Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 70, Nummer 14 › Seite 221

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 7. Juli 1914, Seite 221

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Sozialismus · Sozialismus

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. Tutheraned.

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Narxschen Sozialismus vertritt, betreibt, als den ihrigen.

Hier ist der Beweis.
1. Die Sozialistenpartei in den Vexeinig⸗
ten Staaten bekennt sich zu den atheistischen

ö 4 Prinzipien des internationalen Sozialismus.
1 Die Partei gehört zu der Internationale, die ihren Hauptsitz

hat in Brüssel, Belgien. Die Partei beschickt die Kongresse

1 der Internationale und sitzt dort zusammen mit den Vertretern
der Sozialistenparteien Deutschlands,
1 und der übrigen Welt als mit Brüdern.

Frankreichs, Englands
Die Partei nimmt
die Grundsätze des internationalen Sozialismus unumwunden
an; diese Grundsätze meint sie, wenn sie in ihrer Plattform
vom Jahre 1912 sagt von sich selbst: „Sie ist eine Partei,
gegründet auf die Wissenschaft und Gesetze der sozialen Ent⸗
wicklung.“ Daher erklärte Morris Hillquit als Delegat auf
dem Sozialistenkongresse zu Kopenhagen 1910, wie zu lesen
steht in dem gedruckten Protokoll, Seite 9: „Die Sozialisten⸗
partei von Amerika steht im Einklange mit den fundamentalen

Prinzipien des internationalen Sozialismus in Lehre und
Praxis.“

Welches sind nun diese Prinzipien? Diese: der Materia⸗
lismus, sonderlich die materialistische Auffassung der Geschichte,
die Evolution, der ökonomische Determinismus. Das sind
grundstürzende Irrtümer. Wer sie versteht und annimmt, der
glaubt an keinen Gott, der hält nichts auf das Sittengesetz,
das enthalten ist in den zehn Geboten, der kümmert sich nichts,
mwenn er nicht muß, um die göttliche Ordnung der Obrigkeit,

der Ehe, des Eigentumsrechts; das alles gibt es für ihn nicht.
Was ist also die Sozialistenpartei anders, nach diesem ihrem
eigenen Bekenntnis, als eine durch und durch gottesleugne⸗
rische, bibelfeindliche Gesellschaft? Alle Erklärungen der Par⸗
tei oder einzelner Glieder derselben, solcher, die ihre Partei
wirklich kennen, daß dem nicht so sei, sind nicht ehrlich ge⸗
meint, sondern nur darauf berechnet, dumme Gimpel, wie die
Sozialisten sie ansehen, ins sozialistische Netz zu ziehen, wenig⸗
stens ihre Stimme zu erobern.

2. Die Sozialistenpartei in den Vereinigten
Staaten verbreitet mit großem Eifer die athei⸗
stische Literatur des Marxschen. Sozialismus.
Sie macht also vollen Ernst mit den gottesleugnerischen Grund⸗
sätzen. Neben dem „größten sozialistischen Verlag der Welt“,
Charles H. Kerr & Co., 118th W. Kinzie St., Chicago, führt
sie selbst ein Buchgeschäft in ihrem Hauptquartier, Ecke Madi⸗
son und Halstead Straße, Chicago. In ihrem Katalog vom
September 1913 sagt sie auf Seite 3: „Sechzig Prozent aller
derer, die zum Sozialismus bekehrt worden sind, wurden ge⸗
wonnen durch das gedruckte Wort. Bücher, Pamphlete, Flug⸗
blätter, Zeitungen tun das Werk. Darum dringen wir auf
Austeilung von Literatur. Irgendwo, überall verteile man
Literatur. Aber man tue es weislich. Man wähle sorgfältig.“

Welches ist nun die Literatur, welches ist der Inhalt der
Bücher und Schriften, die die Partei in ihrem Katalog, in
ihrem Party Builder, Official National Bulletin of the So⸗-
cialist Party of the United States“ wie auch in mancherlei
Zirkularen und Anzeigezetteln anbietet und rühmt? Es sind
vornehmlich die, welche sie preist als elassics“, Musterschriften,
oder “standards“, über den Sozialismus. Die Verfasser sind
ausgesprochene Gottesleugner, die ihre materialistischen Grund—
sätze zur Begründung des Sozialismus bis in die äußersten

Debs.

