Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 60, Nummer 22 › Seite 340
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 25. Oktober 1904, Seite 340
Scan: Internet Archive, from the Graduate Theological Union's copy (one item per issue).
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
340
8 Der „Tutheraness
errichtendes Sanitarium für Schwindsüchtige, P. Hanssen über
das Hospital in Sioux City und P. G. Kühnert über die Anstalt
für Schwachsinnige und Epileptische. ä
Der HErr, unser Gott, sei uns freundlich, und fördere das
Werk unserer Hände bei uns, ja, das Werk unserer Hände wolle
er fördern. G.
Der Canada⸗Distriet
unserer Synode hielt vom 20. bis 25. September seine Sitzun⸗
gen in Ottawa, der canadischen Hauptstadt, ab. In unsere
Freude, den reichlichen Segen in geistlichen Gütern genießen
zu dürfen, wurde uns sogleich beim Eintreffen auf dem Bahn⸗
hofe ein Wermuthstropfen geträufelt durch die Mittheilung, daß
die Gattin unsers lieben Vicepräses L. Zimmermann fern von
der Heimath in Denver, Colo., wo sie Heilung suchte, gestorben
sei. Die Synode bezeugte dem tiefbetrübten Bruder ihr Beileid
dadurch, daß sie eine Delegation zur Beerdigung sandte.
Die Synode wurde, wie üblich, durch einen Gottesdienst er⸗
öffnet, in welchem der Hochw. Allgemeine Vicepräses P. Brand
predigte. Außer dieser Predigt wurden während der Synodal⸗
zeit noch vier andere gehalten. Zu unser aller Freude hatte sich
P. C. Groß sen. von Fort Wayne, Ind., bewegen lassen, das
Referat zu übernehmen. Der Gegenstand desselben, „Hiob, der
Kreuzträger“, war nicht nur sehr erbaulich, sondern auch un⸗
gemein tröstlich. Der ehrwürdige Referent zeigte uns den Kreuz⸗
träger Hiob: 1. ehe er mit dem Kreuz heimgesucht wurde, 2. als
das Kreuz mit Macht auf ihn eindrang, 3. als seine Freunde ihn
besuchten, um ihn zu trösten, 4. als ihn die Ungeduld über⸗
mannte und er durch Murren gegen Gott sich versündigte, 5. als
er seine Sünde bußfertig bekannte und von Gott wieder gesegnet
wurde.
Die Verlesung der Namenliste ergab, daß der District gegen⸗
wärtig aus 30 Pastoren (eine Parochie ist jetzt vacant), 3 Lehrern
(außerdem eine Lehrerin und ein Seminarist) und 24 stimm⸗
berechtigten Parochien besteht. Den größten Theil der Geschäfts⸗
sitzungen nahm die Angelegenheit der Inneren Mission in An⸗
spruch, die im District gegenwärtig von 9 ganz oder theilweise
aus der Missionskasse erhaltenen Pastoren (einschließlich der
vacanten Gemeinde Mulgrave) geführt wird. Leider wurde die
erst vor zwei Jahren begonnene Mission in den großen Städten
„Toronto und Hamilton dadurch sehr geschädigt, daß der Missio⸗
nar den ihm zum dritten Male zugeschickten Beruf an eine Mis⸗
sionsgemeinde in Buffalo, N. Y., annahm, nachdem er denselben
vorher zweimal auf Anrathen der Missionscommittee zurückge⸗
schickt hatte. Es ist schon oft in den Spalten dieses Blattes
darauf hingewiesen worden, wie nachtheilig es ist, die Missio⸗
nare nach kurzer Wirksamkeit aus einem Missionsfelde wegzu⸗
nehmen.
