Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 71, Nummer 20 › Seite 385

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 28. September 1915, Seite 385

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Wohltätigkeit 1 · Wohltätigkeit 2

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der Verkündigung des seligmachenden Wortes, gestellt werden.
2. Die Wohltätigkeitsbestrebungen der Konferenz an Kranken,
Verwaisten, Verlassenen, Verwahrlosten,
Frucht des Glaubens der Kinder Gottes, durch das Wort der
Gnade gewirkt, und müssen von der Kirche mit allem Fleiß
gehegt und gepflegt werden; sie dienen auch, wo sie recht be—
trieben werden, nur der Verkündigung des seligmachenden
Wortes. 3. Kollisionen zwischen der Wortverkündigung und
der Wohltätigkeitsbestrebung können entstehen aus a. Geiz,
b. Ruhmsucht und müssen durch fortwährende Belehrung hin—
weggeräumt werden.“ Es wurde aus Schrift, Bekenntnis und
Zeugnissen der Kirche nachgewiesen, daß das Wort der Gnade
den Glauben erzeugt und erhält, und daß dieser Glaube immer
durch die Liebe tätig ist. Auch Luther hat durch Lehre und
Praxis gezeigt, daß eine geordnete Armen- und Krankenpflege
zum Wohlstand einer christlichen Gemeinde gehöre. Von An⸗
fang an haben die Gründer der Synode diese Liebestätigkeit
fleißig geübt. Der eifrige Förderer der Inneren und Heiden—
mission sowie der Gründer der Negermission ist auch der Vater
des Hospitalwerkes, des Waisenhauses und Altenheims, nämlich
P. F. Bünger. Man hielt es für gut, daß die Krankenhaus—
sache nicht als eigentliche Gemeindesache getrieben werde. Man
hat daher auch die Wohltätigkeitsanstalten nicht zu eigentlichen
Synodalanstalten gemacht, damit die Synoden sich mehr mit der
eigentlichen Kirchenarbeit befassen könnten. Einzelne Vereine
haben die geordnete Wohltätigkeit außerhalb der Ortsgemeinden
zu ihrer speziellen Arbeit gemacht.

Ein fernerer Gegenstand der Verhandlungen war ein Vor—
trag P. Ph. Wambsganß' über Mission in den Hospitälern,
besonders durch den Kaplan. P. Jaus berichtete über die Anstalt
für Schwachsinnige und Epileptische in Watertown, P. Eißfeldt
über die Tätigkeit der Kinderfreundgesellschaften. Außer vielen
andern Berichten wurde eine Anzahl von Kasualfragen be—
sprochen. Die Vertreter der gleichartigen Anstalten hielten
Separatsitzungen ab. Es waren etwa 54 Vertreter der Wohl⸗
tätigkeitsgesellschaften und 40 Gäste anwesend.

Die Beamtenwahl ergab folgendes Resultat: P. Ph.
Wambsganß, Präsident; P. F. Herzberger, Vizepräsident;
P. J. Baumann, Sekretär; Herr A. Freese, Fort Wayne, Ind.,
Schatzmeister. Der Ort der nächsten Jahresversammlung soll
Buffalo, N. Y., sein. Hauptreferat: „Der Segen der Refor⸗
mation auf dem Gebiet der Wohltätigkeit.“ J. Herzer.

— —

Zur kirchlichen Chronik.

Zum Reformationsjnbiläum 1917 wird in unserer Synode
auf Beschluß der Vertreter unserer Gemeinden eine Kollekte für
die Allgemeine Kirchbaukasse erhoben werden. Aus dieser Kasse
werden Gemeinden in den Missionsdistrikten der Synode unter—
stützt, wenn sie an den Kirch- und Schulbau gehen, aber über die
nötigen Mittel nicht verfügen. Es ist das eine äußerst wichtige
Kasse; denn wo unsere jungen Gemeinden rasch zu einem, wenn
auch noch so bescheidenen, Kircheneigentum kommen, da geht es
mit der Arbeit in der Regel gut voran. Für viele Missionsposten
ist es ein arges Hindernis, daß die Gottesdienste in gemieteten
Hallen, die etwa auch einer Loge zu ihrem Götzendienst zur Ver—
fügung stehen, oder in leerstehenden Kaufläden oder in Woh—
nungen der Glieder abgehalten werden müssen. Sobald dann
eine kleine Kapelle errichtet worden ist, gedeiht das Werk ganz

