Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 13 › Seite 212

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 23. Juni 1914, Seite 212

201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212

Scan: from a 2009 DVD; the same scans are on the Internet Archive as DerLutheraner70_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.

⤓ Download page image (full resolution)

German transcription machine transcription, uncorrected

⤓ Download .txt · copy text

212

S Der „Tutheraneds

Armut mit seinen Zuhörern freudig teilte, folgte er dem Rufe
einer Gemeinde in Pleasant Grove, Mo. Hier diente er in
gewohnter Treue fünf Jahre und folgte dann einem Rufe nach
Poplar Grove, Minn. Acht Jahre später berief ihn die Gemeinde
bei Hay Creek, Minn. Dieser Gemeinde und den damit ver⸗
bundenen Filialen stand er mit Treue und Aufopferung vor bis
Juli 1906. Durch leibliche Schwäche sah er sich genötigt, sein
liebes Amt niederzulegen, nachdem er 45 Jahre dem HErrn und
seiner Kirche darin gedient hatte. Von Hay Creek aus verzog er
mit seiner Gattin und den noch bei den Eltern weilenden Kindern
nach Sargeant, Minn., zu seinem ältesten Sohne, bei dem er
bis zu seinem Ende wohnte. Am 7. April ging er nach längerem
Leiden ein zu der Ruhe des Volkes Gottes nach einer Wallfahrt
von 75 Jahren und 9 Tagen. Seine Beisetzung erfolgte am
10. April auf dem Gottesacker der St. Johannesgemeinde bei
Sargeant. Minn. P. J. C. Meyer von Hay Creek, Minn., hielt
im Trauerhause eine trostreiche Ansprache über die Worte Christi:
„Weine nicht!“ In der Kirche hielt nach erfolgter Beisetzung
der Ortspastor eine Predigt über Röm. 3, 23 — 26, welchen Text
der Entschlaͤfene selbst gewählt hatte. P. J. Guse hielt eine eng⸗
lische Ansprache. Sein Gedächtnis bleibe im Segen!
C. A. Affeldt.

Am 17. April entschlief im festen Glauben an seinen Er⸗
löser Lehrer Jakob Wenzlaff, Lehrer der Dreieinigkeits⸗
schule bei Freeman, S. Dak. Geboren wurde Jakob Wenzlaff am
28. November 1860 in Altarzis, Beßarabien. Als er zum Jüng⸗
ling herangewachsen war, erwählte er das Amt eines Lehrers zu
seinem Lebensberuf. Er diente seiner Vaterstadt fünf Jahre lang
als Lehrer. Im Jahre 1884 wanderte er nach Amerika aus,
ließ sich zunächst in hankton, S. Dak., nieder und ernährte sich
und seine Familie durch seiner Hände Arbeit in einem Ellen⸗
warengeschäft. Sieben Jahre war er in diesem Geschäft tätig.
Er hielt sich in dieser Zeit fleißig zu Gottes Wort und kam so
mit Pastoren unserer Synode in nahe Berührung, die ihn dazu
bewogen, wieder ins Schulamt zu treten. Im Jahre 1893 folgte
er dem Rufe an die Schule der Dreieinigkeitsgemeinde bei Free⸗
man, S. Dak., und wurde im Ahpril in sein Amt eingewiesen.
Hier wirkte er, bis er im Jahre 1906 einem Berufe bei Tripp,
S. Dak., folgte. Seit 1909 wirkte er an der Schule der Drei⸗
einigkeitsgemeinde bei Freeman, der er bis zu seinem Tode diente.
— Am 21. April hiel sein Pastor, der Unterzeichnete, an seinem
Sarge über Joh. 12. 26 die Leichenrede vor einer großen Trauer⸗
versammlung, worunter sich eine Anzahl Pastoren und Lehrer be⸗
fand. Präses Ehlen redete Worte des Trostes über Matth. 25,
14—30. P. Pröhl verlas den Lebenslauf. Am Grabe amtierte
P. Gerike. Der HErr, unser Gott, heile aufs beste die Wunden,
die er geschlagen hat, tröste die Hinterbliebenen und schenke der
Gemeinde bald wieder einen treuen Lehrer ihrer Kinder!

G. W. F. Döge.

2

————— —— ——
Neue Drucksachen.

Alle an dieser Stelle angezeigten Bücher, Musikalien, Bilder usw. kön⸗
nen durch das Concordia Publishing House, St. Louis, Mo., zu den bei⸗
gefügten Preisen bezogen werden. Wo eine andere Bezugsquelle angegeben
wird, wolle man, bitte, bemerken, ob zu besorgen, falls nicht vorrätig.

Zweiundzwanzigster Synodalbericht des Nebraska⸗Distrikts der
Deutschen Ev.-Luth. Synode von Missouri, Ohio u. a. St. Con-
cordia Publishing House, St. Louis, Mo. 1913. 100 Seiten.
Preis: 19 Cts.

Auf eine schöne Synodalrede folgen Lehrverhandlungen über die

Mitteldinge (Referent: P. E. Eckhardt), nötig, nützlich und unterhaltsam

zu lesen; und dasselbe gilt von dem zweiten Referate desselben Verfassers

über das Finanzwesen der Missourisynode und speziell des Nebraska⸗
Distrikts derselben. (Seite 47—68.) Eine ähnliche Arbeit täte auch an⸗
dern Distrikten gut; und gewiß werden manche der Distriktspräsides
darauf bedacht sein, auf den Synodalversammlungen die anwesenden Ver⸗
treter der Gemeinden mit ähnlicher Information zu versorgen; es ist ja
darum noch nicht unbedingt nötig, alle solche Referate alljährlich drucken
zu lassen. — Seite 69 bis 100 folgen dann die Geschäftsverhandlungen des
Distrikts, einschließlich eines Berichts über Schulwesen in der Mission,
verlesen von Lehrer Hillmann. K.

