Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 2 › Seite 25
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 18. Januar 1916, Seite 25
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Zeitſchriften 2
SEI 2„Tutheranehss
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Als der Eigentümer nach Mitternacht die Mühle außer
Trieb setzte und sich in sein warmes Bett legte, bereiteten auch
wir unser Lager. Die mit Mais gefüllten Säcke, die uns zuvor
als Sessel gedient hatten, wurden der Länge nach auf dem
Boden ausgespreizt, um als Bett zu dienen. Wie wir eben
waren: durchnäßt und ohne Decke, legten wir uns auf die
Säcke nieder und waren bald im tiefsten Schlaf. Selbst von
der Kälte, die auf den Regen gefolgt, und dem Reif, der ge⸗
fallen war, hatten wir nichts gespürt. Auch hatte weder die
Kälte noch die Durchnässung irgendwelche nachteilige Wirkung
auf unsere Gesundheit.
In aller Frühe waren wir am nächsten Morgen wieder
wach und machten uns ohne weiteres, ohne ein Frühstück zu
uns genommen zu haben, auf die Weiterreise. Nach einem
fast zweistündigen Ritt durch Gewässer, durch endlosen, tiefen
Morast, über steile, mit Steinen dicht besäte Berge und durch
tiefe, abgeschlossene Täler und Schluchten hatten wir unser
Ziel erreicht. Die vier Familien, die sich hier zur Predigt
halten, waren bereits zum Gottesdienst versammelt. Nachdem
uns die liebe Frau meines Begleiters etwas Essen (trockenes
Maisbrot und schwarzen Kaffee) bereitet, und wir es uns gut
hatten schmecken lassen, fing der schlichte Gottesdienst an. Mit
welcher Andacht lauschten diese armen Leute, die unter den
Polen zerstreut im Urwald stecken, den Worten der Predigt
vom Sünderheiland, der auch sie selig machen wolle! Ein
solcher Anblick entschädigt für alle Strapazen und Entbeh⸗
rungen, die man auf Reisen zu leiden hat. J. Busch.
(Schluß folgt.)
Zur kirchlichen Chronixk.
Der „Southern Lutheran“, den unsere Brüder im Südlichen
Distrikt herausgeben, sagt: „Ein Grund, warum die Verbreitung
unserer offizicllen Synodalblätter eine so beschränkte ist, ist, wie
wir bei einer früheren Gelegenheit bereits angemerkt haben, dieser,
daß sie tatsächlich hinausgedrängt werden durch die Menge der
lokalen Blätter, die über das ganze Land hin von Gemeinden,
Konferenzen und Distrikten herausgegeben werden. Es besteht
ja eine gewisse Berechtigung für die Herausgabe eines lokalen
Kirchenblattes. Jeder Distrikt hat seine eigenen Bedürfnisse und
Schwierigkeiten, und zuweilen bedürfen seine Glieder einer Auf⸗
klärung in bezug auf eine bestimmte Frage der Lehre und des
Lebens. Aber wir sind überzeugt, daß dieser Zweck auf eine
andere Weise besser und gründlicher erreicht werden kann. Wie
denn? Dadurch, daß man zuweilen sogenannte bulletins oder
Blättchen von vier bis acht Seiten ausgehen läßt. Diese Weise
wird schon von einigen Distrikten befolgt, so neuestens auch vom
Teras-Distrikt; und der Erfolg scheint ein recht befriedigender
zu sein. Kleine Distriktssynoden wie die unsrige brauchen nur
drei⸗- oder viermal im Jahre ein solches bulletin herauszugeben;
größere Distrikte werden es vielleicht vorteilhaft finden, alle zwei
Monate oder auch monatlich ein solches ausgehen zu lassen. Jedes
bulletin kann etwa von einem bestimmten Stück der kirchlichen
Arbeit handeln, zum Beispiel Mission, Lehranstalten, Waisen⸗
haus usw., und es kann auch Finanzberichte und Quittungen über
Gaben bringen; und es sollte unentgeltlich in allen Gemeinden
verteilt werden gerade vor dem betreffenden Sonntag, an welchem
eine besondere Kollekte erhoben werden soll für jenen besonderen
Zweck. Ein Blatt hat immer eine sehr beschränkte Verbreitung
und ist in manchen Gemeinden im Distrikt kaum bekannt und
wird wenig gelesen. Einige tausend solcher bulletins dagegen
würden jede Familie in dem betreffenden Distrikt erreichen und
