Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 14 › Seite 222

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 7. Juli 1914, Seite 222

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Sozialismus · Sozialismus

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S Lutsers

reichen Diebe, welche die Erde und ihre Schätze in Besitz ge⸗
nonmen haben, die Sozialisten kreuzigen möchten, wie jene
andern Ausplünderer der Armen JEsum kreuzigten vor zwei⸗
tausend Jahren!“ So will man also schon bei der zarten
Jugend den Grund legen, so will man in den Kinderseelen
den Glauben an IJEsum als den göttlichen Erlöser ausrotten
oder demselben vorbeugen; so will man IEsum zu einem
Materialisten machen, der nichts Höheres gewußt und gelehrt
habe, als daß man den Himmel auf Erden suchen müsse. Auf
diesem Grunde kann man dann leicht den Bau des materialisti⸗
schen, widerchristlichen Sozialismus in den Herzen aufführen.
So pflanzt man den Klassenhaß in die jungen Seelen, damit
sie, wenn die Zeit kommt und es nötig wird, wie Hillquit ein⸗
mal gesagt hat, „kämpfen wie die Tiger“.

Sollte noch mehr Beweis nötig sein dafür, daß die So—
zialistenpartei in den Vereinigten Staaten den echten, atheisti⸗
schen Sozialismus vertritt und betreibt, daß sie einen heißen
Kampf führt gegen Gott und seine Ordnungen? Sollte es
wirklich einen Christen geben, der dies lesen und wissen und
dabei doch urteilen könnte: „Das alles verschlägt nichts, es
kann einer doch ein guter Sozialist sein, zur Partei gehören
oder doch mit der Partei arbeiten und stimmen und zugleich
auch ein treuer Christ sein?“ Ein solcher Christ würde ja
damit Gottes Wort zur Lüge machen und behaupten, die Gläu⸗
bigen könnten gar wohl mit den Ungläubigen an einem
Joch ziehen, das Licht könne allerdings Gemeinschaft haben
mit der Finsternis, und Christus stimme freilich mit Belial.

Teurer Leser, solltest du zu denen gehören, die von den
Sozialisten betrogen, belogen und verführt worden sind, ihrer
Sache das Wort zu reden, so eile, sage dem Sozialismus rein
ab und errette deine Seele! Gott helfe dir! L. S.

—3—3—9—3——

Kurze Nachrichten aus unsern Missionen.

Innere Mission. Idaho. Unter Gottes Segen geht
auch das Missionswerk im südlichen Idaho vorwärts. Wir
haben jetzt Gemeinden in Twin Falls (P. Schlichting), in
Paul (P. Traub), in New Plymouth (P. Kahle), in Idaho
Falls (P. Jäger), in Squirrel (P. Schaus). Außerdem
wird gepredigt in Ashton, St. Anthony, Payette, Emmett, Ki⸗
mama, Wendell, Jerome und Blackfoot. Zwei neue Kandida⸗
ten werden bald im südlichen Idaho stationiert sein, einer in
Boisé und einer in Kimama. Alle Glaubensgenossen, die sich
diesen Sommer in Idaho aufhalten, werden herzlich einge—
laden, unsere Gemeinden aufzusuchen und unsern Gottesdien⸗
sten beizuwohnen. Wir werden uns freuen, viele unserer Mit⸗
christen begrüßen zu dürfen. F. E. Frank.

London. Am Sonntag Quasimodogeniti durften wir
ein schönes Missionsfest feiern. Unsere Festfreude wurde noch
dadurch erhöht, daß Missionar Kellerbauer unter uns weilte
und die Tottenhamer Schwestergemeinde gemeinsame Sache
mit uns machte. Am Nachmittog hielt uns der Herr Missionar
einen lehrreichen Vortrag, und abends wurde der Festgemeinde
vom Ortspastor die Sache der Mission ans Herz gelegt. Am
Dienstagabend war es uns dann noch einmal vergönnt, im
Geiste eine Reise nach Indien, dem Wunderlande, zu machen
und Chrifti Sendboten in heißer, gesegneter Arbeit zu schauen.

