Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 3 › Seite 45

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 2. Februar 1915, Seite 45

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SDer Tutheraneds 45
——— E
und Anleitung zweier Professoren unterrichten. Wenn sie nicht welche Schwierigkeiten der Musikunterricht macht. Die letzte

selbst unterrichten, müssen sie zusehen und zuhören, wie die
den Unterricht leitenden Professoren sogenannte Musterlektionen
mit den verschiedenen Klassen halten. Solange sie den Un⸗
terricht erteilen, haben sie auch die Handhabung der Zucht.
Am Schluß des Unterrichts wird Kritik geübt.

Die Professorenbibliothek.

Unsere Synode verlangt auch, daß nicht nur ihre Professo—
ren weiterstudieren und sich mit allem Wissenswerten, auch mit
dem, was die Neuzeit hervorgebracht hat, vertraut machen, son—
dern auch, daß die Abiturienten nicht mit einem gänzlich einge—
engten Fachwissen die Anstalt verlassen, vielmehr mit dem Wissen
und den Ereignissen der Jetztzeit doch etwas bekannt sind. Dazu
sind unter anderm Bibliotheken nötig, die mit passenden Büchern
und Zeitschriften ausgestattet werden müssen. Auch unserer
Anstalt hat die Synode solche im Lehrgebäude einrichten lassen.
Die Professorenbibliothek befindet sich im zweiten Stockwerk, die
Schülerbibliothek, verbunden mit einem von einem Glaubens—
bruder schön ausgerüsteten Lesezimmer, im ersten Stock. Dem
Lesezimmer gegenüber ist das Empfangszimmer mit der Office
des Direktors. Das Mobiliar der letztgenannten Zimmer ist
ebenfalls geschenkt worden. Außerdem befindet sich im ersten
Stockwerk ein großer Doppellehrsaal, das Naturalienkabinett,
der geographische Lehrsaal und das physikalische Laboratorium.
Im Kellerraum ist die große Heizanlage, durch welche alle
Anstaltsgebäude mit Dampfheizung versehen werden. ö

Durch den Korridor können wir sowohl zum östlichen wie
zum westlichen Wohngebäude gelangen. Jedes derselben ist
drei Stock hoch mit einem Erdgeschoß für Reisekoffer, Garten—
gerätschaften usw. In jedem der beiden Wohngebäude befinden
sich 27 Studierzimmer mit den nötigen Pulten, Bücherschränken,
Lampen und Spiegeln und 15 Schlafzimmer mit den dazu ge—
hörenden Bettstellen und Kleiderschränken. Die Schlafzimmer
liegen den Wohnzimmern gegenüber. In der Mitte eines jeden
Stockwerks ist das Waschzimmer sowie Badezimmer und toilets
für die Bewohner des betreffenden Stockverks. Sturzbäder
sind im Erdgeschoß beider Wohngebäude angebracht.

Ein Erfordernis für einen Gemeindeschullehrer, worauf
in unserer Zeit sehr großes Gewicht gelegt wird, ist die musi⸗
kalische Ausbildung. Wohl wenige haben eine Ahnung davon,

in Chicago tagende Allgemeine Synode hat sich ja damit be—
schäftigt und uns erlaubt, drei Hilfslehrer anzustellen, die unbe⸗
dingt nötig wären, wenn jeder Schüler ordentlich unterrichtet
werden soll; aber wegen des großen Geldmangels haben wir
nur zwei angestellt. Damit dieser Unterricht zweckmäßig erteilt
werden kann, haben etwa 35 Lutheraner ein besonderes Musik—
gebäude der Anstalt geschenkt, in welchem 18 Pianozimmer und
sechs Orgelzimmer mit den nötigen Instrumenten sich befinden.
Im zweiten Stockwerk ist die Aula, wo die größte Orgel aufge—
stellt ist. In diesem Gebäude wird vom frühen Morgen bis
9 Uhr abends geübt und sonst musiziert. Ist einer mit seiner
Lektion am Piano fertig, so folgt der nächste usw.

Am westlichen Ende des Gebäudekomplexes steht das Wirt—
schaftsgebäude mit der Küche, Bäckerei und den Wohnzimmern
für den Hausverwalter und das Dienstpersonal. Im süd⸗—
lichen Teil des Gebäudes, im ersten Stockwerk, ist der ge—
räumige Eßsaal, im zweiten Stockwerk das Hospital, dessen Ein—
richtung von einem lieben Ehepaar in Rock Island geschenkt
worden ist. Auch für die Instandhaltung des Hospitals haben
diese. Mitchrist und seine Gattin zu sorgen versprochen.

Neben dem Wirtschaftsgebäude liegt der große Gemüse—
garten der Anstalt und der neuangelegte Obstgarten. Hinter
den Anstaltsgebäuden liegt der geräumige Spielplatz. Zu
beiden Seiten stehen die Wohnungen der Professoren, und zwar
vier auf der West⸗ und fünf auf der Ostseite.

So praktisch nun diese Anstalt auch eingerichtet ist, so ist
doch noch lange nicht alles da, was nötig ist; auch wagen
wir kaum, jetzt darum anzufragen. So haben wir zum Bei—
spiel eine Turnhalle nötig. Daß wir keine haben, empfinden
wir als einen sehr großen Mangel, besonders im Winter; denn

Eine Ecke des Speisesaals.

die Schüler, die ja schier den ganzen Tag sitzen und sich in
den Studierzimmern und Lehrsälen aufhalten müssen, haben
keine Gelegenheit, die besonders in den Jünglingsjahren so
nötigen Leibesübungen vorzunehmen. Es muß bald etwas
in dieser Hinsicht geschehen; aber wo sollen wir die Turnhalle
hernehmen? Weiß nicht ein wohlhabender Lutheraner Rat?

Nicht wahr, lieber Leser, das ist ein großes Anwesen!
Und unsere Synode hat viele Lehranstalten. Du kannst dir

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