Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 19 › Seite 365
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 14. September 1915, Seite 365
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German transcription machine transcription, uncorrected
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S Ner „Tutßeraneeee
*
kenntnis der Wahrheit komme! Ja, sein Wort ist der beste
Tröster in allen Lebenslagen, auch in irdischer Not.““
Indien. Über die Heidenpredigt enthält die vorliegende
Nummer unserer Zeitschrift einen längeren Artikel, der sorg—
fältig gelesen werden sollte, da er einen Einblick in die Arbeit
unserer ostindischen Missionare gewährt. P. Friedrich, der ja
als Missionsdirektor unsere indischen Missionsfelder bereiste,
schreibt in seinen Missionsberichten folgendes über eine Heiden—
predigt, der er beigewohnt hat: „In Vaniyambadi hatte ich
Gelegenheit, einer Heidenpredigt beizuvohnen. Am 2. Januar
1913 fuhr ich morgens um fünf Uhr mit den Missionaren Freche
und Stallmann nach dem etwa vier Meilen entlegenen Paria⸗
dorfe Vellayampattu. Als wir dort ankamen, war es noch
dunkel. Die drei christlichen Lehrer und etliche Kostschüler, die
uns vorausgeeilt waren, stellten sich bei einem Götzentempel
mitten im Dorfe auf und spielten auf Geigen und Trommeln
und sangen christliche Lieder. Bald wurde es lebendig im
Dorfe. Hier und dort krochen die Eingebornen verschlafen aus
ihren elenden Hütten hervor und kamen herzu. Es währte
nicht lange, da waren wir von etwa 150 Zuhörern umringt.
Erst redete Missionar Freche und dann der Reihe nach die drei
Lehrer. Gesang und Reden wechselten ab. Da es ja noch um
die Weihnachtszeit war, so wiesen die Redner die versammelten
Heiden hin auf den neugebornen Heiland, der auch der Heiden
Heiland, der auch für sie geboren, auch für sie gestorben sei.
Das Wort von diesem Heiland werde in der Kirche in Turayeri
gepredigt; sie sollten doch kommen und das Wort, das auch sie
selig machen könne, hören. In unsern Schulen würden die
Kinder unterrichtet in der göttlichen Wahrheit. Dort drüben
stehe unsere Schule; dorthin sollten sie ihre Kinder schicken.
Ich war sonderlich erstaͤunt über die feurige, hinreißende Be—
redsamkeit des Lehrers Jovan. Die Redner wurden von den
Eingebornen oft mit allerlei spitztindigen Fragen unterbrochen.
Dann gab es eine lebhafte Debatte. Während der Predigt ging
die Sonne auf und warf ihre goldenen Strahlen über dies
eigenartige Bild. Da kam mir der Gedanke: O daß doch auch
die Sonne der Gerechtigkeit über diese Armen aufgehen und
ihr finsteres Herz mit ihren himmlischen Strahlen erleuchten
möchte! So gehen unsere Missionare aus an die Landstraßen
und Zäune in der Heidenwelt und rufen: „Kommt, es ist auch
für euch alles bereit!‘ Was ich in jener Morgenstunde dort in
Vellayampattu gesehen habe, hat sich meinem Gedächtnis un⸗
auslöschlich eingeprägt.“
Sur kirchlichen Chronik.
Unser St. Loniser theologisches Concordia⸗Seminar begann
am 8. September sein neues Studienjahr. Bei der Eröffnungs⸗
feier hielt der Präses der Anstalt, Prof. D. F. Pieper, die Rede.
Soweit am ersten Tage dies festgestellt werden konnte, wird
folgendes der Personalbestand dieses Studienjahres sein:
Eingeschrieben. Vikarieren. Anwesend.
I. Klassee 101 4 97
II. Klassee 122 17 105
III. KIasse 10⁵5 1 104
328 22 306
105 Studenten sind neu eingetreten und kommen von den fol⸗
genden Vorbereitungsanstalten:
365
Entlassen. Eingetreten.
