Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 9 › Seite 147

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. April 1914, Seite 147

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wo er bis zu seinem am 18. März erfolgten Tode wirkte.

im Licht!

der Arbeit abgerufen am 14. März dieses Jahres.
war er im Pfarrhause zu Monroe, Mich., am 26. Dezember 1856

SWer „uthoranede 14⁷
viert hatte, folgte er einem Rufe nach Portage, Wis. Bald

Todesanzeigen.

Abermals hat Gott einen treuen Diener seiner Kirche heim⸗
geholt, nämlich P. Klaus Seuel, einen in der ganzen Synode
bekannten und um den Wisconsin⸗Distrikt wohlverdienten Mann.
Sein Ende kam ihm sanft und leicht nach vierwöchigem, schmerz⸗
bollem Krankenlager. Hatte er auch schon lange gelitten, so
kämpfte er doch im Vertrauen auf die Hilfe Gottes die Schmerzen
nieder und verrichtete alle pfarramtliche Arbeit in seiner großen
Gemeinde allein bis vier Wochen vor seinem Ende. Er ist im
EErrn entschlafen, wie wir zuversichtlich hoffen dürfen. Nach
lauter Bejahung der Frage, ob er auf IEsum Christum und seine
Lehre, die er gepredigt habe, sterben wolle, gab er unter den Ge⸗
beten der Seinen seinen Geist auf. Am Sterbelager befanden

x sich auch sein Bruder, P. P. Seuel von Indianapolis, und P. J.

D. Schröder von Grafton, Wis. Die entseelte Hülle seines Leibes
wurde Sonntag, den 22. März, unter sehr großer Beteiligung
beigesetzt. Im Hause amtierte P. Sprengeler, ein Studienge⸗
nosse des Verstorbenen. In der Kirche hielt Direktor M. J. F.
Albrecht die Leichenrede über Hebr. 4, 9. 10. Auch richteten
die PP. H. G. Schmidt und J. Strasen einige herzliche Worte
an die Familie und die Gemeinde, ersterer im Namen des
Distrikts, letzterer als Vertreter der Synode. Am Grabe am⸗
tierte Prof. G. W. Müller von Milwaukee. — P. Klaus Seuel
wurde am 4. August 1842 in ütersen, Schleswig⸗Holstein, als
jüngster Sohn der Eheleute Joachim Seuel und Cäeilie, geb.
Blohm, geboren. Im Jahre 1850 wanderte die Familie nach
Amerika aus. Der Vater starb auf der See. Die Witwe ließ
sich mit ihren Kindern in Cleveland. O., nieder. Nach seiner
Konfirmation zog Klaus samt seinem Bruder auf das Gymnasium
zu Fort Wahne. Er vollendete sein Studium im theologischen
Seminar zu St. Louis. Im Jahre 1866 wurde er von P. Men⸗
nicke in Lyons, Jowa, ordiniert. Am 20. Mai 1869 berehelichte
er sich mit Jungfrau Johanna, geb. Wenke. Dieser Ehe ent⸗
sproßten neun Kinder, von denen acht noch am Leben sind. Im
Jahre 1874 folgte er einem Berufe der Gemeinden in Town
Herman und Theresa in Dodge Co., Wis. Er stand hier bis
1882, als er nach Portage, Wis., zog. Von hier aus folgte er
im Jahre 1894 einem Beruf der Gemeinde zu Freistadt, Wis.,
Sein
Alter brachte er auf 71 Jahre. 7 Monate und 14 Tage. — Mit
Seuel ist einer der fähigsten und treuesten Streiter JEsu Christi
des Wisconsin⸗Distrikts aus der streitenden in die triumphierende
Kirche versetzt worden. Er hat überall, wo er gestanden hat, in
großem Segen gewirkt. Er war ein guter Kenner der Heiligen
Schrift, die er fast nur im Grundtext las. Er arbeitete etwas
langsam, aber desto gründlicher. Er haschte nicht nach Ruhm.
sondern suchte Seelen. Er predigte nicht sich, sondern Christum.
Er wirkte jedoch nicht nur als Pastor, sondern war auch jahre⸗
lang Visitator, Vizepräses und Präses des Wisconsin⸗Distrikts.

