Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 3 › Seite 54
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 2. Februar 1915, Seite 54
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ID et
mausgemeinde zu Indianapolis und in Kokomo und Kappa, Ind.
In seiner ehemaligen Gemeinde dahier und sonstwo hat er oft
gedient bei der Austeilung des heiligen Abendmahls und mit
Predigen. — Der SHErr führte ihn am 19. Januar ein in die
ewige Ruhe. Am 22. Januar wurde ihm, dem treuen Knechte
Gottes, ein ehrendes Begräbnis zuteil; unter Beisein vieler
Pastoren und Lehrer und anderer lieben Christen aus der Nähe
und Ferne wurde sein Leib ins Grabkämmerlein gelegt. Nach⸗
dem der Leichnam mehrere Stunden vor dem Leichenbegängnis
in der Kirche aufgebahrt worden war, eröffnete den Leichengottes⸗
dienst im Hause sein langjähriger Freund, P. M. Tirmenstein.
In der deutschen Predigt in der Kirche konnte der Unterzeichnete
auf Grund des Schriftwortes Jer. 3, 15: „Ich will euch Hirten
geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen mit Lehre
und Weisheit“ der großen Trauerversammlung die tröstliche
Wahrheit ans Herz legen: Stirbt ein treuer Prediger oder
Lehrer, so stirbt ein Mann nach dem Herzen Gottes. In der
englischen Predigt spendete P. W. C. Meinzen reichen Trost aus
dem Wort Joh. 12, 26: „Wo ich bin, da soll mein Diener auch
sein.“ Der Entschlafene brachte sein Alter auf 79 Jahre und
10 Tage. — Gott gebe auch fernerhin seiner Kirche Hirten nach
seinem Herzen, die da weiden mit Lehre und Weisheit!
J. D. Matthius.
Am 17. Dezember 1914 entschlief im lutherischen Sanita⸗
rium zu Wheat Ridge, Colo., Karl Walter Säwert, c. r. m.
Er wurde am 28. September 1889 zu Stirum, N. Dak., geboren.
Seinem Wunsche gemäß, dem HErrn in seiner Kirche zu dienen,
trat er in unsere Anstalt zu Springfield ein und bestand im Jahre
1913 sein Examen. In Laufe des letzten Schuljahres hatte sich
jedoch ein Lungenleiden eingestellt, so daß er den ihm zuerteilten
Beruf als Reiseprediger nicht annehmen konnte, sondern sich nach
Colorado begab in der Hoffnung, dort Heilung zu finden. Doch in
Gottes Rat war es anders beschlossen. Seine Kräfte nahmen be—
ständig ab, und am obigen Datum erlöste ihn der HErr von allem
übel. Die Beerdigung fand am 23. Dezember hier in der Heimat
statt. P. W. Stolper hielt eine trostreiche Ansprache über Joh.
12, 26; der Unterzeichnete predigte über Joh. 13, 7 und amtierte
im Hause und am Grabe. Den Entschlafenen überleben sein
Vater, drei Brüder und vier Schwestern. Der SErr tröste die
Hinterbliebenen und erquicke sie mit der Hoffnung eines fröhlichen
Wiedersehens! O. W. Rohde.
Am 14. Januar hatten wir eine Leichenfeier, bei der unsere
Kirche, die gewöhnlich Raum genug bietet, die Teilnehmer nicht
zur Hälfte fassen konnte. Wir gaben dem treuverdienten Lehrer
Adam August Kilz, der seit 1905 unserer Gemeinde glied⸗
lich angehörte, das Geleite zu seinem Ruhebette. In ihm ist ein
Mann dahingeschieden, der nicht nur mit sonderlichen Gaben für
das Schulamt ansgerüstet war, sondern der auch die hohe Auf—
gabe der christlichen Gemeindeschule recht erkannte. Mit Lust
und Freude suchte er dein HErrn IEsu an den Kleinen zu dienen
und die Schule zu einer rechten Pflanzstätte der Kirche zu machen.
Von einer Konkurrenz der Gemeindeschule mit der Staatsschule
hörte er nicht gern reden. Bei einer solchen Konkurrenz, sagte
er, liegt die Gefahr sehr nahe, daß man den eigentlichen Zweck
der christlichen Schule aus dem Auge verliert, den Religions⸗
unterricht immer mehr einschränkt und so die Hauptsache schließlich
zur Nebensache macht. — Lehrer Kilz wurde geboren am 11. Juli
1844 bei Kriegsfeld, Bayern. Seine Ausbildung erhielt er in
Deutschland. Etwa im Jahre 1868 kam er in dieses Land. Für
kurze Zeit war er Hauslehrer im Süden. Als er nach St. Louis
kam, erhielt er einen Beruf an die Schule der Gemeinde zu
Stratmann, bei St. Louis. Nachdem er hier kaum ein Jahr
tätig gewesen war, berief ihn die Bethlehemsgemeinde in St. Louis
—
an ihre Schule. Auf dringendes Zureden folgte er diesem Beruf.
