Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 69, Nummer 1 › Seite 1
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 7. Januar 1913, Seite 1
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German transcription machine transcription, uncorrected
Und ich sahe' cinen Engel
Slliegen mitten durch den * N
der hatte ein ewig
Idmnen, die au zu nerkiindigen
denen, die auf Erden sißen
und wohnen. und allen Hei-
den, und Geschlechtern, und
+ Spracheu, und Volkern, und
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KLürchten Golt, und gebet
iimn die Ehre; denn die Zeit
seines Oerichts is hommen,
und betel an den, der geuiacht
hat Himmel, und Erde, und
Reer, und die Wasser⸗
Iraunen. Offb. Joh. —.ꝓ—h— 6. —
— N
HDerausgegeben von der Deutschen Evangelisch⸗Lutherischen Suynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.
69. ZJahrgang.
St. Jouis, Mo., den 7. Januar 1913.
Nr. 1.
Zur Jahreswende.
Mitternacht der Jahreswende —
Tiefgeheimnisvolles Tor!
In das duukele Gelände
Wer trägt uns die Fackel vor?
Rückwärts ist der Weg verschlossen.
Stehen bleiben? Geht nicht an.
Satzung ist es, Weggenossen:
Durch dies Tor reist jedermann.
Retter, uns beseligt deines
IEsusnamens Himmelsklang,
Gibt er doch statt Flitterscheines
Echter Freuden überschwang.
Sorgen, Zweifel sind zerrissen;
Fackelträger bist dinenicht
In den Sündenfinsternissen, —
Heiland, du bist selbst das Licht!
Wenn auf mancher hohen Schule
Menschengeist sich aufgebläht,
Frech zu rütteln an dem Stuhle
Deiner Gottesmajestät,
Achten wir es ekeln Plunder.
Du bleibst unser Herzjuwel,
IEsus, Wunder aller Wunder,
Gott im Fleisch, Immauuel!
Lachen klingt des übermutes:
„Wird schon gehen! Frisch voran!
Maienblumen duften, Gutes
Blüht uns drüben! Reiht euch an!“
Antwort klingt: „Ja, mit Ver⸗
gnügen
Sind zu folgen wir gewillt,
Weil es Lust an Lust zu fügen,
d Gold zu hasch ilt.“
Glanz und Gold zu haschen gi JEsus, Rat, wo wir in Dunkeln
Tappen, weißt du gut Bescheid;
Uns vorbei der Knäuel drängt, Wo des Kampfes Flammen funkeln,
Hin, wo Todesgrausen nachtet, Wehrst du, starker Gott, dem
Sumpf und Wüstung ihn empfängt. Leid;
IEsus, der am Ansgang stehet, Ruhe in der Flucht der Jahre,
Der am Eingang liebend nickt, Ewigvater, du gewährst,
IEsus, JEsus, IJEsus — sehet! — Bis im Frieden du, der wahre
Wird von keinem angeblickt. Friedefürst, uns dort verklärst.
W. Schaller.
Keiner unsers Mahnens achtet.
—— —
„Wo nicht dein Angesicht gehet, so führe uns nicht
von dannen hinauf.“
2 Mo s. 33, 15.
Das ist ein Gebet Mosis, des Mannes Gottes, sein Gebet
für sein Volk Israel im Wandern und im Streit. Moses hatte
auf Gottes Befehl das Volk aus Agypten geführt. In Agypten
war es in Knechtschaft, im Diensthause gewesen. Und besonders
seitdem da ein König aufkam, „der nichts von Joseph wußte“,
war Israel ein bedrängtes Volk gewesen. Man plagte es,
daß es himmelschreiend war. Man suchte es sogar auszurotten.
Aber Gott hatte seine Augen offen über diesem Volk. Er hatte
mit ihm etwas Besonderes im Sinne; seinen Vätern hatte er
große Dinge verheißen und geschworen. Ihrer waren sogar
die Väter, aus welchen Christus herkommt nach dem Ileisch.
Gott hatte ihren Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, zugesagt,
ihrem Samen das Land Kanaan zu geben, ein herrliches Land,
ein Land, da Milch und Honig innen floß. So sandte er zu
seiner Zeit Mose und Aaron, die das Volk aus Agypten führten,
aus dem Hause der Knechtschaft, dem Lande der Freiheit und
des Wohlstandes zu.
Nun waren sie schon auf dem Wege dahin, waren schon
jahrelang in der Wüste gewandert. Gott hatte ihnen schon
viele Wohltaten erwiesen. Die verfolgenden Agypter hatte er
im Roten Meer ersäuft; die Stiftshütte war unter ihnen als
sichtbares Zeugnis der Gnadengegenwart Gottes; durch Mose
und Aaron redete Gott mit ihnen; er führte sie ihren Weg des
Tags in der Wolkensäule und des Nachts in der Feuersäule.
Er hatte bereits auf Sinai ihnen sein Gesetz gegeben, einen
Bund mit ihnen gemacht, sie zu seinem besonderen Volk er⸗
koren. Sie hatten auch schon viel Mühsal der Wanderung
überstanden, hatten viel Sünde gehäuft und mehrere Straf⸗
gerichte Gottes erfahren. Sie hatten mehr als einmal gemurrt
wider Gott und wider Mose und sich wieder gelüsten lassen nach
den Fleischtöpfen Agyptens. Pestilenz und feurige Schlangen
hatten unter dem gottlosen Geschlecht gewaltig aufgeräumt.
Eben hatte Gott ihnen sein Gesetz gegeben, hatte ihnen als
erstes Gebot gesagt: „Du sollst nicht andere Götter haben neben
mir.“ Eben kommt Moses vom Berge herab, trägt die Gesetzes⸗
tafeln in seiner Hand. Da sieht und hört er, wie eben dieses
Volk offen groben Götzendienst treibt, und Aaron ist sogar der
Anführer bei dem Greuel. Das entrüstet den HErrn, und
sein Zorn ergrimmt. Er läßt dem Volke sagen: „Ich will
nicht mit dir hinaufziehen; denn du bist ein halsstarrig Volk.
Ich möchte dich unterwegen auffressen“, V. 3.
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