Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 9 › Seite 144

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. April 1914, Seite 144

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Theater 4

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SVer 2 utheranetdsse

Colers an: „Nothing but positive religious instruction can
protect the country; schools are being conducted on aà basis
fundamentally wrong, and they are responsible for the spread
of socialism.“ („Nur ein positiv religiöser Unterricht kann das
Land beschützen; unser Schulwesen beruht auf einer Grundlage,
die durchaus falsch ist. Daher die Verbreitung des Sozialis⸗
mus.“) Dr. Hall habe in seinem Buch über den heranwachsenden
Menschen das Zeugnis abgelegt: „Although pedagogues make
vast claims for the moralizing effects of schooling, I cannot
find a single criminologist who is satisfied with the modern
school.“ („Obwohl Erzieher viel Aufhebens machen von dem
sittlichen Wert des Schulunterrichts, kann ich doch unter den
Männern, die das Verbrecherwesen studiert haben, keinen nam⸗
haft machen, der mit dem modernen Schulwesen zufrieden wäre.“)
Es wird auch an das Wort Präsident Hadleys von der Lale
University erinnert: „I do not believe you are going to make
the right kind of a citizen by a godless education and then
adding in religion afterwards. The idea is wrong. Education
and religion must go hand in hand.“ („Ich glaube nicht, daß
Sie die rechte Sorte Bürger dadurch erziehen, daß Sie ihm eine
gottlose Erziehung zuteil werden lassen und hintennach dann die
Religion hinzufügen. Die Idee ist falsch. Erziehung und Reli⸗
gion müssen Hand in Hand gehen.“) Der französische Philosoph
Viktor Cousins tat einst den Ausspruch: „Ein System der Er⸗
ziehung, das wohl den Verstand schärft, aber keine Maßregeln
bietet, die bösen Neigungen zu hemmen und einzudämmen, ist
eher ein Fluch als ein Segen zu nennen.“ D. Sweets selber
sagt in dem genannten Artikel: „Das eine, das not ist,
fehlt unsern amerikanischen Schulen.“ Er sieht drei Mittel,
die die Kirche hat, diesen Mangel zu ersetzen: die religiöse Er⸗
ziehung im Elternhause, die Sonntagsschule und das christliche
College. Daß durch diese Mittel, besonders das erste, das ja bei
keinem System der Erziehung fehlen darf, bis zu einem gewissen
Grad dem Mangel an religiösem Unterricht in den Freischulen
abgeholfen würde, ist ja klar. Daß aber auch durch die gewissen⸗
hafteste Erziehung im Elternhause und den besten Sonntagsschul⸗
unterricht das nicht erreicht wird, was die genannten Volks⸗
erzieher als das einzig richtige bezeichnen, nämlich daß dabei der
Unterricht in weltlichen Fächern immer noch des religiösen Fun⸗
daments entbehrt, liegt ebenso klar auf der Hand. Nur die
christliche Gemeindeschule bietet das, was jene klarsehenden Be⸗
obachter als das einzig Richtige bezeichnen, daß nämlich die ganze
Erziehung des Kindes eine religiöse Grundlage haben und der
Religionsunterricht als die Hauptsache in der Erziehung anerkannt
werden sollte. „Eine rein weltliche Erziehung“, sagte einmal
Sir Robert Pell, „ist nur eine halbe Erziehung; die Haupt⸗
sache fehlt.“ G.
Warum dürfen die öffentlichen Schulen in einem Freistaat
keinen Religionsunterricht erteilen? Diese Frage beantwortete
unlängst der australische Minister des Erziehungswesens. Man
verlangte in Australien eine Volksabstimmung über die Frage,
ob in den öffentlichen Schulen Religionsunterricht eingeführt wer⸗
den sollte. Als die Sache im australischen Parlament zur Sprache
kam, gab der Minister des Erziehungswesens, Sir Alexander Pea⸗
cock, seine Meinung in folgenden Worten kund: „Es darf kein
Zwang in religiösen Fragen angewandt werden. Absolute Reli⸗
gionsfreiheit muß bewahrt werden. Es ist die erste Pflicht der
Kirchen selber, für die Erziehung der Kinder in den Lehren
der verschiedenen Gemeinschaften Sorge zu tragen. Und es ist
die Pflicht der Eltern, diesem Unterricht durch die häusliche Er⸗
ziehung nachzuhelfen. Ein allgemeiner Religionsunterricht in
den öffentlichen Schulen kann nimmermehr diese Arbeit der Kirche
und der Eltern ersetzen. Der Staat muß gegen alle gerecht sein,
und um gegen alle gerecht zu sein, muß er durchaus neutral
bleiben. Wenn die Regierung wirklich eine freiheitliche bleiben

