Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 9 › Seite 140

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. April 1914, Seite 140

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Unterſtützungskaſſe

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140 S Per „VTutheraned

Und erkennen sie das, sind sie zu der überzeugung gekom⸗
men, daß nach Gottes Wort die Kirche für den lebensläng⸗
lichen Unterhalt der Diener der Kirche zu sorgen hat, dann
werden sie auch gewiß Schritte tun (denn von unsern Gemein⸗
den muß das ausgehen), daß in unserer Synode die nötigen
Maßregeln und Einrichtungen getroffen werden, damit auch
für den Lebensunterhalt der ausgedienten oder arbeitsunfähi⸗
gen Diener der Kirche und der von ihnen abhängigen Ange⸗—
hörigen in gottgefälliger, genügender Weise gesorgt ist.

„Gott walt's zu Frommen nach sein'm Wohlgefallen!“

C. Eißfeldt.

Zeugnis eines gewesenen Freimaurers gegen den
Freimanrerorden.

5. Von der Religion der Freimaurer.
B. Die Großloge droben.

Die Freimaurer reden von der Großloge droben, the
Grand Lodge Above. Wenn der Freimaurer das Zeitliche
gesegnet hat, komme seine Seele in die Großloge droben. Dort
sei sie dann in ewiger Freude beim Baumeister des Weltalls.

Ei, spricht da einer, also ist es doch wahr, die Freimaurer
haben eine Religion, die gar nicht so verschieden ist von der
Lehre der Heiligen Schrift; sie glauben sogar an ein Leben
nach dem Tode. Worauf zu antworten: Auch Heiden glauben
an eine Fortdauer der Seele nach dem Tode. Auch die Busch⸗
männer Australiens, die wohl zu den niedrigsten aller wilden
Stämme gehören, führten, ehe sie je vom Christentum gehört
hatten, diese Lehre. Die alten Agypter waren wohl das laster⸗
hafteste Volk der alten Welt, aber auch sie glaubten an die
Unsterblichkeit der Seele, ja ihre ganze Religion bestand schließ⸗
lich darin, durch peinlich genaue Befolgung priesterlicher Vor⸗
schriften sich auf das Leben nach dem Tode vorzubereiten. Daß
mit dem Tode nicht alles aus ist, erkennt schließlich auch die
natürliche Vernunft.

Aber wie erlangt man die ewige Seligkeit? Hier
scheiden sich die Wege. Hier antwortet der natürliche Mensch:
Die Seligkeit erlangt man durch ein tugendhaftes Leben. Der
wiedergeborne Mensch aber, der Christ, weiß: Die Seligkeit
erlangen wir durch den Glauben an JEsum Christum, der für
unsere Sünden Genugtuung geleistet hat und uns die Frucht
seiner Leiden, Gerechtigkeit und ewiges Leben, durch seinen
Heiligen Geist in den Gnadenmitteln anbietet und zueignet.
Was lehrt nun die Loge? Was ist nach Freimaurerlehre der
Weg zum ewigen Leben?

Hören wir, was der frühere Freimaurer Benjamin M.
Holt hierüber zu sagen weiß. Wir lesen in seinen Aufzeich⸗
nungen folgendes über diesen Punkt:

„Als Eingetretener in den untersten, den Lehrlingsgrad,
wurde mir ein Maurerhammer (gavel) überreicht. Dabei
wurde ich belehrt, der Hammer werde von den Maurern ge⸗
braucht, die Kanten der rohen Steine abzuschlagen, um sie für
die Bauleute brauchbar zu machen; „wir Freimaurer aber ge⸗
brauchen ihn für einen höheren und herrlicheren Zweck, näm⸗
lich um unsere Herzen und Gewissen von den Lastern und
Anhängseln des Lebens freizumachen und dadurch unsern Geist
zu einem lebendigen Stein für den geistlichen Bau, der nicht