ein bedeutend größeres Interesse an kirchlicher Arbeit erwecken,
als ein paar hundert Exemplare eines Kirchenblattes dies tun
können. Was kirchliche Neuigkeiten aus dem Distrikt betrifft, so
können diese natürlich in einem solchen bulletin keinen Raum
finden. Wenn sie von allgemeinem Interesse sind, so sollten sie
im offiziellen Kirchenblatt erscheinen; wenn sie aber nur eine
Gemeinde angehen (wie es meistens der Fall ist), dann ist es
ebensogut, daß sie ungedruckt bleiben und nicht der Kirche im all⸗
gemeinen aufgedrängt werden. Etwa neun Zehntel des Lese⸗
stoffes eines lokalen Blattes ist derselben Art wie der, welcher im
allgemeinen Kirchenblatt geboten wird. Sollte in einem Distrikt
das Bedürfnis sich zeigen, daß ein besonderer Gegenstand be—
sprochen werde, dann stehen abermals die Spalten des offiziellen
Kirchenblattes offen. Was endlich die Kosten des Drucks und der
Aussendung solcher bulletins betrifft, so sind sie zum Beispiel bei
einem vierteljährlichen bulletin eine Kleinigkeit. Die Ausgaben
würden kaum 530 übersteigen und könnten aus den Kassen, in
deren Interesse sie ausgesandt werden, genommen oder durch eine
oder zwei Kirchenkollekten im Distrikt aufgebracht werden. Die
Befolgung dieses Planes würde gewiß die Bahn freimachen für
eine größere Verbreitung unserer offiziellen Kirchenblätter und
nebenbei den Interessen des Distrikts wirksamer dienen als die
Herausgabe eines lokalen Kirchenblattes.“ — Was hier ausgesagt
wird, haben wir schon lange geglaubt und gewußt. Was dieser
Ausführung um so mehr Gewicht gibt, ist der Umstand, daß gerade
das Blatt, in dem sie sich findet, ein solches Distriktsblatt ist.
Gewiß sollten unsere Christen, eigentlich alle unsere Christen,
unsere kirchlichen Blätter lesen, und zwar die offiziellen Blätter
unserer Synode. Herausgeber lokaler Blättchen geben zuweilen
gerade dies als Grund an für die Herausgabe ihres Blättchens:
sie wollen die Leute erst einmal an das Lesen eines kirchlichen
Blattes gewöhnen und so Brücken bauen zum Lesen der größeren
Shnodalblätter. Aber wir glauben auch mit dem Soutern Lu-
½M3eran, daß das Gegenteil bewirkt wird. Manch einer wird an
dem Blättchen, und wenn es auch nur ein Gemeindeblättchen oder
gar ein politisches Blatt ist, das nebenbei auch Nachrichten aus den
Gemeinden bringt, genug haben und dem Pastor, der ihn etwa
auffordert, den „Lutheraner“ oder den Lutheran Niiness zu
lesen, mit triumphierender Miene sagen, er lese bereits ein kirch⸗
liches Blatt. Es beugt der Zersplitterung vor und nährt die Be—
geisterung für das große gemeinsame Werk, wenn allenthalben
die Synodalblätter verbreitet und gelesen werden. Nach unserer
überzeugung wäre auch die Herausgabe sogenannter bulletins
selten nötig. Für wirklich kirchliche Arbeit und kirchliche Bedürf⸗
nisse stehen die Spalten der synodalen Organe doch gewiß offen.
Auch Nachrichten aus unserer Synode, die von allgemeinerem
Interesse sind, auch aus den Missionen und von unsern Lehr⸗
anstalten, bringen unsere Synodalblätter sehr gern. Solche Nach⸗
richten wollen unsere Leser; sie sollten uns daher zugestellt werden.
Wir haben schon früher geklagt, daß wir zuweilen Vorkommnisse
in unserer eigenen Synode erst aus Blättern anderer Synoden
und Kirchen erfahren. E. P.
Für den Neubau in St. Paul ist es dem Unterzeichneten
vergönnt gewesen, bis jetzt in fünfzehn Gemeinden des Jowa⸗
Distrikts zu kollektieren. Man hört manchmal Klagen über Lau⸗
heit im Geben für kirchliche Zwecke, und das mag auch seine
Berechtigung haben. Aber es wird gewiß auch andern glaubens⸗
stärkend sein, zu hören, wie die Opferwilligkeit noch in reichem
Maße auch unter uns gefunden werden kann. Was so oft im
„Lutheraner“ gesagt worden ist: Man mache nur unsere Chri⸗
sten bekannt mit den Bedürfnissen des Reiches Gottes in der Pre⸗
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