Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 20 › Seite 384

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. September 1915, Seite 384

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Wohltätigkeit 2

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sionsdirektor Bakke vertrat in herzlichen Worten die Neger⸗
mission. Es wurde über die Arbeit in der Polen⸗, Juden-,
Indianer⸗, Taubstummen-⸗ und der Mission in Indien berichtet.

In bezug auf die Europäische Freikirche wurde gesagt:
Wer wirklich ein gottwohlgefälliges Werk tun will, möge eine
Gabe mit der ausdrücklichen Bestimmung „Für den Schriften⸗
verein“ einsenden, weil der letztere Tausende von christlichen
Schriften druckt, um sie in den Schützengräben zu verteilen.
Gottes Wort fällt hier auf einen guten Boden; doch mangelt
es dem Schriftenverein an Geld.

Nach reiflicher überlegung wurde der Beschluß des Komi⸗
tees, den Distrikt zu teilen, mit der Bedingung angenommen,
ihn erst den Gemeinden zur Begutachtung vorzulegen.

Die verschiedenen Summen aus den Kassenberichten zu er—
wähnen, ist wohl nicht nötig. Jeder Christ weiß, daß in den
meisten Kassen immer Ebbe ist, und die Gaben nach dem Maß
der Liebe und Erkenntnis für alle Kassen stets willkommen
sind; indes sollten ganz besonders unsere Haushaltungskasse
(die Synodalkasse) und die Kasse für Heidenmission bedacht
werden. Ein Synodalglied wünschte, daß seine Gemeinde per
Postkarte über den Stand der verschiedenen Kassen zwecks Kol—
lekten aufgeklärt würde, da, wie er konstatierte, in seiner Ge⸗
meinde der „Lutheraner“ nicht gelesen wird. Uns kam hier
der Gedanke: Wäre es nicht ersprießlicher, wenn der „Luthe⸗
raner“, das Band, welches uns immer inniger in Glaubens⸗
gemeinschaft verbinden sollte, durch eine ausgedehnte Leser⸗
schaft bei unsern Gliedern Verbreitung fände, um sie zu recht
fröhlichen Gebern zu erziehen?

Es wurde noch auf den großen Nutzen unserer Kirchbau⸗

kasse hingewiesen, weil das Geld den Gemeinden nur geliehen:

wird und immer wieder in die Kasse zurückfließt. Christen, die
sich bleibende Denkmäler setzen wollen, können dieser Kasse ihre
Dollars unverzinslich zur Verfügung stellen; das Geld ist
sicherer angelegt als in mancher Bank; dazu kommt, daß die
lieben Christen es jederzeit ohne vorherige Kündigung auf
Wunsch zurückerhalten. Lieber Mitchrist, die Postsparkassen in
unserm Lande zahlen nur 2 Prozent, die Kirchbaukasse zahlt
keine Zinsen; hier ist nicht viel Unterschied, nicht wahr? Wenn
nun der große, reiche Gott, der ja unserer Gaben eigentlich gar
nicht bedarf, sondern in seiner unermeßlichen Gnade nur die
Herzen seiner Haushalter prüfen will, wenn dieser HErr Him—
mels und der Erde unser Geld benutzt, um seines Namens
Gedächtnis zu stiften, so wissen wir, er bezahlt 100 Prozent
und mehr. Die Erfahrung lehrt, daß der liebe Gott schon
hier auf Erden oft reichlich dasjenige verzinst, was wir ihm
borgen.

Zum Schluß will ich noch die Schulpredigt sowie die
Pastoralpredigt erwähnen. P. Wenzel zeigte uns an dem Bei—
spiel des heidnischen Hauptmannes zu Kapernaum die Wichtig—
keit unserer Gemeindeschulen als Grundlage und Pflanzstätte
derschristlichen Kirche. Zur Pastoralpredigt benutzte P. C. Dietz
sen. als Text die Worte 1 Kor. 15, 58 und ermahnte seine
Amtsbrüder, doch ja den alten Born, die lebendige Quelle,
stets sprudeln und allezeit überfließen zu lassen trotz Teufel,

Welt und Fleisch.
In Nr. 15 des „Lutheraner“ wurde von ungläubigen
Pastoren in der Evangelischen (unierten) Synode berichtet.
Was dort gesagt wird, kann ich erhärten, da vor einigen Jahren
ein solcher sogenannter Pastor dieser Synode zu mir sagte:

