Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 6 › Seite 102

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 16. März 1915, Seite 102

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Kirchengemeinſchaften 2

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—

gestreckt werde. In Fort Wayne mußten an den Anstaltsge—
bäuden ziemlich weitgehende Reparaturen vorgenommen werden,
wenn die Gebäude nicht Schaden leiden sollten. Nach erneuter
Prüfung entschloß sich die dortige Aufsichtsbehörde, von dem
Bau einer neuen Direktorenwohnung abzusehen und die alte
Wohnung umzubauen. Da unser Architekt den Plan billigte,
gestatteten wir die Ausführung desselben ebenfalls unter der
Bedingung, daß die Bausumme unverzinslich bis auf weiteres
vorgestreckt werde. Unter gleicher Bedingung wurde auch in
Concordia der von der Synode bewilligte Neubau an der Küche
ausgeführt.

In Winfield war die Not am dringendsten. Da das eine
der gemieteten Wohnhäuser schlechterdings nicht wiederzube—
kommen war, wußte man nicht, wo man die Schüler unter—
bringen sollte. Trotzdem konnte der beschlossene Neubau nicht
in Angriff genommen werden, da die nach der Ordnung der
Synode nötigen Bedingungen nicht erfüllt waren. Man behalf
sich zuerst damit, daß man die Aula zum Schlafsaal einrichtete,
sodann aber auch so, daß man aus Mitteln, die die Synode
nicht aufzubringen hatte, eine Turnhalle baute, die jetzt fast
der ganzen Schülerschaft als Schlafraum dient. Es wird aber
trotzdem nötig sein, den Neubau so bald als irgend möglich
in Angriff zu nehmen, und wir bitten die lieben Gemeinden
dringend, so bald als irgend möglich die uns noch fehlenden
Geldmittel darzureichen. Hierzu kommt noch, daß ein uns
von der Stadt Winfield geschenktes Stück Land, durch das der
Kampus der Anstalt abgerundet wird, an die Stadt zurück—
fallen muß, wenn nicht im Lauf dieses Jahres mit dem Neu⸗
bau begonnen wird.

Auch andere Anstalten warten mit Schmerzen auf die Aus⸗
führung der ihnen von der Synode gemachten Bewilligungen.
Gott segne weiter unsere Anstalten!

Mit gebührender Hochachtung
Die Allgemeine Aufsichtsbehörde:
Wim. Hagen.
B. Bosse.
C. F. May.

—— —

Die Siebenten⸗Tags⸗Adventisten.

Zu den Lügenaposteln, den betrügerischen Verführern der
letzten Zeit, wie die Mormonen, Russelliten, Eddyisten usw.
es sind, müssen auch die Siebenten⸗Tags-Adventisten gerechnet
werden. Ihre Arbeit verrichten sie mit mehr Eifer als Redlich⸗
keit. Und diese ihre Proselytenmacherei — Mission kann man
es nicht nennen — betreiben sie fast durchweg unter solchen
Leuten, die schon Glieder anderer Kirchengemeinschaften sind.
Nach ihrer Lehre gehören ja alle Kirchengemeinschaften, die
den jüdischen Sabbat nicht feiern, zu dem abgefallenen Babylon,
und auf Grund dieser ihrer Lehre versuchen sie, ihre Handlungs—
weise zu rechtfertigen. Ihre Apostel, die größtenteils Kol—
porteure sind, schleichen sich mit Lug und Trug in christliche
Häuser und Kreise ein und versuchen aufs schlaueste, ihre
Schriften — Bücher und Traktate, deren Inhalt und Natur
aufs schlaueste verdeckt ist — zu verkaufen. Damit sie ihren
Zweck desto besser erreichen, greifen sie oft zur Unwahrheit,
indem sie vorgeben, daß der Pastor, bei dem diese Leute zur
Kirche gehen, ihre Schriften aufs wärmste empfehle.

