Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 61, Nummer 20 › Seite 305
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 26. September 1905, Seite 305
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Hochſchule
*
Himmel, der halte ein ewig A/
Evangrlium, zu verkiindigen
denen, dir auf Erden sihen
und wohhnen, und allen Hei⸗
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Välkern, und
sprach mil groher Slinme:
Lürchirt Golt, und gebei
üinnn die Ehre; denn die Zeit⸗
stines Gerichts ist kommen,
1 und betel an den, der gemachi
har Binmmel, und Erde, und
Meer, und die Wasser⸗
hrmurn, Osib. Joh. 14, 6. 7.
Herausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Alissouri, Ohio u. a. Staauten.
Redigirt von dem Lehrer⸗Collegium des theologischen Seminars in St. Louis.
61. Jahrgang.
Sl. Louis, Mo., den 26. Heptember 1905.
No. 20.
Rede,
gehalten bei der Einweihung des neuen Lehrgebändes unserer An⸗
stalt zu Fort Wayne, Ind., am 10. September 1905
von P. Brand.
1 Cor. 3, 21—23.
Darum rühme sich niemand eines Menschen. Es ist alles euer; es sei
Paulus oder Apollo, es sei Kephas oder die Welt, es sei das Leben oder der
Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige; alles ist euer. Ihr aber
seid Christi: Christus aber ist Gottes.
Ehrwürdige und geliebte Festfreunde!
Der ganze Kreis unserer Synode ist zu gemeinsamer Arbeit
berufen. Wir stehen in gemeinsamer Arbeit. Auch unsere Lehr⸗
anstalten gehören zusammen. Deshalb werden sie von der gan⸗
zen Synode im Bau erhalten und gepflegt.
So ist der heutige Tag ein Freudentag, der alle Gemeinden
der Missouri⸗Synode angeht. Wie herrlich die Feier, wenn alle
Districte hier vertreten sein könnten, wenn alle Christen, deren
Opfer diesen Bau ermöglichten, mit uns versammelt wären.
Deshalb erscheint es ganz passend, daß Aufsichtsbehörde und
Lehrercollegium eine möglichst große Betheiligung an der Ein⸗
weihung unsers neuen Anstaltsgebäudes wünschten und veran⸗
laßt haben.
Wohl können wir es verstehen, daß die Gemeinden, in
deren engerem Kreis sich diese Concordia befindet, ein ganz be⸗
sonderes Interesse an dem Ausbau und der Pflege dieser hohen
Schule bekunden. Allein, wie könnte ein Missourier die Ge⸗
schichte dieser alma mater, die von Anfang an unserer Synode
gedient hat, vergessen! Die Fort Wayner Concordia ist ehr⸗
würdig durch ihr Alter, ehrwürdig durch ihren langjährigen
Dienst. Daß sie jetzt zu jugendlicher Kraft erblüht, ist eine
Freude, eine große Freude für alle, die des Psalmworts einge⸗
denk sind: „Macht euch um Zion und umfahet sie, zählet ihre
Thürme; legt Fleiß an ihre Mauern und erhöhet ihre Paläste.“
Sprach einst Isaak, als er einen neuen Brunnen gegraben hatte:
„Nun hat uns der HErr Raum gemacht und uns wachsen lassen im
Lande“, so ist gewiß dieses neue Lehrgebäude eine Gabe Gottes,
die unsere ganze Synode mit dankbarer Freude erfüllen muß.
Wäre die Freude an dieser, wie an allen unsern hohen
Schulen nicht eine allgemeine, so würde sich unter uns, wie einst
in Corinth, ein fleischliches Sonderinteresse geltend machen, das
die gemeinsame Arbeit schädigt. Die Corinther hatten Ursache,
sich aller Gaben, die ihnen Gott zur Erbauung der Gemeinde ge⸗
geben hatte, zu freuen. Statt dessen rühmten sie sich einer wider
den andern: „Ich bin Paulisch, ich bin Apollisch.“ St. Paulus
erinnert sie: „Alles ist euer; ihr aber seid Christi.“ Alle Gaben,
die Gott seiner Kirche, oder einer Particularkirche gegeben hat,
sind ein Gemeingut, das doch wiederum Gottes ist, weil die
Christen Gottes sind. Ich wende das Wort des Apostels heute
auf unsere hohen Schulen an.
Unsere hohen Schulen im Lichte des Wortes: „Alles ist euer;
ihr aber seid Christi.“
1. Alles ist unser, darum auch die hohen Schu⸗
len, die uns Gott gegeben hat.
2. Wir sind Christi, darum stellen wir sie in
den Dienst Gottes.
1.
Alles ist unser, darum auch die hohen Schulen, die uns
Gott gegeben hat.
Die Gaben der Gemeinde zu Corinth, von denen der Apostel
sagt: „Alles ist euer“, waren allerdings zunächst ein Paulus, ein
Apollo. Doch dehnt St. Paulus den Begriff: „Alles ist euer“
selber aus, wenn er die Welt, das Leben, das Gegenwärtige
„euer“, unser nennt. Die Christen haben auf alles Anspruch,
was Christi, Gottes ist. Sie sind Herren, denn sie sind des
HErrn. Sie sollen sich alles zu Nutze machen, was ihnen zur
Seligkeit und was zur Förderung des Reiches Gottes dient, auch
das, was zeitlich und irdisch ist: die Welt, das Gegenwärtige.
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