D. XTUI. Georg Stöckhardt. Lebensbild eines deutsch⸗amerikanischen
Theologen, gezeichnet von Otto Willkomm. Mit einem
Porträt und mehreren Bildern. Zwickau (Sachsen). Verlag und
Druck von Johannes Herrmann. 1914. Kleinoktav; 148 Seiten.
Preis: 70 Cts. Zu beziehen durchs Concordia Publishing House,
St. Louis, Mo.

In diesem schon ausgestatteten Büchlein, das auch zwei Porträts des
am 9. Januar 1913 so unerwartet rasch aus dieser Welt abgerufenen
D. G. Stöckhardt sowie eine Anzahl Bilder der Stätten seiner Wirksam⸗
keit enthält, findet der Leser zunächst einen Abschnitt über die Familie
Stöckhardt, welcher der Heimgegangene entstammte; alsdann (Seite 15
bis 28) einen überblick seines äußeren Lebenslaufes. Hierauf folgt dann
eine Darstellung einzelner, wichtigerer, im Lebensgang schon berührter
Vorgänge und eine Würdigung der Bedeutung, die Stöckhardts Tätigkeit
für die Missourisynode und die lutherische Kirche überhaupt hat. Das
zehnte Kapitel schildert den Prediger und Seelsorger, das elfte den Schrift⸗
ausleger. Das sechste und achte Kapitel zeigen, wie D. Stöckhardt auf
dem kirchlichen Kampfplatz erst in Dentschland, dann in Amerika mit
Waffen der Gerechtigkeit die Feinde rechts und links abgewehrt und an—
gegriffen hat. Die bei seinem Begräbnis gehaltenen Reden findet der
Leser am Schlusse des Buches (Seite 134 bis 148), welchem auch ein Ver⸗
zeichnis der wichtigsten Schriften D. Stöckhardts beigegeben ist. Wohl hat
Freundeshand bei der Aufzeichnung dieses Lebensbildes die Feder geführt;
aber sie hat nirgends gerühmt wider die Wahrheit und über das Ziel.
Daher kann man jedem Schüler eines solchen Lehrers und jedem Hörer
seiner Predigten diese „Stöckhardt-Biographie“ herzlich empfehlen; jeder
wird dem Freunde Dank wissen für das, was er geboten hat, und nicht
wenige würden gerne noch Ausführlicheres gelesen haben. K.

Unserer Kirche Herrlichkeit. Tatbeweise des Lebens unserer evangeli⸗
schen Kirche. Herausgegeben von D. Martin Hennig. Ham⸗
burg, Agentur des Rauhen Hauses. 368 Seiten 5½ 8 ½. Preis:
M. 3.50; gebunden M. 4.50.

Der Herausgeber redet im Vorwort von der mancherlei Not der
Kirche in unsern Tagen. Diese will er nicht weiter schildern und aus⸗
führen, sondern dem Leser die Herrlichkeit zeigen, die Gott der Kirche
verliehen hat. Er hat dabei die evangelische oder protestantische Kirche
der deutschen Lande im Auge seit der Reformation bis auf unsere Zeit.
Und 17 verschiedene Verfasser behandeln nun in ebensoviel Kapiteln die
Herrlichkeit der Kirche. Unter den Mitarbeitern finden wir bekannte
Namen wie Bunke, Pfennigsdorf, Ohly, Conrad, Nelle und andere, und
die einzelnen Kapitel behandeln die Grundlage der Kirche, die Heilige
Schrift, ihren Katechismus, ihre Predigt, ihre Feste, ihre Lieder, ihre
Gotteshäuser, ihre Heidenmission, ihre Liebestätigkeit, ihre Helden und
Märtyrer usw. Wir haben nicht alle Kapitel bis jetzt gelesen, und in
dem, was wir gelesen haben, können wir nicht alles billigen. Das Buch
fordert prüfende Leser. Besonders verwerfen wir gleich in dem ersten
Kapitel über die Grundlage der Kirche, das sonst manches Schöne und
Richtige enthält, den Satz: „Die Anschauung, daß alle Schrift Alten und
Neuen Testaments, von Gottes Geist wörtlich eingegeben, unfehlbares und
für die Christenheit bindendes Gotteswort sei (die Lehre von der Verbal⸗
inspiration), ist zwar auch heute noch in manchen gläubigen Kreisen in
hohem Ansehen, aber wirklich Ernst macht doch niemand mit ihr.“ Damit
ist tatsächlich alles preisgegeben, und es gereicht der Kirche zur Schmach
und Schande, daß nicht alle ihre Glieder fest auf der Verbalinspiration
stehen. Andererseits finden sich in dem Buche auch sehr schöne, lehrreiche
Abhandlungen; wir nennen das Kapitel über die Feste der Kirche, be⸗
sonders über das geistliche Lied der Kirche von dem bekannten Liederkenner
Nelle, das jeder Liebhaber unserer unvergleichlich schönen Kirchenlieder
gern lesen wird; ebenso die Abhandlung über die geistliche Musik der
Kirche und anderes mehr, so daß der Leser wirklich etwas von der Herr⸗
lichkeit seiner Kirche erkennen wird. L. F.

PERA4CTTICOAL DAILT REITATTION CLASS RECORD. Practical
Pocket Record of Monthly Average. Nuoffer Printing Co.,
Fort Wayne, Ind.
Dies sind zwei Hilfsmittel für Lehrer, um genau Buch zu führen über
die Leistungen ihrer Schüler während eines Schuljahres. Von einem

English translation

Not yet translated.