Armen usw. sind eine

wieder begonnen.

anders, und bald ist die Gemeinde in den Stand gesetzt, das ge—
liehene Geld an die Kasse zurückzubezahlen, so daß es in stetem
Kreislauf wieder andern dienen kann. In manchen unserer Ge—
meinden wird schon für diese Jubelkollekte gesammelt. Das ist
dem Synodalbeschluß gemäß, der ja unsere Gemeinden bittet, schon
jetzt mit dieser Jubelkollekte anzufangen. Wie das gemacht
wird, finden wir in einem Brief beschrieben, den wir den Lesern
im Auszug mitteilen. „Die hiesige Gemeinde“, heißt es da, „hat
die Empfehlung der Delegatensynode, das Reformationsfest 1917
betreffend, angenommen und einstimmig beschlossen, ein Lob⸗ und
Dankopfer zu sammeln und mit dem Einsammeln noch diesen
Sommer zu beginnen. In das Sammelkomitee wurden genügend
Leute gewählt, daß jeder Kollektor die zu leistende Arbeit leicht
bewältigen kann. Jedes Abendmahlsglied, Mann und Weib,
Jüngling und Jungfrau, erhält eins der beiliegenden Kärtchen.“
(Es ist das eine in der Mitte gefaltene Karte, die Raum enthält
für monatliche Beiträge für die Jahre 1915, 1916 und 1917.)
„Wir leben der Hoffnung, der Allgemeinen Kirchbaukasse am
Jubelfeste 1917 einige tausend Dollars überweisen zu können,
ohne inzwischen den andern Kassen irgendwelchen Abbruch zu tun.
Welche schöne Summe aber käme zusammen, wenn alle lieben
Synodalgenossen bewogen werden könnten, von jetzt bis 1917
wenigstens einen Cent wöchentlich oder fünf Cents monatlich für
den Jubiläumsfonds beiseitezulegen! Möchten doch alle unsere
teuren Schwestergemeinden, die diese wichtige Sache bisher noch
nicht besprochen haben, die Besprechung recht bald aufnehmen und
in heiligem Glaubenseifer hierüber beschließen, was zur Förde⸗
rung des Gnadenreiches dient! Auch zu diesem Werke mache der
Heiland die Herzen unserer Mitchristen willig! Seinem Blut
und seiner Gnade verdanken wir ja alles, alles, was wir als Chri—⸗
sten sind und haben.“ G.

In den Anstalten unserer Synode hat der Unterricht jetzt
Nach eingelaufenen Berichten ist folgendes die
Zahl der auf den verschiedenen Anstalten eingeschriebenen Ler—
nenden:

Anstalten. Neueingetreten. Gesamtzahl.
St. Loussͤ 2.. 10⁵ 328
Springfieeeooblbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbbod 39 199
River Fore. 54 2²⁵
Sewadtttt 29 13²2
Fort Wayhhne 56 261
Milwaukee 44 200
St. Pauunnus 36 131
Concordaaaꝛꝛ 2⁴4 147
Bronxvillleeel · . 28 112
Win fiebdddddꝝziꝛiꝛdꝛdꝛ 36 118
Oakladdd 20 40
Portlaooddddtt 5 22
Porto Alegre, Brasilien...... 4 19

Hierzu noch die letztjährigen 3Wen
für New Orleanssss — 17
und für Conover — 68,
so ergibt sich dadurch eine Zahl Neueingetretener von 480 und eine
Gesamtzahl von 2019 Studierenden. Hierzu ist zu bemerken,
daß in Winfield 25 Schüler im Geschäftskursus eingeschrieben
sind, und daß auch in Conover ein Teil der Eingeschriebenen
Geschäftsschüler sind. In Springfield verteilen sich die dort Stu—
dierenden auf die verschiedenen Klassen, wie folgt: I. Klasse: 25;
vikarierende Klasse: 22; II. Klasse: 52; III. Klasse: 28; Pro⸗
seminar I: 35, II: 28; Vorklasse: 9. Es vikarieren im gan⸗
zen 30. Vierunddreißig sind Litauer, Polen oder Slowaken oder
stammen aus andern deutsch-lutherischen Synoden. G.
Die rechte Praxis in der Logenfraͤge wird bekanntlich durch
keinen Umstand so sehr erschwert als durch die Nachsicht, die in
manchen den lutherischen Namen führenden Synoden unsers

j.****

English translation

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