„Lieber würde ich meinen Chorrock ausziehen, als alles zu

glauben, was in der Bibel steht.“ Ich sagte ihm: „Herr
Pastor, tun Sie das, ziehen Sie Ihren Chorrock aus, erwählen
Sie einen andern Beruf, dann sind Sie wenigstens noch ehrlich.“

Ihr lieben missourischen, durch Gottes Gnade in der Lehre

recht stehenden Gemeinden aber, laßt uns Gott danken, daß
er uns treue Hirten seines göttlichen Wortes geschenkt hat, die
Gesetz und Evangelium recht teilen und uns immer wieder von
neuem lehren: Ihr werdet ohne Verdienst gerecht, aus seiner
Gnade, durch den Glauben an unsern hochgelobten Heiland
IEsum Christum. ö C. .. h. ö

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Jahresversammlung der Allgemeinen Ev.⸗Luth.
Wohltätigkeitskonferenz.

Die Allgemeine Ev.-Luth. Wohltätigkeitskonferenz hielt
ihre Sitzungen vom 27. bis zum 29. Juli in der Halle der
Emmausgemeinde (P. Wambsganß) zu Fort Wayne, Ind.
Diese Konferenz ist eine freie Verbindung von Wohltätigkeits⸗
gesellschaften innerhalb der Ev.⸗Luth. Synodalkonferenz von
Nordamerika. Der Zweck der Vereinigung ist gegenseitige
Unterstützung in ihrer gemeinschaftlichen und speziellen Arbeit,
Besprechung von allerlei Gegenständen aus dem Gebiet der
vielzweigigen Tätigkeit an Elenden und Notleidenden und
gegenseitige Berichterstattung über die Arbeit des verflossenen
Jahres. In dieser Wohltätigkeitsarbeit steht eine ganze Reihe
von Gesellschaften; laut der Statistik P. Rudis sind es 54 Ge⸗
sellschaften. Von 14 Gesellschaften werden ebensoviele Hospi⸗
täler verwaltet, die Raum bieten für 429 Patienten. Im

letzten Jahre wurden 7319 Patienten in diesen Hospitälern

verpflegt. Der Gesamtwert des Hospitaleigentums ist etwa
5598,000. In den 11 Waisenhäusern befinden sich 441 Waisen⸗
kinder, von denen im letzten Jahre 89 aufgenommen wurden.

Der Totalwert der Waisenhäuser beläuft sich auf etwa §5344,100. 1

Die 8 Altenheime beherbergen 389 Insassen und repräsentieren
einen Wert von §292,978. Die 14 Kinderfreundgesellschaften
haben im letzten Jahre 328 Kinder aufgenommen und 150
untergebracht. In den Kinderheimen befinden sich 147 Kinder.
Das Eigentum dieser Gesellschaften hat einen Wert von 575,000.
In der Anstalt für Schwachsfinnige und Epileptische zu Water⸗
town, Wis., und in der Taubstummenanstalt zu North Detroit,
Mich., sind zusammen 143 Insassen. Die beiden Anstalten
haben einen Gesamtwert von §130,000. Dazu kommen 8 Ho⸗
spize in verschiedenen großen Städten. Der Gesamteigentums—
wert dieser Gesellschaften wird auf etwa §1,500,000 geschätzt.

Dies alles ist nicht die Frucht einer unlauteren Vielgeschäf⸗
tigkeit, sondern die Frucht eines durch die Liebe tätigen Glau—
bens und der reinen Lehre des Wortes Gottes. Der Haupt⸗
gegenstand der Verhandlungen war ein Referat Prof. Daus
über das Verhältnis der Wohltätigkeitsanstalten zum eigent⸗
lichen Werk der Kirche, nämlich die Frage: „Ist es an dem,
daß die Wohltätigkeitsbestrebungen das eigentliche Werk der
Kirche hindern?“ Der Referent faßte seinen lehrreichen Vor⸗
trag in folgende Sätze zusammen: „1. Das eigentliche Werk
der Kirche ist dem Befehl Christi gemäß, das Evangelium von
der vergebenden Gnade Gottes in Christo IEsu zu predigen,
wodurch Menschen zur Seligkeit zubereitet werden. Kein anderes
Werk, das die Kirche unternimmt, darf an Stelle dieses, nämlich

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