig. Lehrzimmer, Bibliothek, Fakultätszimmer, Wohn- und
Schlafzimmer der Schüler, Eßsaal, Küche, Gänge — alles ist
wohl gelungen. Das bezeugt ein jeder, der den Bau gründlich
in Augenschein genomnien hat. Die Kosten desselben beliefen
sich auf 535,000, die Summe, welche der Distrikt bewilligt hatte,
mit Ausschluß der Summe von etwa §2300, die zur Beschaffung
der inneren Einrichtung nötig war und erfreulicherweise zum
größten Teil von den verschiedenen Frauen⸗ und Jugendvereinen

Die

gymnasien, die Arbeit in Sekunda in Angriff zu nehmen. Jeder
der wenigen Lehrer muß daher nicht nur so ziemlich in allen
Unterrichtszweigen arbeiten, sondern sehr häufig auch zwei ver⸗
schiedene Klassen zu gleicher Zeit beaufsichtigen. Und gilt es,
einzelnen Schülern, die in gewissen Fächern, zum Beispiel im
Deutschen, Schwächen zeigen, während sie sonst der Aufgabe
einer Klasse gewachsen sind, Nachhilfe zu leisten, so bleibt es
nicht aus, daß die Lehrer einen Abend nach dem andern, der
nicht der Erholung, sondern der Vorbereitung gewidmet sein
sollte, wieder dem direkten Unterricht zuwenden müssen.

Da müssen wir dem lieben Gott danken, daß er gnädig
geholfen und die bisherige Arbeit nicht hat vergeblich sein lassen.
Seit der Gründung unserer Anstalt im Jahre 1906 hat eine
ganze Anzahl unserer lieben Schüler in die östlichen Lehran⸗
stalten eintreten dürfen. Auch in diesem Jahre sind wieder
vier östlich gezogen, um ihren Kursus in einem Obergymnasium
fortzusetzen. Eine ganze Anzahl solcher, die sich zum kirchlichen
Dienst nicht entschließen konnten, ist mit schöner geistiger Vor⸗
bereitung in bürgerliche Berufe eingetreten, und wir dürfen
hoffen, daß sie den Wert christlicher Schulung in unsern Ge⸗
meinden zur Geltung bringen.

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