Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 61, Nummer 6 › Seite 83
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 14. März 1905, Seite 83
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Loge 24
SDer 2 utherane
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derth“, Ps. 56, 9. 116, 15. „Sie sollen, spricht der HErr
zebaoth, des Tages, den ich machen will, mein Eigenthum sein“,
Mal. 3, 17.
So kehren wir im Glauben an unsere Loskaufung von aller
Schuld und Strafe das Wort bitterer Klage durch den Propheten
im in lauter Lob und Preis der Barmherzigkeit Gottes und
ühmen: „Ja, eine treffliche Summa ist für uns dargelegt. Wir
ind theuer erkauft!“
Erweitre dich, mein Herzensschrein,
Du sollst ein Schatzhaus werden
Der Schätze, die viel größer sein,
Als Himmel, Meer und Erden.
Weg mit dem Gold Arabia!
Weg Kalmus, Myrrhen, Kasia!
Ich hab ein Beßres funden.
Mein großer Schatz, HErr JEsu Christ,
Ist dieses, was geflossen ist
Aus deines Leibes Wunden.
W. H. T. D.
Eine neue geheime Farmerverbindung.
2.
Wir haben in der vorigen Nummer gezeigt, daß die Farm-
rs' Educational and COo-Operative Union of America“ eine
geheime Gesellschaft ist, die durch ihre Eide oder Versprechen
in Eides Statt Gottes heiligen Namen mißbraucht.
Doch diese Eide sind nicht das einzige, womit in dieser Ge⸗
ellschaft Gottes Name entheiligt wird. Da sind ferner ihre ver⸗
verflichen religiösen und gottesdienstlichen Ceremo⸗
tien. Freilich, wenn man ihren Gliedern deshalb Vorhalt thut,
o wird einem nicht selten erwidert: „Wir haben keine Religion.“
lber nach § 13 der „Constitution and By-Laws'? soll nur ein
olcher Mitglied werden können, der an ein „Supreme Beingꝰ
laubt. Wer dieses höchste Wesen ist, sehen wir aus der Einlei⸗
ung zur Constitution; da wird es (S. 2) „the Supreme Ruler
E the Universe“ genannt. Zu diesem Logengötzen wird dann
uuch gebetet. In § 8, S. 6 der „Constitution and By-Lavys“
eißt es: „Es soll des Kaplans Pflicht sein, wenn vom Präsi⸗
enten aufgefordert, die Versammlung mit Gebet zu eröffnen
ind zu schließen und nach dem geistlichen Wohl der Glieder zu
ehen.“ Auch hat der Kaplan bei Todesfällen in der Loge nach
em Ritual (S. 7. 8) das Begräbnißformular zu verlesen. Es
st also offenbar, daß sich in dieser geheimen Farmerverbindung
eligiöse Ceremonien finden; es wird aber nicht der wahre drei⸗
inige Gott angebetet, nicht der Vater unsers HErrn JEsu
Shristi, sondern der „oberste Herrscher des Weltalls“. Gottes
Vort dagegen sagt: „Ich, der HErr, das ist mein Name; und
dill meine Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den
ötzen“, Jes. 42, 8. „Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den
zater nicht, der ihn gesandt hat“, Joh. 5, 23. „So ihr den
zater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er's
uch geben“, Joh. 16, 23. ö
Es ließe sich noch mehr anführen; aber das bisher Erwähnte
zird völlig genügen, um diese Gesellschaft zu beurtheilen, wenn
zir noch die Frage beantwortet haben, was für Leute es sind,
ie sich hier zu einer Loge mit gottesdienstlichen Verrichtungen
verbinden. Es sind nicht etwa Leute gleichen Glaubens und Be⸗
kenntnisses, nicht einmal Christen, die sich mit lauter Christen zu⸗
sammenthun. Alles, was zur Aufnahme in diese Gesellschaft in
religiöser Hinsicht erforderlich ist, ist dies, daß der, welcher Glied
werden will, ein „höchstes Wesen“ glaubt. Sonach ist der Christ,
der Jude, der Türke, der Heide, kurz, jeder, der noch ein höheres
Wesen glaubt, in dieser Brüderschaft (brotherhood) willkommen.
