Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 72, Nummer 3 › Seite 42
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1. Februar 1916, Seite 42
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S Der .TutheraneE
anstalten haben, die im Auftrag der Synode Pastoren aus⸗
bilden sollen.
Weil das Amt Gottes ist, so soll in demselben auch nur
Gottes Wort und kein Menschenwort gelehrt werden. Gilt
die Mahnung: „So jemand redet, daß er's rede als Gottes
Wort“ (1 Petr. 4, 11) schon allen Christen, so gilt sie für
das öffentliche Predigtamt in erhöhtem Maße. Der Apostel
schreibt: „So jemand anders lehret und bleibet nicht bei den
heilsamen“ (das heißt, gesunden, unverfälschten) „Worten
unsers HErrn IEsu Christi und bei der Lehre von der Gott⸗
sich möglichst bald wieder „ausfallen“ lassen, wie Luther es
ausdrückt. — Und wie ein Prediger nur Gottes Wort lehren
soll, so soll er auch das ganze Wort Gottes lehren.
ihm also nicht gestattet, aus den in der Heiligen Schrift ge⸗
offenbarten Lehren nur eine Auswahl zu treffen, die ihm oder
auch seinen Zuhörern beliebt, sondern es gilt hier, die Mahnung
zu beachten, die in den Worten des Apostels liegt: „Ich habe
nichts verhalten, das da nützlich ist, daß ich euch nicht ver⸗
kündigt hätte und euch gelehret öffentlich und sonderlich. ..
Darum zeuge ich euch an diesem heutigen Tage, daß ich rein
Das Concordia⸗Seminar zu St. Louis, Mo.
seligkeit, der ist verdüstert und weiß nichts“, 1 Tim. 6, 3. 4.
Es wird in unserer Zeit viel über „reine Lehre“ gespottet.
Infolgedessen sind manche mitten in der Christenheit so ver⸗
schüchtert, daß sie es kaum wagen, das Wort „reine Lehre“
in den Mund zu nehmen. Aber nach der Heiligen Schrift
ist keine andere als die „reine“ Lehre in der christlichen Kirche
berechtigt. Daher gilt es nun, die zukünftigen Pastoren dahin
zu schulen, daß sie tüchtig und in heiligem Ernst beflissen seien,
nur Gottes Wort zu lehren, wie es der Kirche in der Hei⸗
ligen Schrift gegeben ist. Sie sollen das, was sie öffentlich
und sonderlich lehren, weder aus dem Innern des Papstes
noch aus dem Innern anderer Menschen noch auch aus dem
eigenen Innern beziehen, sondern allein aus der Heiligen
Schrift nehmen. Wir schärfen den Studierenden ein, daß sie
alle eigenen, menschlichen Gedanken, die ihnen etwa einfallen,
bin von aller Blut. Denn ich habe euch nichts verhalten, daß *
ich nicht verkündigt hätte alle den Rat Gottes“, Apost.
20, 20. 26. 27. Daher haben die Lehrer in unsern theolo⸗
gischen Anstalten darauf zu sehen, daß die Studierenden eine
genaue Kenntnis der ganzen christlichen Lehre in allen ihren
Teilen sich aneignen. — Aber weiterhin stellt die Heilige Schrift
an einen Pastor auch die Forderung, daß er „mächtig“ sei,
„zu strafen die Widersprecher“ oder den Irrlehrern
„das Maul zu stopfen“, Tit. 1, 9. 11. Die Kirche Gottes
hier auf Erden hat es mit einer ganz eigentümlichen Sachlage
zu tun. Unter Gottes Zulassung ist der Teufel unaufhörlich
bemüht, Irrlehrer zu erwecken, das heißt, Leute, die durch
falsche Lehre die christliche Lehre aus der Kirche zu verdrängen
suchen. So sagt schon der Apostel Paulus, als er sich von den
Altesten der Gemeinde zu Ephesus verabschiedete: „Ich weiß,
Es ist
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