Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 63, Nummer 10 › Seite 155
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 7. Mai 1907, Seite 155
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Grlöſung 5 · Erlöſung 7 · Kirchenzucht · Lehre. — Falſche Lehrer 11
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seinem Namen kommen würden und sagen, sie seien die Messiasse,
Matth. 24, 24. Die Juden glaubten aber nicht den Worten des
SErrn, und das gereichte zu allen Zeiten großen Mengen des jüdi⸗
schen Volkes zum Verderben.
Wir wollen nun einige der falschen Messiasse nennen, welche
auf die von Josephus erwähnten folgten.
Zur Zeit des Kaisers Trajan erklärte einer namens Andreas
sich für den Messias und wurde zum Verderben vieler Tausende
von Juden. Wieder stand während der Regierung Hadrians ein
anderer Jude als Messias auf. Diesen nannten sie zuerst Bar
Kochba, das heißt, Sternensohn, in Anspielung auf den „Stern
aus Jakob“, 4 Mos. 24, 17. Diese Bewegung endete jedoch mit
einem schrecklichen Blutbad unter ihnen, und als endlich das be⸗
trügerische Spiel ein Ende nahm, änderten sie den Namen dieses
falschen Messias aus Bar Kochba, Sternensohn, in Bar Kossiwa,
das heißt, Sohn der Lüge.
Wie oft sind seitdem die Juden betrogen worden! Im Jahre
434, während der Regierung des jüngeren Theodosius, stand ein
anderer falscher Messias auf der Insel Kreta auf, welcher be⸗
hauptete, er sei Moses und vom Himmel gesandt, um die Juden
aus Kreta trockenen Fußes durch das Meer zu führen, und wirk⸗
lich überredete er mehrere, sich in das Meer zu stürzen. Dann
stand in Arabien ein anderer falscher Messias namens Dunaan
auf, überfiel mit seinem Gefolge den Bischof und die Christen in
Neprae und verübte große Schandtaten, bis auch er getötet wurde.
Nenn Jahre später wurden Juden und Samariter durch den
falschen Messias Julian zu einem Aufstande verleitet, der dann
ihm und vielen seiner Anhänger zum Verderben gereichte.
Als im Jahre 622 der Lügenprophet Mohammed erschien,
scharten sich die Juden um ihn als ihren Messias, da er sich näm⸗
lich anfangs für diesen ausgab, und sie hielten so lange treu zu
ihm, bis sie ihn Kamelsblut trinken sahen. Dies und noch andere
Vorkommnisse veranlaßten die Juden, sich von Mohammed zu
trennen.
Im Jahre 721 scharten sich die Juden um einen Syrer,
welcher behauptete, er sei der Messias.
Im Jahre 1137 folgten die Juden einem falschen Messias
in Frankreich. Sie wurden aus dem Lande verbannt und große
Mengen getötet.
Im Jahre 1138 griff ein falscher Messias in Persien zu den
Waffen und brachte großes Unheil über die dortigen Juden.
Im Jahre 1157 erhoben sich die Juden unter einem falschen
Messias in Spanien. Infolgedessen kamen fast alle Juden in
Spanien um. Zehn Jahre darauf litten sie Schweres unter einem
falschen Messias in Fes. Und in demselben Jahre stand noch ein
anderer in Arabien auf. Dieser gab vor, er würde, nachdem der
dortige König ihm das Haupt hätte abschlagen lassen, wieder
lebendig werden. Dies geschah nicht; aber er rettete sich durch
diese Behauptung von einer noch grausameren Todesart.
Nicht lange darauf litten die Juden viel durch einen Be⸗
trüger jenseit des Euphrat. Der hatte vorgegeben, er würde
abends mit Aussatz behaftet zu Bette gehen und am Morgen ge⸗
heilt wieder aufstehen.
Um das Jahr 1174 stand ein falscher Messias in Persien
auf und verführte die Juden zu einem Aufstand, welcher den
Untergang sehr vieler von ihnen zur Folge hatte. Und noch ein
anderer, David Almuser, stand in Mähren auf. Durch ihn geriet
eine große Zahl Juden in Mähren und Deutschland ins Elend.
Noch in demselben Jahrhundert erhob sich wieder ein falscher
Messias. Diese alle werden von dem mittelalterlichen jüdischen
Gelehrten Maimonides und andern aufgezählt. Sie berichten
auch von dem falschen Messias David el David Elroi um das Jahr
1200 in Persien. Dieser war ein großer Zauberer und betrog
biele Juden.
