Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 20 › Seite 382
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. September 1915, Seite 382
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382
S Waere
kirche. Allerlei Geister treiben darin ihr Wesen. Was den
äußeren Zusammenhalt der Synode betrifft, so ist er in den
letzten Jahren sehr gefestigt worden durch strafferen Anschluß
an den Oberkirchenrat in Berlin. Das Ziel ist, alle Gemeinden
der Riograndenser Synode der preußischen Kirchenbehörde direkt
zu unterstellen. Der Oberkirchenrat unterhält auch in Porto
Alegre einen ständigen Vertreter. Die preußische Landestirche
unterstützt das Missionswerk der Riograndenser Synode mit
großen Summen Geldes. Gegenwärtig gehören zu der ge⸗
nannten Synode etwa 50 Pastoren.
Als wir vor fünfzehn Jahren mit unserer Mission began⸗
nen, sah es etwa so aus: Unter den mehr als 100,000 prote⸗
stantischen Deutschen in Rio Grande do Sul arbeiteten gegen
30 unierte Pastoren auf den alten Kolonien im Zentrum des
Staates. Im Süden, bei Pelotas und Sao Lourenzo, auf
einer großen Pommernkolonie von 18,000 Seelen, saßen etwa
40 Pseudopfarrer. Im Westen und im Norden des Staates
waren eine ganze Anzahl Kolonien ohne kirchliche Bedienung.
Heute haben alle diese damals unversorgten Gebiete regelmäßige
kirchliche Bedienung. Es sind aber große neue Kolonien er—
öffnet worden, und es werden noch immerzu neue Gebiete be—
siedelt. Dazu gibt es noch immer eine große Anzahl Ge—
meinden, die sich bis jetzt mit dem Dienst der Pseudopfarrer
begnügt haben. So ist der Ausdehnung unsers Missionswerkes
in Rio Grande do Sul noch keine Schranke gesetzt, das Werk
des Gemeindesammelns noch lange nicht abgeschlossen. Sehr
viel bleibt uns in dieser Beziehung auch noch in Argentinien
u tun übrig. MA. A.
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Versammlung des Jowa⸗Distrikts.
Reichen Segen in geistlichen Gütern durch IEsum Chri—
stum hat der freundliche, harmherzige HErr während der meist
von angenehmem Wetter begleiteten Synodaltage vom 18. bis
zum 24. August wieder ausgegossen über die große Christen⸗
versammlung, die in der ebengenannten Zeit ihre Sitzungen
abhielt in der Kirche der lieben St. Paulsgemeinde P. J. M.
Von der Aus in der schönen, aufblühenden Stadt Fort Dodge.
Von den Gliedern dieser Gemeinde wurden die anwesenden
Synodalen — 123 Pastoren, 33 Lehrer und 95 Gemeinde—
deputierte (abwesend waren 6 Pastoren, 6 Lehrer und 10 Depu⸗
tierte) — und eine Anzahl Gäste aufs beste und freundlichste
bewirtet und beherbergt.
Es war am 20. August 1879, als der Jowa-Distrikt seine
erste Versammlung inmitten der St. Paulsgemeinde zu Fort
Dodge abhielt. Damals betrug die Gliederzahl des Distrikts
29 Pastoren, 3 Lehrer und 19 Gemeinden. Diesmal war es
die fünfundzwanzigste Jahresversammlung, also in diefer Hin⸗
sicht eine silberne Jubiläumsfeier. Aufgenommien in den Syn—
odalverband wurden bei der jetzigen Tagung: 2 Pastoren,
4 Lehrer und 5 Gemeinden.
Zur Eröffnung der Synode hielt der Allgemeine Vize—
präses H. Speckhard eine Predigt, die uns die große Haupt⸗
bitte der Kirche Christi an und in das Herz legte: „SErr, er—
halte uns dein Wort!“ Jer. 15, 16. Dieser Predigt reihte
sich an eine passend einleitende Synodalrede Präses Th. Wolf⸗
rams über das Thema: „Christum liebhaben ist besser als
alles Wissen.“ (Eph. 3, 19.) Unsern diesjährigen Lehrver—
handlungen lag nämlich zugrunde ein mit Fleiß ausgearbeitetes,
lehrreiches und zur Widerlegung falscher Lehre und neuerer
Meinungen sehr nützliches Referat von P. Theo. Hanssen über.