Unter großem Segen hat er von 1870 bis 1900 an dieser Schule
gearbeitet. Da sah er sich krankheitshalber genötigt, 'die Ge—⸗
meinde um seine Entlassung zu bitten, die ihm im März 1900
gewährt wurde. Doch hat er, nachdem sich sein Gesundheits⸗
zustand etwas gebessert hatte, noch in verschiedenen Gemeinden
dahier in der Schule ausgeholfen. Im Jahre 1913 stellte sich
ein Herzleiden bei ihm ein, infolgedessen er viel zu leiden hatte,
bis Gott ihn am 11. Januar dieses Jahres durch einen sanften
Tod mit Gnaden von diesem Jammertal zu sich nahm. Sein Alter
brachte er auf 70 Jahre und 6 Monate. F. S. Bünger.
I 7
Ueue Drucksachen.
Alle an dieser Stelle angezeigten Bücher, Musikalien, Bilder usw. kön⸗
nen durch das Concordia Publishing House, St. Louis, Mo., zu den bei⸗
gefügten Preisen bezogen werden. Wo eine andere Bezugsquelle angegeben
wird, wolle man, bitte, bemerken, ob zu besorgen, falls nicht vorrätig.
WHAT TLE EYANVOELIOAL LDTHEEAN CHURCE VANDS
FOV. A Statement of Lutheran Principles. By ν. Graehner.
Concordia Publishing House, St. Louis, Mo. 4 Seiten 69.
Dutzendpreis: 10 Cts.; Hundertpreis: 50 Cts.
Ein kurzer, aber inhaltsreicher Traktat, der die weiteste Verbreitung
verdient. Der erste Teil legt dar, was unsere Kirche lehrt (Gott, Mensch,
Sünde, Erlösung, Glaube, Kirche, Sakramente, Wiederkunft Christi, Auf⸗
erstehung, Weltgericht), der zweite, welche Stellung sie zu modernen Fragen
einnimmt (Erziehung, Kirchengemeinschaft, Trennung von Kirche und Staat,
Prohibition, Krieg). L. F.
Nacht und Morgen. Die Geschichte eines Ausgewiesenen. Von Karl
Fr. E. Hempfing. Hamburg. Agentur des Rauhen Hauses.
321 Seiten 5½ 7½. Preis: M. 3; elegant gebunden: M. 4.
P. Hempfing, einer unserer Brüder in der Europäischen Freikirche, ist
als Volksschriftsteller schon längst bekannt und anerkannt. Er bietet uns
hier eine sehr interessante Erzählung für jung und alt, unsers Erachtens
sein reifstes Werk, soweit wir seine Schriften gelesen haben, ausgezeichnet
durch scharfe Charakterschilderung, edle Sprache, christliche Beurteilung und
geschichtliche Grundlage. Das Buch schildert das bewegte, wechselvolle
Schicksal des „Ausgewiesenen“, eines reich veranlagten Sohnes des Hessen⸗
landes, der um seiner kirchlichen Stellung willen Vaterhaus und Heimat
verlassen muß und sich in Amerika zu geachteter Stellung emporarbeitet.
Das ganze spannend geschriebene und doch lehrreiche Buch bestätigt die
Wahrheit des Wortes: „So führst du doch recht selig, HErr, die Deinen,
ja selig, und doch meistens wunderlich.“ Daß in der Schilderung amerika—
nischer Verhältnisse, die ja dem Verfasser persönlich unbekannt sind, hie
und da einmal eine kleine Ungenauigkeit mit unterläuft, ist erklärlich und
soll unserer warmen Empfehlung des Buches keinen Eintrag tun. Wir
möchten diese Erzählung in recht vielen Häusern und Händen sehen.
L. F.
Hochzeitsmarsch für die Orgel von Fritz Reuter, Dr. Martin
Luther College, New Ulm, Minn. 6 Seiten 10½14. Preis:
65 Cts.
Prof. Reuter schreibt uns bei der Einsendung dieses Stückes: „Über
Hochzeitsmärsche' in der Kirche kann man verschieden denken. Ich gehöre
zur strengeren Richtung, die auf ihn verzichtet. Aber da man hier ge—
radezu die Sitte gezüchtet hat, zu einer Trauung ihn erklingen zu lassen
— und wenn er aus der Opernmusik genommen wird —, so versuchte ich,
einen solchen zu schreiben, der orgelgemäß und annähernd kirchlich ist.“
Wir stehen geradeso wie Prof. Reuter. Aus liturgischen Gründen können
wir uns mit Hochzeitsmärschen in der Kirche nicht befreunden. Aber
wenn ein Organist durchaus meint, einen solchen spielen zu müssen, oder
— was öfter vorkommt — eine dahinlautende, aus Unkenntnis hervor—
gehende Bitte nicht wohl abschlagen kann, so lasse er wenigstens die pro⸗
fanen Märsche aus Mendelssohns „Sommernachtstraum“ und Wagners
„Lohengrin“ liegen, die sich nicht für die Orgel eignen und noch weniger zu
einer kirchlichen Handlung passen, und greife nach dem vorliegenden Stück,
das der Eigenart der Orgel entspricht und die Melodie von „Harre, meine
Seele“ verarbeitet. L. F.
Vater Unser. Geistlicher Chor für gemischten Chor und für Männerchor
von Fritz Reuter. Je 3 Seiten 77410½. Preis: Je 15 Cts.
Eine dem Inhalt der einzelnen Stücke des heiligen Vaterunsers ent⸗
sprechende gute kirchliche Komposition. L. F.
English translation
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