Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 14 › Seite 217

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 7. Juli 1914, Seite 217

217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228

Scan: from a 2009 DVD; the same scans are on the Internet Archive as DerLutheraner70_partial. Selected pages only: not every page of this year is held.

⤓ Download page image (full resolution)

German transcription machine transcription, uncorrected

⤓ Download .txt · copy text

Und ich sahe einen Engel
sliegen milten durch den
Himmel, der hatte ein ewig
Cvangelium zu verkündigen

denen, die aus Erden sihen
und wohnen, und allen Hei-
den, und Geschlechtern, und
Sprachen, und Völkern, und
spradh mit großer Stimme:
Türchter Solt. und gebel
in die Chre; denn die Zeit
seines Serichts ist kommen,
und betel an den der gemacht
hal Himmei, und Erde, und
Meer, und die Wasser-
brunnen. Offb. Joh. 14, 6.7.
E

—. — .
— 5
7

7
—.H.2m

Herausgegeben von der Beutschen Evangelisch⸗Lutherischen Synode von Missouri, Ohio u. a. Staaten.

*

Redigiert von dem Lehrerkolleginm des theologischen Seminars in St. Lonis.

70. Jahrgang.

St. Louis, Mo., den 7. Zuli 1914.

Nr. 14.

— ——

„Können wir's auch tun?“

Die Vertreter unserer Gemeinden, die im Monat Mai als
Delegatensynode in Chicago versammelt waren, haben viel Zeit
auf die Verhandlungen gewandt, die sich an die Besprechung
des Anstaltswesens unserer Synode und der Missionen knüpften,
und haben dann eine Reihe wichtiger Beschlüsse gefaßt. Mit
diesen Beschlüssen ist keiner Gemeinde der geringste Zwang
aufgelegt worden. Unsere Synode ist nur ein beratender Kör⸗
per. Alle Synodalbeschlüsse haben erst dann für die einzelne
Gemeinde bindende Kraft, wenn die einzelne Gemeinde sie
freiwillig angenommen und selbst bestätigt hat. So wahr dies
nun ist, so wahr ist es aber auch, daß das Werk, das unsere
Gemeinden als Synode gemeinschaftlich treiben, nur dann ge⸗
deihen kann, wenn die Beschlüsse, die ihre Vertreter auf den
Synodalsitzungen gefaßt haben, auch ausgeführt werden. Als
unsere Delegaten hörten, daß die Mission in Canada eine solche
Ausdehnung erreicht hat, daß ein einzelner Synodaldistrikt un⸗
möglich die Summe aufbringen kann, die das Werk in Canada
erfordert, da war ihnen ganz klar: hier muß die ganze Synode
Hand ans Werk legen und die Allgemeine Innere Missions⸗
kasse mit ihrer Unterstützung bedenken. So beschlossen denn
unsere Vertreter, für diese Kasse im nächsten Jahre 840,000,
im darauffolgenden §50,000, im dritten §60,000 zu bewilligen,
damit unsere Kasse mit der wachsenden Zahl der Reiseprediger
Schritt halten kann. Dieser Beschluß ist kein Muß für
irgendeine unserer Gemeinden. Es wird auch keiner Gemeinde
vorgeschrieben, welchen Teil dieser §150,000 sie in den nächsten

drei Jahren aufzubringen hat. Und doch würde das so überaus

reichgesegnete Werk in Canada stillstehen, und eine Missions⸗
station nach der andern müßte eingehen, und Tausende von
Seelen müßten unversorgt bleiben, wenn die Gemeinden es
sich nicht angelegen sein lassen wollten, durch ihre Gaben die
Kasse der Allgemeinen Inneren Mission zu füllen.

Die Sache verhält sich so: Der Heiland sagt uns, sagt
jedem Christen, auch jeder Gemeinde in unserer Synode: „Pre⸗

—

digt das Evangelium aller Kreatur!“ „Gehet hin und lehret
alle Völker!“ Zu den Völkern gehört auch Canada. Und hat
gerade uns Gott dort eine Tür aufgetan, ist gerade auch an
uns von dort der Ruf gelangt: „Kommt und helft uns!“ so
haben wir, jede Gemeinde, jeder Christ unter uns, den gött⸗
lichen Auftrag, das Werk des Heilandes in Canada zu treiben.
Dasselbe gilt von andern Ländern, von Brasilien, Argentinien,
Indien, von Deutschland. Derselbe Ruf ist an uns gekommen
von den Letten, Esten, Litauern, Persern, Juden, von den
Negern unserer Südstaaten, aus Kuba, aus London. Auch
diese Not hat unsere Delegatensynode gehört, die Wichtigkeit
des Werkes erkannt und beschlossen, alle diese Missionen mit
Eifer weiterzubetreiben. Durch diesen Beschluß ist wiederum
zu unsern Gemeinden kein „Du sollst!“ geredet, wohl aber ist
ihnen damit gesagt, wo sie den göttlichen Auftrag: „Predigt
das Evangelium!“ auszurichten haben. Das ist der einzelnen
Gemeinde gesagt. Das ist auch dem einzelnen Glied gesagt.
Wo du auch wohnhaft sein magst, ob auf dem Lande oder in der
Stadt, ob in Massachusetts oder in Louisiana oder in Cali⸗
fornia, der Auftrag gilt dir, an denen, die auf den großen
Missionsgebieten unserer Synode nach dem Brot des Lebens
hungern, dasselbe zu reichen.

„Aber, aber, was unsere Vertreter dort auf der Synode
beschlossen haben, — können wir's auch tun?“ So
wird mancher Leser schon gefragt haben, wenn er bald nach der
Synode im „Lutheraner“ las, was für Summen für Anstalten
und Missionen bewilligt worden sind. Allein schon für Allge⸗
meine Innere Mission 8150,000 für die nächsten drei Jahre,
dann für Anstaltsbauten etwa §200,000. Dazu noch eine
ganze Anzahl kleinerer Vewilligungen, die aber eine große
Totalsumme ausmachen. Wie, können wir's auch tun?

Darauf hören wir verschiedene Antworten. Die einen
sagen uns: „Daß wir die erforderlichen Summen für den
Synodalhaushalt aufbringen können, daran darf doch nie—
mand zweifeln. Eine Synode von beinahe einer Million See⸗
len und beinahe hunderttausend stimmberechtigten Gliedern —

English translation

Not yet translated.