Der Ehrw. Districtspräses erstattete Bericht über die Be⸗
schlüsse der Synodalconferenz die Negermission betreffend, und
die Synode beschloß, diese Beschlüsse zu den ihrigen zu machen
und die Negermission fleißig zu unterstützen. Ferner wurde be⸗
schlossen, den Gemeinden zu empfehlen, nochmals für die All⸗
gemeine Baukasse und für die Gemeinde in Winnipeg zu collec⸗
tiren. Auch wurde der Beschluß gefaßt, die Delegaten zur
Allgemeinen Synode dahin zu instruiren, für die Erweiterung
einiger Progymnasien zu Vollgymnasien, besonders aber für die
Erweiterung der Präparandenanstalt zu Seward, Nebr., zu einem
vollen Lehrerseminar einzutreten. Endlich wurde es von vielen
Seiten befürwortet und von der Synode einstimmig beschlossen,
daß letztere die Allgemeine Synode ebenso herzlich als dringend
bittet, eine siebente Professur an unserm theologischen Seminar
in St. Louis zu errichten.
Mit dem Gesang des Liedes: „Ach, bleib mit deiner Gnade“
und dem Gebet des heiligen Vater-Unsers vertagte sich die
Synode, um sich im Herbst 1906, so Gott will, in Berlin wieder
zu versammeln.
Im Auftrage der Synode
Aus Perry County, Mo.
Altenburg, Wittenberg und Frohna, alle in Perry
County, Mo., gelegen, sind bekannte Namen in der Geschichte
unserer ganzen Synode, die aber besonders allen Gliedern ihres
Westlichen Districts, der vom 12. bis 18. October dort sein
fünfzigjähriges Bestehen begehen durfte, theuer und werth sind.
Hat doch dort in Perry County, mit Altenburg als Mittelpunkt,
die Wiege unserer Synode gestanden, und ein denkwürdiges
Stück americanisch-lutherischer Kirchengeschichte hat sich dort seit
dem Jahre 1839 abgespielt, das von uns und unsern Nachkom⸗
men nie vergessen werden soll und darf. Und gerade eine Syno⸗
dalversammlung an einem solchen historischen Orte, wie sie
seit 1856 alle paar Jahre in Perry County von unserm West⸗
lichen District abgehalten worden ist, dient dazu, das Interesse
an der Geschichte unserer Väter wach zu halten und zu mehren
und mit inniger Dankbarkeit der oft wunderbaren, aber immer
segensreichen Führungen Gottes dabei zu gedenken. So werden
es auch diesmal nur wenige Delegaten gewesen sein, die nicht
das erste Collegegebäude besichtigt haben, die ärmliche, kleine
Blockhütte, in der unsere Väter noch im Jahre 1839 die erste
Lehranstalt ins Leben riefen.
Jahren zu der Ruhe der Seligen eingegangen; auch von den
fünf ersten Schülern der Anstalt ist nur Einer noch am Leben,
der hochbetagte, treuverdiente vormalige Präses unsers Districts,
P. J. F. Biltz in Concordia, Mo.; aber aus der kleinen Pro⸗
phetenschule dort in Altenburg sind es im Laufe der Zeit unter
Gottes Segen 9 große und in großen Gebäuden untergebrachte
Anstalten zur Ausbildung von Predigern und Lehrern geworden
mit gegenwärtig 1432 Schülern und Studenten. Ebenso haben
viele Synodale das alte noch vorhandene Pfarrhaus besich⸗
tigt, in dem einst der erste Prediger der Altenburger Gemeinde,
Gotthilf Heinrich Löber, gewohnt hat, von dem bei dieser
Versammlung in eben diesem Hause noch Predigtmanuscripte
aus seiner deutschländischen Wirksamkeit gefunden wurden; oder
sie haben an seinem Grabe gestanden, das sich auf dem Alten⸗
burger Friedhof unter einem mächtigen Eichbaum befindet. Auch
das Andenken an diesen edlen, lauteren, frommen Prediger, der
schon mehr als 50 Jahre heimgegangen ist und darum uns jünge⸗
rem Geschlechte nur aus den Erzählungen unserer Väter bekannt
ist, soll bei uns in Ehren gehalten werden. Gerade an solchen
Erzählungen und Berichten aus alter Zeit hat es auch bei dieser
Zusammenkunft nicht gefehlt; und wenn wir nun dazu noch die
Die Gründer sind alle schon seit
English translation
Not yet translated.