Fort Wayhhhhhhhhs 27 2⁴
Milwaukeee 2²2 20
St. Pauulunnunn ·„ 14 13
Concordánn. 26 2⁵5
Bronrvilllledlldldd 11 10
Winfieobddddʒddddd᷑)k 7 7
ConovoeeerrrrrrrrrrMr. 3 1
11⁰ 100
Zu diesen 100 kommt 1 Abiturient aus Milwaukee vom Jahre
1914, der das vergangene Jahr auf dem theologischen Seminar
in Wauwatosa, Wis., studiert hat, 1 Abiturient aus St. Paul
vom Jahre 1914, 2 Abiturienten vom Northwestern College in
Watertown, Wis., und 1 Student aus China, der Sohn Mis⸗
sionar Arndts, der den größten Teil seiner Vorbildung in
St. Paul erhalten hat. Dort hat auch der neueingetretene Sohn
unsers indischen Missionars Freche studiert. Außer den er—
wähnten 22 Vikaren, die schon während des Sommers ihre
Stellen erhalten haben, werden noch 9 Studenten zur Aushilfe
für das ganze Jahr begehrt. Gott sei unserer Anstalt und allen
unsern Anstalten im neuen Studienjahre nahe mit seiner Gnade,
seinem Schutze und seinem Segen! L. F.
Erfreuliches von den Missionsfesten. Dem aufmerksamen
Leser der Berichte über die Missionsfeste tritt mancherlei Erfreu—
liches darin entgegen. Es finden sich da Gemeinden aufgeführt,
die trotz ihrer geringen Gliederzahl ganz erkleckliche Beiträge
zum Missionswerk bringen, und andere, größere Gemeinden, die
bisher nicht viel beigesteuert haben, sind jetzt mit bedeutenden
Summen verzeichnet. Zuweilen beschreibt auch ein Pastor in
seiner Einsendung, auf welche Weise das Resultat erzielt wor⸗
den ist. So schrieb vor einigen Wochen ein Pastor aus Nebraska:
„Mit Lob und Dank gegen Gott, der die Herzen meiner Ge—
meindeglieder willig gemacht hat, berichte ich das Ergebnis unsers
diesjährigen Missionsfestes. Noch nie hat diese Gemeinde, die
immer für sich feiert, eine solche Summe kollektiert. Trotz einer
weniger als halben Ernte kam die Summe von 583 zusammen.
Das ist §1.40 auf jedes kommunizierende Glied. Ich hatte am
Sonntag vorher eine Predigt gehalten über das Geben für Got⸗
tes Reich, und heute ging ich in der Predigt gar nicht auf diesen
Punkt ein, sondern führte ihnen die Köstlichkeit des Evangeliums
vor Augen mit diesem Resultat.“ Aus Wisconsin wird ge⸗
schrieben: „Am 10. Sonntag nach Trinitatis feierten wir unser
Missionsfest. Die fünf Gemeinden, die meine Parochie bilden,
waren daran beteiligt. Die Leute sind zum Teil noch recht arm
(Anfänger). Als es nun in der Woche vor dem Missionsfest
sünf Tage hintereinander regnete, und die Ernte der Leute großen
Schaden litt, da fürchtete ich sehr, daß sich der allgemeine Miß—
mut auch in der Kollekte zeigen würde. Trotzdem kam viel mehr
zusammen als je zuvor. Die Kollekten selbst beliefen sich auf 892.
Im ganzen konnte ich §170 einschicken. Ich freue mich natürlich
sehr. Dieses Jahr haben wir zum erstenmal Kuverte gebraucht.
Die Kollekte war um §20 größer als letztes Jahr. Ohne Zweifel
wäre ohne Kuverte viel weniger eingekommen, weil eine ganze
Anzahl der Glieder nicht anwesend war. Die meisten von diesen
hatten ihr Kuvert mitgeschickt.“ Ein Pastor aus Nord⸗Illinois
schreibt: „Wir haben das Fünffache früherer Jahre kollektiert.
Das haben wir dem Kuvertsystem zu verdanken.“ Das wird
niemand so verstehen, als ob dem System die Ehre gegeben wird,
die dem Evangelium gebührt. Nur durch das Evangelium wer—
den Christen zum willigen Geben gereizt und fähig gemacht.
Doch hat auch diese Gemeinde erfahren, daß das Kuvertsystem
ein schönes Mittel sein kann, das einzelne Glied an seine
Missionspflicht zu erinnern. Es tut dieses Jahr allerdings not,
daß in rechter evangelischer, aber nichtsdestoweniger dringender
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