Im Jahre 1222 folgten in Deutschland viele Juden einem
falschen Messias, den sie Davidssohn nannten. In demselben
Jahre erwarteten sie, der Messias solle von einer damals schwange⸗
ren Frau in Worms geboren werden. Das erwartete Kind war
aber ein Mädchen.
Als im Jahre 1265 die Sarazenen die Christenheit mit
Krieg überzogen, dachten die Juden, jetzt sei der Messias gekom⸗
men, um ihre Schlachten zu schlagen. In demselben Jahre sagte
Rabbi Abraham Avenaris, ein jüdischer Sterndeuter, das Kom⸗
men des Messias stehe nahe bevor. Und später noch prophezeite
Rabbi Abarbanel in seiner Auslegung des Propheten Daniel aus
der Konjunktur der Planeten Jupiter und Saturn im Zeichen der
Fische, daß die Zukunft des Messias nahe bevorstehe.
Um das Jahr 1497 wurden die Juden wieder getäuscht durch
einen Ismael Sophus, den sie für den Messias hielten, und der
an der Spitze eines Haufens elender Bösewichte Siege erfocht in
Medien, Parthien, Persien, Mesopotamien und Armenien.
Schließlich aber täuschte er die Juden, indem er innerhalb des
Islams eine neue Sekte gründete.
Dann erschien, nur drei Jahre später, im Jahre 1500, ein
gewisser Rabbi Arches Lemla in Deutschland als „Vorläufer des
Messias“. Dieser würde, so versprach er, noch in demselben Jahre
erscheinen und die Juden wieder in das Land Kanaan bringen.
Die Juden glaubten ihm fast überall. Sie waren der Sache so
gewiß, daß sie öffentliche Fasten und Gebete ausschrieben und sich
so auf das Kommen ihres Messias vorbereiteten. Sie wurden
schrecklich enttäuscht.
Um das Jahr 1582 tauchte ein anderer Messias in Spanien
auf. Dieser wurde unter Karl V. zum Feuertode verurteilt, wie
auch noch ein anderer, Rabbi Solomon Malcho in Mantua, von
dem viele Juden glaubten, er sei, nachdem er verbrannt worden
war, wieder lebendig geworden. Ein anderer falscher Messias
stand um das Jahr 1.650 in Ostindien auf und noch ein anderer
wenige Jahre später in Holland.
Im Jahre 1666 stand der berüchtigte falsche Messias Saba⸗
thei Zewi auf. Er war fast weltberühmt, und ihm folgten große
Mengen von Juden. Aber nach allen diesen Erwartungen der
Juden wurde er zuletzt, um sein Leben zu retten, Mohammedaner.
Einige Jahre später, im Jahre 1682, erhob sich ein deutscher
Jude, Rabbi Mordechai, als Messias. Fast alle Juden Deutsch⸗
lands und Italiens bekannten sich zu ihm. Später aber über⸗
ließen sie ihn seinem Schicksale, um selbst der Inquisition zu
entgehen.
Es niag seltsam scheinen, daß das Volk der Juden den HErrn
IEsum, ihn, der doch allen Weissagungen des Alten Testaments
vom Messias genau entsprochen hatte, verworfen hat und dann
in der Folgezeit jedem elenden Betrüger gefolgt ist. Aber dies
ist nur eine Bestätigung der Heiligen Schrift, die Röm. 11, 25
sagt: „Blindheit ist Israel widerfahren“, und Apost. 28, 27:
„Das Herz dieses Volks ist verstockt, und sie hören schwerlich mit
ihren Ohren und schlummern mit ihren Augen.“ Nur einzelne
aus Jsrael werden selig. (Zions Freund.)
Gibt es einen Zufall?
Pfarrer Keller aus Rußland erzählt: Ich war im Unikreis
von etwa 250 Meilen der einzige lutherische Pastor in der Krim
in Südrußland und konnte in den einzelnen Orten jährlich nur
ein⸗ bis zweimal meines Amtes walten; da gab es denn Arbeit
in Fülle, namentlich Taufen und Trauungen. Einmal fuhr ich
nach einem etwa 50 Meilen entfernten Orte. Der Weg führte
durch die Steppe; eigentlich bestand er nur aus einem Geleise.
Wegweiser sind nicht angebracht, weil die Leute das Lesen nicht
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