mit Händen gemacht wird, im Himmel, zuzubereiten'. Schon
hier trat also die Lehre hervor, daß wir durch gute Werke
selig werden. Außerdem wurde mir der vierundzwanzig⸗
zöllige Maßstock überreicht mit der Bemerkung, daß er uns
lehre, unsere Zeit in drei Teile zu teilen, acht Stunden für
Gott,“) acht Stunden für Schlaf und acht für unsern täglichen
Beruf. Im zweiten Grad wurden drei Werkzeuge gebraucht:
das Senkblei (plumb), das Winkelmaß (square) und das
Nivelliermaß (level). Das erste mahnt uns, aufrichtig zu
wandeln vor Gott und Menschen; das zweite, alle unsere
Handlungen nach dem Winkelmaß der Tugend zu bemessen;
und das dritte, daß wir daran gedenken, daß wir auf der ebe⸗
nen Fläche (level) der Zeit hinwandern nach dem Land, von
dem kein Wanderer zurückkehrt. Im dritten Grad war das
Instrument das Zirkelmaß (compasses). Die Lehre, welche
sich daran knüpft, ist diese: Wir sollen einen Kreis ziehen um
unsere Gelüste, unsere bösen Begierden überwinden, unsere
Leidenschaften und Vorurteile im Zaum halten, besonders in
unserm Verhältnis zu den Ordensbrüdern. — Das ist die
Werklehre der Loge. Nach Gottes Wort ist es der Heilige
Geist, der im Wort wirkt, allein, der die Lüste des Herzens
dämpfen kann. Wo die Mittel, durch die der Heilige Geist
wirkt, verschmäht werden, da kann der Mensch unmöglich das
erreichen, was hier beschrieben ist. Leute, die sich auf die
Lehre verlassen, welche durch das Senkblei, das Winkelmaß,
das Nivelliermaß, den Maßstock und den Hammer abgebildet
wird, um ihre Sünde zu unterdrücken und sich Ehre und Herr⸗
lichkeit in jenem Leben zu erwerben, sind unter einem abge⸗
feimten Betrug des Teufels gefangen. Es kann keine heid⸗
nische Religion geben, die ferner von Christo ist als das
Freimaurertum. Wer Freimaurer wird, hat das Christentum
aufgegeben. Der berühmte Mackey sagt: „Das Freimaurer⸗
tum betont Tugendhaftigkeit, aber bietet kein System
zur Genugtuung für die Sünde. Es weist seine Schüler
auf den Weg zur Gerechtigkeit.“ (Encycl., p. 641.)
„Der Freimaurer bezahlt seinen jährlichen Beitrag, macht
gewisse Zeremonien durch, schwört seine Eide, verspricht, dem
Bruder keinen Schaden zu tun, auch dessen weibliche Anver⸗
wandte nicht zu beleidigen, und hofft so die Großloge droben
zu erreichen und der ewigen Seligkeit zu genießen. Von dem
Heiligen Geist und von Bekehrung ist niemals im Ritual der
Loge die Rede. Ohne Sündenbekenntnis, ohne Buße, ohne
das Blut JEsu Christi will sie die Menschen selig machen.
Freimaurerische Autoren reden von Christo nur als von einem
großen Tugendvorbild, und die Religion der Freimaurer hat
lediglich das Ziel, durch gutes Verhalten und edlen Charakter
sich die Seligkeit zu erwerben.
des Ordens weisen darauf hin, daß der Mensch sich durch Übung
in der Rechtschaffenheit von der Erbsünde freimachen solle und
durch eigene Anstrengungen nach und nach zu immer höherer
Vollkommenheit gelangen. Glaube an Christum wird nicht
gefordert. Nicht in einem Falle wird die Notwendigkeit
der Buße genannt oder auf die Rechtfertigung des Sünders
durch Christi Blut Bezug genommen. Sei nur ein guter Frei⸗
maurer, schwöre fleißig, halte die Zeremonien geheim, erfülle
die Befehle des Ordens und du wirst in die Großloge droben
eingehen. Die Moral tritt an die Stelle des Evangeliums,

1) Man finde einen Logenbruder, der das tut!

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