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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. April 1914, Seite 137

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Synode 1 · Synode 5

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Herausgegeben von der Zeutschen Evangelisch⸗Lutherischen Zynode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.
Redigiert von dem Lehrerkollegium des theologischen Seminars in St. Lonis.

70. Jahrgang.

St. Louis, Mo., den 28. Rpril 1914.

Nr. 9.

——

Die Arbeit am Hause Gottes.

Esra 3, 9: „Und Jesua stand mit seinen Söhnen und Brüdern
und Kadmiel mit seinen Söhnen und die Kinder Judas wie ein Mann,
zu treiben die Arbeiter am Hause Gottes, nämlich die Kinder Henadads
mit ihren Kindern und ihren Brüdern, die Leviten.“

Fragen wir einmal: Was ist unsere Synode? Die Ant⸗
wort lautet: Sie ist eine Verbindung lutherischer Gemeinden
und hat den Zweck, den Befehl Christi: „Gehet hin in alle
Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur“ nach Kräf⸗
ten zu erfüllen.

Eine Synode ist im Großen dasselbe, was eine Gemeinde
im Kleinen ist. Wie eine Gemeinde aus einzelnen Gliedern
besteht, so besteht eine Synode aus einzelnen Gemeinden. Was
eine Gemeinde im Kleinen tut, das tut eine Synode im Großen,
das heißt, beide treiben das Werk des HErrn. Mit den Ver⸗
hältnissen einer Gemeinde sind wir vertraut und können darum
an denselben die Verhältnisse der Synode kennen lernen.

Wir alle sind überzeugt, daß kein Christ seinen Weg
durchs Leben allein nehmen soll, sondern mit andern Christen.
Es kommen Fälle vor, da ein Christ keine Gelegenheit hat,
sich einer rechtgläubigen Gemeinde anzuschließen; aber davon
reden wir nicht, sondern von solchen Fällen, in denen sich diese
Gelegenheit bietet. Es gibt Dinge, die der einzelne Christ
tun soll, aber allein nicht tun kann. Er soll zum heiligen
Abendmahl gehen, er soll den SErrn preisen in den Ver—
sammlungen usw. Heute oder morgen kommt er in Anfechtung
oder Not, da er einen Seelsorger oder einen Mitchristen nötig
hat, der ihn belehrt, warnt, ermahnt, tröstet. Und andere
Christen bedürfen seines Rats und seiner Hilfe und sind nach
Gottes Willen dazu berechtigt. Daher sollte ein Christ nicht
nur lose mit einer Gemeinde verbunden sein, sondern fest dazu
gehören, sich nicht mitschleppen lassen von andern, sondern
seine Zeit, seine Gaben, seine Mittel in den Dienst seines
Gottes stellen.

Geradeso ist es mit einer Gemeinde. Sie kann manches

diges Glied der Synode sein.

—

allein tun; sie kann Kirche und Schule bauen, Prediger und
Lehrer erhalten und in ihrer Nachbarschaft kann sie auch etwas
Mission treiben. Aber der HErr hat in seinem Weinberge
auch Arbeiten, die für die größte, reichste, willigste Gemeinde
zu schwer sind. Das haben unsere Väter erkannt und haben
sich vereinigt, um gemeinsam das zu tun, was jeder einzelnen
Gemeinde zu viel war.

Solche Werke sind die ausgedehnte Mission in allen Teilen
unsers Landes und im Auslande, der Bau und die Erhaltung
der Lehranstalten zur Heranbildung von Lehrern und Pre⸗
digern, die Herausgabe rechtgläubiger Zeitschriften, Gesang⸗
bücher, Katechismen und anderer christlichen Bücher. Be⸗
sonders aber gehört dazu der Kampf gegen Irrlehre und das
Wachen über die Reinheit in der Lehre. Keine Gemeinde
könnte diese Dinge allein tun, und ohne synodale Verbindung
würden selbst mehrere Gemeinden diese Werke nicht gemein⸗
schaftlich treiben.

Es sind das aber Werke, die nötig sind, Werke, die keine
Gemeinde von sich abweisen kann, an denen sich alle beteiligen
sollten. Daher ist es nicht recht, wenn eine Gemeinde allein
steht und andere diese Werke tun läßt; sie sollte auch nicht
lose mit einer Synode zusammenhängen, sondern ein leben⸗
Wenn alle Gemeinden, die es
können, sich an dem Werk der Synode beteiligten wie e in
Mann, dann stünde es recht. Der Apostel ermahnt, daß
die Christen fleißig sein sollen, zu halten die Einigkeit im
Geist durch das Band des Friedens. Wie ein Mann, da
Christus das Haupt ist und wir die Glieder, so soll die Kirche
sein. Durch Lehre und Ermahnung legt Gottes Wort uns
nahe, daß wir, die wir zusammengehören, auch zusammen wir⸗
ken sollen.

Wenn wir uns nun fragen, warum sich eine Gemeinde
einer Synode anschließen und, wenn sie zu einer Synode ge⸗
hört, fleißig mitwirken soll, so ist die Antwort nach dem Ge⸗
sagten nicht schwer. Wenn Gottes Werk in der Weise am
besten getan werden kann, daß sich die Gemeinden verbinden,

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