und allen gerecht werden soll, darf der Staat keine Religion an⸗

erkennen. Er muß durchaus auf weltlichem Gebiete bleiben und

keine Glaubensbekenntnisse, keine Kirchengemeinschaften aner⸗
Der Staat ist das Volk, und weil das Volk vielerlei
Religionen hat, darf der Staat in Glaubenssachen nichts zu sagen
haben. Seine Pflicht erstreckt sich nur auf das rein weltliche Ge⸗
biet. Die religiöse Freiheit ist von höherer Bedeutung als irgend⸗
Das Gewissen der Bürger ist höher als
irgendein menschliches Gesetz. Wenn eine Mehrheit der Bürger⸗
schaft sein Glaubensbekenntnis den Schulen aufzwingen will, ist
damit die Axt an die Wurzel der Religionsfreiheit gelegt.“ Diese x
Worte Sir Peacocks wirkten so überzeugend, daß das australische
Parlament die Volksabstimmung über diese Frage verweigerte.
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kennen.

eine andere Rücksicht.

Jener berüchtigte Wolf im Schafskleid, „Pastor“ Russell,
hat jetzt auch das Wandelbildertheater (moving picture show)
Die Mission „Pastor“
Russells besteht bekanntlich darin, daß er den Leuten einredet,

in den Dienst seiner Mission gestellt.

daß es kein Jüngstes Gericht und keine Hölle gibt. Natürlich
ist das vielen Leuten eine willkommene Botschaft, denn dann
läßt sich's doch ruhiger sündigen. So fließen dem „Pastor“
Russell große Geldmittel zu.

desto mehr Anhang findet er, und desto mehr Geld fließt in seinen
Säckel.
Geldsummen verfügt, die er zur Ausbreitung seines Millennial
Dawn benutzt. Er hat jetzt seine Lehre in der Form eines bibli⸗
schen moving picture verarbeitet und läßt es in großen und

kleinen Städten in den Fünfcenttheatern unter dem Titel Drama

of Creation“ aufführen. Eintritt frei. Zur Warnung vor die⸗
sem Irrgeist sei hier daran erinnert, daß Russell hauptsächlich die

folgenden Lehren führt und durch seine Schriften (Wateh Tower 1
Tracts, International Bible Study Society), jetzt auch durch das

Lichtbild, unter dem Volk zu verbreiten sucht: IEsus sei nicht der
eingeborne Sohn Gottes, sondern ein erschaffenes Wesen; erst
seit seiner Auferstehung sei IEsus ein göttliches Wesen; die
Wiederkunft Christi habe stattgefunden im Jahre 1874; es gibt
keine Hölle, es gibt keine Verdammnis. Diese Russellsche Reli⸗
gion, der Millennial Dawn, hat sich auch in Deutschland An⸗
hänger erworben. Mit solchen greulichen Irrtümern wird die
Welt gestraft, weil sie das Evangelium verwirft. Wir leben in
der Zeit, von der Paulus schreibt 2 Tim. 4, da die Menschen
„die heilsame Lehre nicht leiden werden, sondern nach ihren
eigenen Lüsten werden sie ihnen selbst Lehrer aufladen, nachdem
ihnen die Ohren jücken; und werden die Ohren von der Wahrheit
wenden und sich zu den Fabeln kehren“. G.

Wie der Haß des mexikanischen Volkes gegen die Vereinigten
Staaten durch die Priester genährt worden ist, geht aus einem
Artikel hervor, der kürzlich in dem Mercurio, einer in Guadala⸗
jara erscheinenden täglichen Zeitung, veröffentlicht wurde. Dort

stand, nach einer Meldung im Caurchman vor einigen Wochen,

dieses zu lesen: „In der Kirche der heiligen Jungfrau West⸗

indiens hat ein übernatürliches Ereignis, ein offenbares Wunder, ö
Einer der amerikanischen Seesoldaten, die uns in
den letzten Tagen besucht haben, schenkte der Kirche ein paar schön

stattgefunden.

dekorierte Kerzen und bat, man möchte sie anzünden, da er mit
dieser Gabe ein Gelübde erfülle.
und der Priester verrichtete seine Andacht an den Stufen des

Altars, als er merkte, daß das Bild der Mutter Gottes mit x
einem seiner kleinen Finger eine Bewegung nach der Kerze hin

machte. War es ein Traum, war's Einbildung? Der Priester
wußte nicht. Wieder sah er dasselbe Zeichen, und als er sich die

Sache noch überlegte, kam der Sakristan in größter Aufregung 1
und meldete, daß er eine süße, wohltönende überirdische Stimme
vernommen habe: Blas die Kerzen aus!.“ Man blies die Kerzen

—— —— LIT

Es ist ja immer so gewesen: je
leichter ein falscher Prophet den Leuten das Sündigen machte,

So nun im Falle „Pastor“ Russells, der über enorme

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Die Kerzen wurden angesteckt.

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