Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 63, Nummer 10 › Seite 145
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 7. Mai 1907, Seite 145
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Evangelium 10 · Kirchenzucht
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Und ich sahr einen Engel & —— ö
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denen, die auf Erden sißen
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brumntn. Offb. Joh. 1—0 6.7.
Zerausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Louis.
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63. Jahrgang.
Ht. Louis, Mo., den 7. Mai 1907.
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No. 10.
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Himmelfahrt.
Du hast erkauft uns, IEsu Christ!
Dein unsre Lieb' und Sehnsucht ist,
Gott Schöpfer aus der Ewigkeit
Und Mensch geworden in der Zeit.
O welche Güte, welche Huld,
Daß du trugst unsre Sünd' und Schuld, 7
Erlittest blut'ge Qual und Pein,
Vom Tod Erlöser nus zu sein!
Die Hölle selbst sprengt' deine Kraft,
Du halfst den Deinen aus der Haft.
Nun nimmt in hehrem Siegeslauf
Der Vater dich zur Rechten auf.
Laß flammien deiner Liebe Glut,
Nimm milde uns in Schutz und Hut,
Verschon' in Gnaden und gewähr',
Daß uns dein Anblick stärk' und nähr'!
Du bleibe unsre Freud' allein!
Du wirst dereinst auch Lohn uns sein.
Wir rühmen deine Herrlichkeit
In Zeit und so in Ewigkeit.
(Ambrosius, 4 397.)
Der letzte Befehl des Auferstandenen.
Gehet hin in alle Welt und prediget das
Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet
und getauft wird, der wird selig werden.
Mark. 16, 15. 16.
Das sind Worte der Majestät, welche billig eine Majestät
heißt, daß er diesen armen Bettlern befiehlt, auszugehen und
diese neue Predigt zu verkündigen, nicht in einer Stadt oder
Land, sondern in alle Welt, Fürstentum und Königreich, und
das Maul frei und getrost auftun vor aller Kreatur, daß alles,
was menschliches Geschlechts ist, diese Predigt höre. Das heißt
ja wahrlich den Arm weit ausgereckt und um sich gegriffen und
einen großen Haufen auf sich geladen und ist so ein starker,
gewaltiger Befehl, daß desgleichen nie kein Gebot in der Welt
ist ausgegangen.
Also heißt nun dieser Befehl: „Gehet hin und prediget
das Evangelium aller Kreatur.“ Hiermit sieht er sehr weit
um sich. Denn er will seine Predigt in keinen Winkel gesteckt,
noch derselben Scheu gehabt haben, oder heimlich und meuch⸗
ling damit schleichen, sondern also öffentlich gemacht, daß es die
liebe Sonne am Himmel, ja alles Holz und Steine möchten
hören, wo sie Ohren hätten. Wie denn solches auch geschehen
ist, obwohl die Welt so viel hundert Jahr sich dawider gesetzt hat;
doch hat es dagegen fortgedrungen, daß desgleichen Gewalt und
Kraft nie keine in der Welt gewesen, die so weit gangen und
regiert hätte. Daß es ja muß eine große göttliche Gewalt sein
um diese Predigt und nicht von geringen, leichtfertigen oder
sündlichen Sachen, wie sonst in der Welt am meisten gehen, als
Rauben, Stehlen, Lügen, Trügen, Morden, Frevel, unrechter
Gewalt und Tyrannei, sondern von lauter himmlischen, gött⸗
lichen Sachen; welches auch ein Zeichen ist, daß es nicht schlecht
menschlich Ding, sondern Gottes eigen sei, und also beide Werk
und Wort zustimmen und solches öffentlich zeugen vor allen
Kreaturen unter dem ganzen Himmel zu Wasser und zu Lande.
Das ist freilich eine liebliche, freundliche, tröstliche Predigt
und heißt billig ein Evangelium. Denn hier hörst du mit
einem Wort: Der wird selig werden, den Hinimel aufgetan,
die Hölle zugeschlossen, das Gesetz und Gottes Gericht auf⸗
gehoben, Sünde und Tod begraben und das Leben und Selig⸗
keit aller Welt in den Schoß gelegt, wenn sie es nur glauben
wollte. O wer hier könnte wohl lernen diese zwei Worte,
„Hlauben“ und „selig werden“! Denn es sind wohl kurze und
wenig Buchstaben, aber solche Predigt und Gewalt, so die Welt
nicht kann begreifen, daß uns solche treffliche Gnade und un⸗
aussprechlicher Schatz durch diese Predigt geschenkt wird, so gar
ohn' all unser Verdienst, da wir nichts darum getan, ja nichts
davon gewußt haben, daß, wenn es die Welt könnte glauben,
würde sie, halte ich, die Prediger des Evangelii, sonderlich die
Apostel, vor Liebe gefressen haben und noch mit Haufen zu⸗
laufen und ihnen mit allen Freuden die Füße küssen und die
Hände unterlegen, Gott loben und danken, daß sie erlebt hätte,
einen Christen zu hören. (Luther.)
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