Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 60, Nummer 13 › Seite 193
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 21. Juni 1904, Seite 193
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Zeremonien 4 · Lutheriſche Kirche · Lutheriſche Kirche 3
Und ich sahr einen Engel
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denen, die auf Erden si 11
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sprach mit großer Stimme:
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ihm die Ehre; denn die Zer
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Dansgrben von der Deulshen Comgeilh Latherichen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigirt von dem Lehrer⸗Collegium des theologischen Seminars in St. Louis.
St. Mo., den 21. dum1 1904.
No. 13.
Wer ist der rechte Wegweiser?
Wir haben in den beiden ersten Artikeln gesehen, daß weder
römisch⸗katholische noch die reformirte Kirche aus
ottes Wort den rechten Weg zur Seligkeit zeigt. Wir wollen
m eine dritte Hauptkirche näher betrachten.
Die lutherische Kirche.
Der Name ist nicht schön. Es ist ja der Name eines Menschen.
gs ist ursprünglich ein von den Römisch⸗Katholischen uns beigeleg⸗
. er Spottname. Der ist uns geblieben. Den haben wir beibehalten.
RNur daß wir uns die evangelisch⸗lutherische Kirche nennen.
Eines großen Alters kann sich die lutherische Kirche auch
nicht rͤhmen. Sie ist ja die Kirche der Reformation.
Und wenn man sagen soll, wie die lutherische Kirche orga⸗
isirt, wie sie eingerichtet ist und was für ein Kirchenregiment sie
„so kommt man wirklich in Verlegenheit. Die lutherische
irche hat auf ihre Organisation nie viel Gewicht gelegt. Sie
at schier durch die ganze Zeit ihres Bestehens unter staatlicher
berhoheit gestanden. Das ist kein Ruhm. Denn der Staat
ist ein weltlich Ding und soll als solcher mit der Kirche nichts zu
zun haben. Die beste, dem Worte Gottes gemäße Organisation
lutherischen Kirche findet sich bei uns, in unserer und in den
t uns verbundenen Synoden. Da regiert jede Gemeinde sich
bst nach Gottes Wort; und die im Glauben einigen Gemeinden
ben sich zu sogenannten Synoden zusammengethan, um ge⸗
einschaftlich den Weg zu gehen, den Gottes Wort zeigt, und
sich unter einander auf diesem Wege zu stärken und zu helfen.
der großen Schein vor der Welt hat das nicht.
Was die kirchlichen Ceremonien anlangt, so nimmt darin
lutherische Kirche grundsätzlich eine freie Stellung ein. Sie
sich bezüglich dieser kein Gewissen machen. Sie hat manche
nen und Gebräuche — aber in gereinigter Weise — aus der
sch⸗katholischen, oder vielmehr aus der altchristlichen Kirche
herübergenommen, zum Beispiel Altäre mit Crucifix und Lich⸗
tern, liturgischen Gesang im Gottesdienst, das Kreuzeszeichen bei
der Absolution und beim Segen, den Baustil der Kirchen, eine
besondere Gestalt von Kanzel und Taufstein und anderes mehr.
Warum nicht? Die lutherische Kirche ist conservativ, das heißt,
sie läßt das alles bleiben, solange es ohne Aergerniß geschehen
kann. Will aber eine Gemeinde irgend etwas von den genannten
Dingen nicht haben — wie sich bezüglich der Ceremonien in den
lutherischen Kirchen auch wirklich Verschiedenheit findet; hier ist
es so, da ist es anders —, so läßt sich ein wahrer Lutheraner das
nicht ernstlich betrüben, wenn nur —
Doch das führt uns auf die Hauptsache.
Die Hauptsache, auf die alles ankommt, ist, wie du weißt,
diese: Zeigt die lutherische Kirche aus Gottes Wort
den rechten Weg zur Seligkeit?
Thut sie das, dann kommt es auf Namen, Alter, Organi⸗
sation und Ceremonien gar nicht an.
Thut sie das?
Nun, Lieber, höre!
Die Symbole, die Glaubensbekenntnisse der lutherischen
Kirche, sind goldrein. Sie sind durchaus, in jedem Punkte,
schriftgemäß. In den Glaubensbekenntnissen der lutherischen
Kirche findet sich keine einzige falsche Lehre. Gott hat Luther
und durch ihn den übrigen Vätern der lutherischen Kirche und
Reformation die unaussprechlich große Gnade gegeben, daß sie
in jedem Stücke die Schriftwahrheit voll und ganz, lauter und
rein erkannt und voll und ganz, lauter und rein bekannt und in
den Bekenntnißschriften bezeugt haben. Wir trotzen jedermann,
uns in den Bekenntnißschriften der lutherischen Kirche eine einzige
Lehre zu zeigen, die mit Gottes Wort nicht übereinstimmt, ja, die
nicht ein klarer und treffender Ausdruck der betreffenden Schrift⸗
wahrheit ist. Recht rechnen wir Gottes Wort und Luthers Lehre
für Ein Ding, indem wir singen:
Gottes Wort und Luthers Lehr
Vergehet nun und nimmermehr.
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