Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 2 › Seite 23
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 18. Januar 1916, Seite 23
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German transcription machine transcription, uncorrected
S Der „Tuth⸗ aner&
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*
elende Brocken? Man wolle dann doch angeben, wie viele von
den Gnadenverheißungen Gottes der Kirche Gottes in unserer
Zeit angehören und wie viele dem erhofften tausendjährigen
Reich. Nein; wir essen von allen Früchten der Bäume im
Garten, die Gott uns zugedacht hat, und lassen uns nichts von
dem nehmen, was dem ganzen Reich Gottes eigentlich angehört.
„Alles ist euer.“ F. C. G. S.
—.w.,
Die Schule der Dreieinigkeitsgemeinde zu
Indianapolis, Ind.“*)
Schon im Jahre 1872 hatte die St. Paulusgemeinde in
Indianapolis eine Zweigschule mit zwei Klassen auf der Nord—
seite der Stadt errichtet. An derselben standen die Lehrer
A. Krome und H. Kors. Als im Dezember 1875 die Drei—
einigkeitsgemeinde sich von der St. Paulusgemeinde abzweigte,
wurde diese Schule Eigentum der neugebildeten Gemeinde.
Bis Ende 1914 diente dies Schulgebäude ununterbrochen
seinem Zwecke als zweiklassige Genieindeschule. Mit wenig
Ausnahmen schickten die Glieder der Gemeinde regelmäßig
bis zu ihrer Konfirmation — seit einigen Jahren bis zu den
Sommerferien nach der Konfirmation — ihre Kinder in dieselbe.
Viele Jahre lang plante die Gemeinde einen neuen Schul⸗
bau. Die Platzfrage jedoch hinderte lange die Ausführung
des Planes. Das Wachstum der Stadt und das Ausdehnen
der Stadtgrenzen brachte es mit sich, daß die Gemeindeglieder
Kirche wie Schule je länger, je weiter fernrückten. Zurzeit
wohnen nur noch vereinzelte Glieder nahe bei Kirche und
Schule. Die Schwierigkeit, wegen der Entfernung und des
geschäftigen Treibens auf den Straßen der Großstadt insonder—
heit die kleinen Kinder in die Schule zu bekommen, ist von
Jahr zu Jahr größer geworden. Trotzdem seit Jahren die
Schule der Dreieinigkeitsgemeinde zu Indianapolis, Ind.
Kinder unentgeltlich geschult werden, wurden vornehmlich kleine,
eben ins Schulalter eintretende Kinder in die näher gelegenen
Staatsschulen gesandt. Die Gemeinde erkannte, daß man diese
Kinder nur dann in die im geschäftigen Viertel der Stadt ge—
legene Gemeindeschule bekommen werde, wenn die Gemeinde
*) Erster Artikel in einer Serie, die das Gemeindeschulwesen unserer
Synode vor Augen führen soll. Die Redaktion.
solchen Eltern, die weitab von der Schule wohnen, die Sorge
um ihre Kinder abnehmen könnte.
So schaffte die Gemeinde im Jahre 1911 einen geräumigen
Schulwagen an und machte den Eltern das Anerbieten, die
Kinder unentgeltlich morgens zur Schule und abends wieder
A
Schulwagen der Dreieinigkeitsgemeinde zu Indianapolis, Ind.
heimfahren zu lassen. Das half. Sofort wurden der Ge⸗
meindeschule die Kleinen anvertraut. Der Kirchendiener be—
kam einen vom Schulrat ausgearbeiteten bestimmten Fahrplan,
so daß sowohl die Kinder als der Fuhrmann ganz genau die
Auf⸗ und Absteigeplätze wußten. Es waren das Plätze, an
denen die Kinder im Warmen stehen konnten und also nicht
dem Wind und Wetter ausgesetzt waren. Es war eine Lust,
den häufig mit neunzehn Kindern gefüllten Wagen heranfahren
zu sehen.
Zu Anfang des Jahres 1915 konnte mit Lob und Dank
gegen Gott die neue Schule endlich eingeweiht werden. Diese
ist, wie auf dem Bilde zu sehen, ein Prachtbau. Den Bauplatz
für die neue Schule kaufte die Gemeinde für die Summe von
512,000. Das Gebäude selbst kam auf etwas über §29,000
zu stehen. Neue Möbel, Schulapparate und viele Sachen, die
der Schule innen wie außen zur Zierde gereichen, wurden von
den Gliedern der Gemeinde, nachdem man mit Freuden für
die Errichtung der Schule große Opfer gebracht hatte, geschenkt.
Die Gemeinde erkennt in der Schule die Pflanzstätte der Ge—
meinde und ein herrliches Kleinod derselben und ist für die
Erhaltung und Hebung derselben zu den größten Opfern bereit.
Die neue Schule ist etwa eine Meile von der Kirche entfernt,
aber dem Distrikt näher gerückt, aus welchem die meisten Kinder
zu erwarten sind. Dadurch ist der Schulwagen zeitweilig un—
nötig geworden. Einzelnen Kindern wird das zur Benutzung
der Straßenbahn nötige Fahrgeld von der Gemeinde ver—
abreicht.
Neben den zwei Klassenzinnnern enthält das Gebäude im
ersten Stockwerk Konfirmanden- und Nähzimmer, ein Emp⸗
fangszimmer und einen gut erleuchteten, großen Korridor.
Im zweiten Stock befindet sich ein gut eingerichteter Saal für
Gemeindeversammlungen und Vereinszwecke, in welchem nahezu
600 Personen Sitzplatz finden können. Im Erdgeschoß be—
finden sich sanitär eingerichtete, durch besondere Stiege erreich⸗
bare Gemächer für Knaben und Mädchen und für die Lehrer
sowie große Räume, die als Tummelplatz dienen. Ein Heizungs⸗
und ein Kohlenraum find an der Rückseite des Gebäudes feuer⸗
fest ausgebaut.
Zurzeit stehen der Schule die Lehrer A. Hoffmann und
H. Dornseif vor. Der Unterricht wird hiesiger Verhältnisse
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