As 1881 der Gnadenwahlsstreit auch in Wisconsin tobte, da war

es unter andern gerade auch Seuel, der die falsche Stellung der
Gegner aufdeckte. So ist denn der Segen seiner Wirksamkeit weit
über die Grenzen seiner eigenen Gemeinde hinaus gegangen. Nun
ruht er von allen seinen Werken des Amtes, der Leiden und der
Kämpfe. Gott führe die Familie des Verstorbenen, seine Ge⸗
meinde und uns alle in dieselbe Ruhe der Seligen bei JEsu

Lehrer Hermann G. Hattstädt wurde vom SErrn aus
Geboren

als Sohn des Pioniers unter den Pastoren unserer Shnode
G. Hattstädt. Nachdem er den Studienkursus in Addison absol⸗

darauf wurde er nach Little Rock, Ark., bersetzt. Schon im Jahre
1881 trat er in die Arbeit an der Schule der Immanuelsgemeinde
in Chicago, und dort war sein letzter Schultag der 13. Februar
dieses Jahres. Er hat seinem Heilandé, seiner Gemeinde, den
ihm anvertrauten Kindern treu gedient, hier während eines Zeit⸗
raums von mehr als 32 Jahren, fast die ganze Zeit als Lehrer
der Oberklasse. Er war ein treues Synodalglied, ein eifriger
Arbeiter in Gottes Weinberg. Er schleppte sich zu seiner Schule,
bis selbst seine eiserne Willenskraft den Körper nicht mehr zwingen
konnte. Sein letztes Krankenlager hat Gott aus Gnaden gekürzt
und seinen Diener, der nur durch seinen Heiland selig werden
wollte, schnell abgelöst. Am 17. März hielt der Unterzeichnete
die Leichenpredigt an seinem Sarge in der Kirche auf Grund von
Joh. 13, 7. Am Grabe amtierte P. E. Hölter. Seine treue
Lebensgefährtin, Minna, geb. List, sowie vier Kinder harren auf
ein Wiedersehen in der Seligkeit. Gottes Stecken und Stab tröste
sie, seine Gnade und Liebe führe und halte sie! L. H.

Als am 1. April 1914 nach einwöchiger Krankheit (Lungen⸗
entzündung) Lehrer R. A. Wismar selig entschlief, da rief
unser himmlischer Vater besonders der Bethlehemsgemeinde in
Chicago recht eindringlich zu: „Gedenket an eure Lehrer, die euch
das Wort Gottes gesagt haben; welcher Ende schauet an und
folget ihrem Glauben nach!“ Denn der Verstorbene ist 28 Jahre
lang ein Lehrer der genannten Gemeinde gewesen, dazu ein an⸗
erkanntermaßen tüchtiger, ein gewissenhafter Hirte der ihm be—
fohlenen Lämmer Christi. Vorher hatte er den Gemeinden in
New Wells, Mo., und Elgin, Ill., treu gedient. Obschon er in
Deutschland Gymnasialbildung erhalten hatte, hat er doch in Addi⸗
son nach zweijährigem Studium daselbst und mit guten Zeugnissen
im Jahre 1876 sein Examen gemacht zur übernahme des Lehr⸗
amtes. Als Jünger Christi mußte er zwar zuzeiten schweres
Kreuz tragen, aber er trug es geduldig und zu seinem Heil.
Zweimal ließ ihn Gott Witwer werden. Er ließ ihn aber auch
seltene und dauernde Freude erleben. Dienen doch alle seine
Söhne, zwei als Pastoren, zwei als Lehrer, im Weinberge des
HErrn und sagen andern das Wort Gottes. Auf seinem letzten
Krankenlager hatte er erbauliche Bekenntnisse von seinem Glauben
abgelegt, war gefaßt in seinem Leiden und wohlgerüstet auf sein
Ende. Am 4. April hielt sein Pastor, der Unterzeichnete, an sei⸗
nem Sarge über Joh. 12, 26 die Leichenrede vor einer großen
Trauerversammlung, unter der sich auch die Chicago⸗Lehrer⸗
konferenz befand, die dem Heimgegangenen durch einen passen⸗
den Chorgesang einen Nachruf widmete. Es betrauern den Ent⸗
schlafenen fünf, alle aus zweiter Ehe stammende Kinder und seine
trauernde Witwe. Mögen alle, die von ihm Gutes empfangen
haben, sein Andenken bewahren! E. Reinke.

Am 12. März ist ein lieber Schüler der bierten Klasse unsers
Lehrerseminars in River Forest, Clarence Redicker, im
Elternhaus, wie wir zuversichtlich hoffen, selig gestorben. Leidend
kehrte er nach dem Feuer in das Elternhaus zurück. Hier ent⸗
wickelte sich schnell ein Lungenfieber, das in kurzer Zeit seinem
jungen Leben ein Ziel setzte. Er starb im Alter von 17 Jahren,
10 Monaten und 21 Tagen. Er wäre von Herzen gern Lehrer
geworden. Doch ergab er sich willig in Gottes Willen, suchte noch
am Tage vor seinem Ende die Stärkung seines Glaubens im
Genuß des heiligen Abendmahls und tat unter Zuspruch und
Gebet seines Seelsorgers seinen letzten Atemzug. Unter sehr
zahlreicher Beteiligung wurde er am 15. März begraben. —
Gewiß, auch das gehört zu den wunderbaren Wegen Gottes, wenn
er bei dem großen Mangel an Lehrern eifrige Schüler zu sich
ruft, noch ehe sie ins Amt eintreten können. F. Meyr.

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