Ihrer Lehre nach sind die Siebenten⸗Tags-Adventisten
grundverschieden von allen protestantischen Kirchengemein⸗
schaften. Das kommt daher, daß sie nur dasjenige aus der
Bibel annehmen, was mit den Zeugnissen ihrer Prophetin,
der Ellen White, übereinstimmt. Die Hauptpunkte ihrer
Lehren, in denen sie sich von uns besonders unterscheiden, sind ö

kurz diese: sie leugnen die Lehre von der Dreieinigkeit; nur

sie, die Adventisten, sind die von Gott Erleuchteten, die alle
Prophezeiungen der Heiligen Schrift recht verstehen; der
jüdische Sabbat, unser Samstag, der siebente Tag der Woche,
muß gefeiert werden; zur Entrichtung des Zehnten sind alle
verpflichtet: Speise⸗ und Getränkeverbote sind nötig; die
Schriften der Frau White stehen mit den Büchern der Bibel
auf gleicher Stufe und sind ebenso wie diese inspiriert; sie
leugnen die ewige Höllenstrafe der Gottlosen und lehren eine
gänzliche Vernichtung der Gottlosen und der Teufel; alle Men⸗

schen, behaupten sie, seien jetzt in dem Gericht, das im Jahre

1844 seinen Anfang nahm, und sie, die Adventisten, seien dazu
von Gott verordnet, der Welt die letzte Warnung und Bereit⸗

schaft zu verkündigen; wenn Christus zum Gericht komme, 7

dann würden nur 144,000 gerettet werden, die alle Adventisten
sein würden.

über das Verderben, das diese Sekte mit ihren falschen,
betrügerischen Lehren anrichtet, schreibt Canright, der achtund—
zwanzig Jahre lang in ihrer Mitte als Prediger und Professor
tätig gewesen ist, aber sie dann verlassen hat: „Die Zahl ihrer
wirklich Bekehrten offenbart nicht, welchen Schaden diese Leute
anrichten. Wo sie einen bekehren, da verwirren sie eine große
Anzahl von Menschen, die dann kein Zutrauen zu irgendeiner
Kirche mehr haben und für kein Christenwerk mehr einen Finger
regen wollen. Andere, gewissenhafte Leute kämpfen mit den 7

ihnen ins Herz geworfenen Zweifeln jahrelang, ehe sie dahin x ö

kommen, daß sie wieder auf festem Boden stehen.“
Wir Christen wollen wachen und uns vor diesen Verführern

vorsehen, aber uns auch mit ihren Methoden und Kniffen be⸗ ů 2

kannt machen, damit wir ihrem Betrug nicht zum Opfer fallen.
„Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafs—
kleidern zu euch kommen!“ E. C. S.

— 2—
—— — —

Nachrichten ans unsern Missionen.

Taubstummenmission an der Küste des Stillen
Endlich ist ein schon langgehegter Wunsch der .
Synode und der Taubstummenmissionskommission in Erfüllung
gegangen, nämlich die Anstellung eines Taubstummenmissionars

Ozeans.

an der großen Westküste unsers Landes. Im Sommer 1912

schon berichtete P. Arth. Reinke, der die Küstenstädte im Auf.“
trag der Kommission besuchte, daß reichlich Missionsmaterial ů
vorhanden sei; aber leider scheiterten die Versuche der Kom.

mission zur Gewinnung eines fähigen Mannes, und man mußte
die Anstellung eines Missionars einstweilen aufgeben.

Im letzten Sommer gewann die Kommission die Dienste

Missionar Tr. Wangerins von Milwaukee zu einer abermaligen

Explorationsreise, und darüber soll hier ein Bericht folgen. ö T

Die aufblühende, schöne Stadt Spokane, Wash., war die!

erste, die P. Wangerin besuchte, und unser Missionar war auch!

der erste, der je in dieser Stadt den armen Taubstummen nach⸗
gegangen ist. In P. Koß' Kirche hielt er vor einer großen

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