Daß Gottes Wort die Herzen für IEsu Reichssache erwärmt

hatte, bewies die Kollekte, die sich auf 548.70 belief. — In
jüngster Zeit tat der erhöhte Heiland wieder etliche junge Leute
zur Immanuelsgemeinde in Kentish Town hinzu; auch wird
es die teuren Glaubensgenossen gewiß interessieren, daß der

Unterzeichnete jetzt ab und zu an die Südküste nach dem

108 Meilen entfernten Bournemouth fährt, um einem 95jähri⸗
gen Herrn aus Russisch⸗-Polen, der durch Gottes Gnade noch
imstande ist, seinen geliebten Luther zu lesen, das heilige Abend⸗
mahl zu reichen. K. Knippenberg.
Kuba. In Havana arbeiten wir unter großen Schwierig—
keiten, und die Arbeit ist bei der dort herrschenden Hitze sehr an⸗
strengend. Nachdem ich von der Fichteninsel aus gedruckte
Einladungen ausgesandt habe, benutze ich die beiden Tage vor
dem Gottesdienst (unser Inselschiff geht nur dreimal wöchent⸗
lich, öfters nur zweimal nach Kuba) zu Missionsbesuchen. Es
gibt gegen 200 Deutsche in Havana und auch einige Norweger.
Die meisten sind Kaufleute und leben schon Jahrzehnte ohne
Gottes Wort dahin. Andere sind Handwerker, eine ganze Anzahl
nur kurze Zeit dort, viele nur vorübergehend auf der Reise
nach Südamerika oder Panama. Dazu sind Schiffe aus aller
Herren Ländern im Hafen, darunter auch deutsche und nor⸗
wegische. Ich fing dort mit zwei Zuhörern an. Für den
zweiten Gottesdienst half mir mein lieber Bruder Kuß mit
großem Geschick. Er machte selbst viele Besuche. Jetzt habe
ich 15 bis 40 Zuhörer und bin einer guten Anzahl nahe ge⸗
treten, in deren Häusern ich verkehre. Ein liebes Gotteskind
verteilt in meiner Abwesenheit unsere Schriften öfters auf den
Schiffen. Wir haben also auch schon eine rechte Laienbewegung!
Ein anderes macht es sich zur Aufgabe, Neuhingezogene ein⸗
zuladen, und hat auch öfters Erfolg. Zwei Katholiken und
ein Israelit sind uns zugefallen. Dagegen arbeiten andere
wieder mit aller Macht gegen uns. Den Gottesdienst halten

wiir in der Methodistenkirche, die wir gleich nach dem spanischen

Gottesdienst von halb elf bis zwölf Uhr eingeräumt bekommen,
eine Zeit, die sehr ungünstig ist, da es Essenszeit ist. Die
dennoch zum Gottesdienst kommen, müssen also ihre Tages⸗
ordnung umändern, und das sagt gerade in Havana viel, wo
das Tropenklima die Angesessenen träge gemacht hat. Auch bei
unsern Deutschen dort heißt es meists manana“ — morgen,
zu gelegener Zeit.
sowie im Irrenhause.

Isle of Pines, den 27. Mai. C. R. Ortel.

Fremdsprachige Missionen. Die erste estnisch⸗lutherische
Kirche unsers Landes wurde am heiligen Pfingstfest zu Bloom⸗
ville, Wis., eingeweiht. Hier ist eine Kolonie von Esten, die
schon von dem seligen P. Rebane bedient wurden. Unter seiner
Leitung hatten sie schon vor Jahren einige Acker Land erworben
mit der Absicht, darauf eine Kirche zu errichten. Der Kirchbau
war aber ein uner füllter Wunsch geblieben, bis einige Wochen
vor Pfingsten der jetzige Estenmissionar, P. Konrad Klemmer
von Bogota, N. J., der Kolonie einen Besuch abstattete.

Dieser Kirchbau ist wohl einzig in seiner Art, sowohl wegen
der Kürze der Zeit, in der er errichtet wurde, als auch wegen
der geringen Kosten, die er verursachte. Am Montag, den
11. Mai, kam P. Klemmer in Bloomville an. Am Mittwoch
wurde in einem Privathause Gottesdienst gehalten und in einer
darauffolgenden Versammlung beschlossen, den Bau sofort in
Angriff zu nehmen. Der Missionar fungierte als Architekt,

Arbeit habe ich auch in Hospitälern getan .

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