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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 7. Mai 1907, Seite 158

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirchenzucht

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sUnd ich saht einen Engel K1U
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denen, die auf Erden sigen
und wohnen, und allen Hei-
den, und Otschlechtern, und
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stines Gerichis il Hommien,
1 und betel an den, der gemacht
hat Himmel, und Erde, und
Meer, und dit Wasser⸗
brunnin. Oflb. Joh. 14, 6.
— —

Zerausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.

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—
——

68. Jahrgang.

St. Louis, Mo., den 21. Mai 1907.

No. 11.

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Pfingsten — bis aus Ende der Tage.

Ich will meinen Geist ausgießen über
alles Fleisch. Joel 3, 1.

Welche Segensströme sich am ersten heiligen Pfingsttage
über die Welt ergossen haben, hat uns die Predigt des großen
Festes von neuem recht vor Augen geführt. Welch ein Geist
der Weisheit und der Erkenntnis, der Gnade und des Gebets,
der Kraft und der Stärke, der Heiligung und der Furcht Gottes,
welch eine Freudigkeit im Bekenntnis und welch ein Reichtum
sonstiger göttlichen Gaben trat da zutage an den lieben Apo⸗
steln! Dazu welch eine Ernte an jenem einen Tage! Wurden
doch an ihm durch das Zeugnis' der Jünger des HErrn von
IEsu als dem Gekreuzigten und Auferstandenen an die drei⸗
tausend Seelen der Kirche Gottes einverleibt! Fürwahr, der
Born des ewigen Gottes erwies sich als ein Born des Lebens
in überströmender Fülle.

Gottes Brünnlein hat aber Wassers die Fülle für alle
Zeiten. Wir nehmen daher wahr, wie der Strom des Lebens
sich nach jenem gesegneten Pfingsttage weiter und weiter ergoß.
In der Apostelgeschichte wird berichtet, daß die Zahl allein der
gläubigen Männer schon bald bis auf fünftausend ange⸗
wachsen war. Da Petrus und Johannes, nachdem sie um des
Zeugnisses IEsu willen ins Gefängnis gelegt worden waren,
mit getrostem Mut vor den Obersten Christum als den Heiland
bekannt und alles Dräuen der Feinde fröhlich verachtet hatten,
geschah es, daß die Gemeinde, die in brünstigem Gebet Gott
Lob und zugleich Fürbitte darbrachte, voll ward des Heiligen
Geistes und das Wort Gottes mit Freudigkeit redete. Die
Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Der
Zeichen und Wunder, welche geschahen, war eine große Zahl.
Es gab kein Aufhalten. Das Wort Gottes nahm zu, und die
Zahl der Jünger ward sehr groß zu Jerusalem. Es wurden
auch viele Priester dem Glauben gehorsam. Apost. 4—6.

Und was in Jerusalem geschah, wiederholte sich in andern
Städten und Ländern. In wenigen Jahren wurde das Evan⸗

gelium von den Aposteln und andern Gläubigen durch die
Lande getragen. St. Paulus konnte noch an die Kolosser,
Kap. 1, 6, schreiben, daß das Evangelium in alle Welt
gekommen sei. überall verspürte man das Wehen des Geistes
Gottes. Wie oft dürfen die Apostel in ihren Briefen den kräf⸗
tigen Glauben der durch das Evangelium bekehrten Christen
rühmen, desgleichen ihre brünstige Liebe, die getroste Hoffnung,
das unerschrockene Bekenntnis, das sehnliche Warten auf den
großen Tag des HErrn. Solches alles ist ja nichts anderes
als ein offenkundiger Erweis der seligen Fortsetzung des großen
Pfingstwunders.

In der Folgezeit aber, nach dem Abscheiden der lieben
Apostel von dieser Erde zur seligen Ruhe, ist doch das Pfingst⸗
wunder nicht zum Stillstande gelangt. Traten auch die ersten
Zeugen des Evangeliums von dem Gekreuzigten und Aufer⸗
standenen vom Schauplatz ab: der Geist des HErrn
blieb und sandte weitere Zeugen, durch deren Predigt er sich
verherrlichte. Durch alle Jahrhunderte hindurch erwies sich
der Geist Gottes. Stets von neuem, fort und fort, geschah das
große Pfingstwunder, erleuchtete ungezählte Menschenherzen
und erweckte sie zur Erkenntnis und Liebe der unsichtbaren
Güter.

Auch wir sind des Zeugen. Daß wir glauben an den
Namen JeEsu Christi, daß wir ihn lieben, anbeten und ehren
als den Heiland, daß wir ihm dienen, daß wir ihn bekennen,
daß wir auf ihn hoffen und warten zur frohen Wiederkunft:
was ist es anderes als das Wehen des Geistes, der auch uns
erfüllt hat und täglich erfüllt.

Der Tag der Welt neigt sich, und gerade das Ende der
Tage trägt und wird tragen in zunehmendem Maße das Zeichen
des Unglaubens. Aber ein Aufhören des Pfingstwunders
wird nicht statthaben. Die Welt hat oft prophezeit, bald werde
das Christentum abgetan sein. Sie hat auch mit aller Macht
durch Spott, durch Haß, durch Verunglimpfung, durch die
gottlosefte Verführung, durch Verfolgung und unzähliges an⸗
dere den Zusammenbruch der heiligen Gemeinde herbeiführen

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