Spitzen durchführen. Zu den vornehmsten gehören die fol⸗
genden: Marx, Engels, Liebknecht, Bebel, Kautsky, lauter
Deutsche, der Franzose Lafargue, der Engländer Bax, der Ita⸗
liener Ferri; danach kommen kleinere Lichter, auch Amerikaner,
wie Hillquit, der zu den vorsichtigen Schreibern gehört, Vail,
Cohen, auch Haywood fehlt nicht.

Wenn nun die Partei solche Literatur eifrig verbreitet,
um dadurch ihre Sache zu fördern, Leute zu Sozialisten zu
machen, so folgt doch ganz notwendig, daß sie diesen gottes⸗
leugnerischen, aller Religion feindlichen Sozialismus, der in
diesen Schriften gelehrt wird, für den richtigen hält, daß sie
diesen und keinen andern vertritt, daß sie also auch selbst als
Partei durch und durch atheistisch, widerchristlich ist. Von den
vielen Zeitungen, die in der Partei erscheinen, teils „offiziell“,
teils unoffiziell, und die oft auf das unverschämteste den christ⸗
lichen Glauben als „Aberglauben“ bezeichnen, die heiligen Pro-⸗
pheten und Apostel „Bibelschmierer“ titulieren, und was solcher
Lästerungen mehr sind, wollen wir hier gar nicht weiter reden.

3. Die Sozialistenpartei in den Vereinig⸗
ten Staaten sucht mit vieler Anstrengung das
Volk zu sammeln, um es zu erziehen und auf⸗
zuklären durch die atheistische, sozialistische
Wissenschaft. Nicht nur die Männer werden zusammen⸗
gebracht in sogenannte Jocals“, sondern auch die Frauen in
Vereine, die Jugend in Ligas, sogar die Kinder in Sonntags⸗
schulen. Im Hauptquartier zu Chicago sind besondere Abtei⸗
lungen für diesen Zweck eingerichtet mit einem Haupt an der
Spitze zur sorgfältigen Leitung. Wozu wollen sie diese Ver⸗
bindungen unter Mann und Weib, unter jung und alt? Wozu
anders, als die Leute zu echten Sozialisten auszubilden, ihnen
die materialistischen Ideen, die Lehren der Evolution, einzu⸗
impfen, sie „klassenbewußt“ und zum „Klassenkampf“ tüchtig
und immer tüchtiger zu machen! Im Party) Buiuder vom
24. Januar 1914 und im Voung9 Socialist Magazine vom Fe⸗
bruar erschien eine Musterkonstitution für Jugendvereine. Im
zweiten Artikel, wo der Zweck angegeben wird, heißt es zuletzt,
und damit wird der eigentliche Zweck genannt: „For training
them in the prineiples of International Socialism.“ Dazu
also werden die Vereine gegründet, um die Glieder zu schulen,
einzuexerzieren, in der Weisheit des Materialismus, der Ent⸗
wicklungslehre, des ökonomischen Determinismus. Nur solche
Leute können gute, zuverlässige Glieder der Partei werden.

Der 28. Dezember ist Kindertag in der Partei; nicht ohne
Grund hat man die Zeit nicht auf Weihnachten, aber dem
christlichen Feste so nahe gelegt. Im Party) Builder vom
13. Dezember 1913 erschien ein Artikel für diesen Kindertag,
lästerlicherweise unter dem Worte IEsu: „Lasset die Kindlein
zu mir kommen“, von dem Häuptling der Partei, Eugene
Darin wird den armen Kindern unter anderm vorge⸗
logen über IEsum: „Er wäre nie geopfert worden, noch würde
die Welt heute wissen, daß er je gelebt habe. Darum, und
nur darum, weil IEsus die Armen liebte, den Armen diente
und die Reichen strafte und drohte, er werde die Armen ihren
reichen Räubern entgegenstellen, wurde er verurteilt zum Tode,
und die grausamen Nägel wurden in seine Hände und Füße
geschlagen am Kreuze auf Golgatha.“ JEsus habe gelehrt,
daß alle Menschenkinder die Schönheit und die Reichtümer der
Erde genießen und miteinander gleich glücklich sein sollten.
„Und das ist es, was der Sozialismus lehrt, und weshalb die

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