Nun stelle dir einmal, lieber Leser, eine solche Gesellschaft
vor. Da ist ein Christ, der seinen HErrn IEsum als den Sohn
Gottes, den einigen Heiland der Welt, erkannt hat und liebt, ein
Jude, der denselben HErrn IEsum Christum für einen Betrüger
anfieht, ein Heide oder ein Ungläubiger, der Gottes Wort für
Lüge und den Glauben an den dreieinigen Gott für Thorheit
hält: diese wählen sich, wenn sie zu derselben Loge gehören, einen
gemeinsamen Kaplan, und dieser muß dann im Namen der ganzen
Loge Gebete sprechen. Welch ein greuliches Amt ist doch das!
Wie kann ein Christ sich dazu hergeben, eines Juden Religions⸗
diener zu sein? Wie kann ein Christ, der ein solches Amt über⸗
nommen hat, an eines Heiden Grab treten und über seinem Leich⸗
nam die Hoffnung einer seligen Auferstehung aussprechen durch
den, „welcher gesprochen hat: „Ich bin der Weg und die Wahr⸗
heit und das Leben““? (Ritual, S. 8.) Der Heiland hat gesagt:
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand
kommt zum Vater denn durch mich.“ Der Logenkaplan
aber muß Gottes Wort im Namen der Loge dahin verdrehen, daß
er auf jedes Mitglied, bei dessen Begräbniß er sein Amt verwal⸗
tet, die Worte anwendet: „Der Staub muß wieder zu der Erde
kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott,
der ihn gegeben hat.“ (S. 8§.) Das heißt den HErrn Chri⸗
stum und sein bitteres Leiden und Sterben und den Glauben an
ihn als den alleinigen Heiland für überflüssig erklären, das heißt
Christum verleugnen vor den Menschen. Und jeder Christ,
der zu einer solchen Loge gehört, den Kaplan mitgewählt hat oder
als Kaplan anerkennt, macht sich solcher Verleugnung theilhaftig;
denn es ist der Kaplan seiner Gesellschaft, der da redet, der Got⸗
tes Wort mißbraucht, der dem HErrn Christo ins Angesicht wider⸗
spricht, der tröstet, wo er strafen und warnen sollte.
Endlich ist auch dies noch zu bedenken: Gottes Wort ver⸗
bietet den Christen, mit den Kindern der Welt Freundschaft und
Gemeinschaft zu pflegen. Gläubige und Ungläubige sind ihrer
Art nach so weit von einander geschieden, wie Christus und Be⸗
lial, wie Licht und Finsterniß. Das gibt St. Paulus den Chri⸗
sten zu bedenken, wenn er schreibt: „Was hat die Gerechtig⸗
keit für Genieß mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht
für Gemeinschaft mit der Finsterniß? Wie stimmt Christus mit
Belial? Oder was für ein Theil hat der Gläubige mit dem Un⸗
gläubigen? Was hat der Tempel Gottes für eine Gleiche mit
den Götzen?“ 2 Cor. 6, 14—16. Daraufhin aber ermahnt er
sie: „Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht
der HErr“, V. 17. Und dies Ausgehen und Absondern muß ge⸗
schehen, auch wenn der Anschluß an eine solche sündliche Verbin⸗
dung große irdische Vortheile verspräche. Gottes Wort sagt:
„Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und
nähme doch Schaden an seiner Seele?“ Matth. 16, 26. Eine
einzige Sünde wider das Gewissen kann in den ewigen Tod
stürzen. Ein Christ, der in Christo reich gemacht ist an geistlichen
Gaben in himmlischen Gütern, soll darum die Versuchung, die
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