das Thema: „„Moses hat von mir geschrieben‘ oder: Die
Hauptweissagungen von Christo in den fünf Büchern Mosis.“
Die Zeit gestattete dem Referenten nur, die Weissagungen der
Urzeit oder das Evangelium vor der Sintflut und dann das
erste Evangelium gleich nach der Sintflut, Gottes Verheißung II
an Sem, uns vor Augen zu führen. Lieber Christ, du hast
die paar Cents aufs beste angelegt, nit denen du den seiner⸗
zeit im Druck erscheinenden Synodalbericht kaufen solltest, um
ihn dann mit Bedacht zu lesen und zu studieren. An alle
Gemeinden des Jowa-Distrikts wird dieser Bericht auch dieses
Jahr wieder frei verteilt.
Der übrige Teil der Synodalzeit wurde zuvörderst ver⸗
wandt auf die Entgegennahme des fleißig und gewissenhaft
ausgearbeiteten Berichtes über die Innere Mission in unserm
Distrikt. Auf 30 Feldern arbeiten 24 Pastoren, 2 Lehrer und
2 Studenten. Verausgabt wurden für dieses so nötige und
wichtige Werk in zwei Jahren §14,220.69. Für die Allgemeine
Innere Missionskasse steuerte unser Distrikt für die Jahre 1914
und 1915 54600 bei. Beschlossen wurde, 8100 mehr per Monat
in die letztere Kasse fließen zu lassen.
Nötig für die Distriktskasse unserer Inneren Mission ist
die Summe von ungefähr §57000 fürs laufende Jahr. Unsern
Reisepredigern, die zugleich Familienväter sind, wurde eine .
Gehaltszulage von §50 zugesprochen, so daß sie nun 5650
Gehalt bekommen. Vizepräses Speckhard, als Vertreter der
Allgemeinen Synode, gewährte uns in seinem Bericht einen X&
klaren, übersichtlichen Einblick in die auch fernerhin durchaus
nötige zahlreiche Beschickung unserer Lehranstalten mit be— 4
Im Weinberg des HErrn kann
von einer Überproduktion an Arbeitern schlechterdings nicht
Leider aber ist unter uns eine Unterproduk-
gabten, frommen Knaben.
die Rede sein. 4
tion an Geldmitteln gerade da, wo sie am nötigsten sind und
am meisten Frucht schaffen können. Es ist uns allen be-
kannt, daß in der Haushaltskasse unserer Synode, der Synodal⸗
kasse, sich eine große Schuld angehäuft hat, die noch immer nicht
geschwunden ist. Woher kommit das? Zumeist daher, daß längst
nicht alle Gemeinden unserer großen Synode zur Versorgung
unsers Haushaltes jährlich regelmäßig das Ihre tun durch
Kollektieren für dieselbe und so auch nicht für die Synodal—
baukasse, in der ja auch Ebbe ist. Sodann kommt diese Geld-
not daher, daß sämtliche Kosten der Reparaturen an den Ge- 1
bäuden unserer Anstalten aus der Synodalkasse bestritten
worden sind anstatt, wie früher, aus der Synodalbaukasse. Es
wurde beschlossen, bei der Allgemeinen Synode zu beantragen.
daß diese Reparaturkosten künftig der Synodalbaukasse entnom-
men werden. Für die Synodalkasse sind — zusammen mit
dem bestehenden Defizit — nötig für dieses Jahr §120,000.
Für die Allgemeine Innere Missionskasse mit ihrem letzt⸗
jährigen Defizit von 58000 sind im laufenden Jahre §50,000,
also im ganzen §58,000, aufzubringen, soll dieses vornehmste
Werk des SHErrn keinen Rückgang erleiden.
mit einem Fuße im Grabe; es ist eine Art race suicide.
Nicht geringen Schaden leidet aber dieses Werk auch, wenn
wir unsere Allgemeine Kirchbaukasse in Vergessenheit geraten
lassen, aus welcher gerade auch bedürftigen Missionsgemeinden
Eine kirchliche G.
meinschaft, die nachlässig wird im Werke der Mission, steht
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